Unabwendbares Schicksal

unabwendbares-schicksalJason Aaron
Unabwendbares Schicksal
Wolverine 4

Wolverine: Manifest Destiny 1 – 4, Marvel, USA, 2008/09
Panini Comics, Stuttgart, 11/2009
SC, Comic, Superhelden, Action, Splatter, SF
ISBN 9783866078147
Aus dem Amerikanischen von Jürgen Petz
Titelillustration von Dave Wilkins
Zeichnungen von Stephen Segovia, Paco Diaz Luque, Noah Salonga, John Rauch

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Vor 50 Jahren vereinte Logan in San Franciscos Chinatown die einzelnen Kampfschulen und Banden gegen den Triaden-Boss Lo Shang Cho. Mit dem Tod des Black Dragon endete auch dessen Terror-Regime. Danach beging Logan jedoch einen großen Fehler: Er lehnte die Würde, der neue Black Dragon zu sein, ab und hinterließ in Chinatown ein Machtvakuum. Prompt besetzte jemand anderes die vakante Position – und der Terror begann erneut. Logan weiß, dass man ihn hasst und es besser wäre, sich nicht in Chinatown blicken zu lassen, aber er will für seine Taten einstehen, für Wiedergutmachung sorgen und sich seinem Feind stellen, bevor dieser den Krieg zu ihm trägt. Es dauert auch nicht lange, bis der gegenwärtige Black Dragon samt Handlangern Logan aufspürt und angreift. Diesem wird schnell klar, dass er seine Gegner unterschätzt hat und seine Selbstheilungskräfte ihre Grenzen haben. Knapp kommt er davon und muss die harte Schule von Meister Po über sich ergehen lassen, um überhaupt eine Chance zu haben. Als er erneut den Widerstand zu organisieren versucht, stehen ihm die Söhne des Tigers und die anderen Dojos ablehnend gegenüber, doch als der Kampf losbricht, ergreifen sie Partei…

„Wolverine 4“ wartet zur Freude der Sammler, aber auch der Gelegenheitsleser mit einer abgeschlossenen Mini-Serie auf. Alle vier Teile von „Unabwendbares Schicksal“ sind hier zusammengefasst, durch ein Vor- und Nachwort um einige interessante Informationen ergänzt, und auch die Covers der Original-Hefte wurden nicht vergessen. Jason Aaron greift hier ein Thema auf, das bereits in den 1970er Jahren begeisterte und das durch das breite Interesse an Mangas und anderen Medien aus Fernost erneut viele Fans gefunden hat: der asiatische Kampfsport, seinerzeit populär geworden durch die entsprechenden Filme. Darsteller wie Bruce Lee, Jackie Chan oder Jet Li kennt praktisch jeder. Das reifere Publikum wird sich zudem an die TV-Serie „Kung Fu“ mit David Carradine und an aufwändige Martial Arts-Spektakel wie „Die Herberge zum Drachentor“ und „Ein Hauch von Zen“ erinnern, das jüngere an „A Chinese Ghost-Story“ und „Tiger and Dragon“ – um nur einige Beispiele zu nennen.

Wolverine alias Logan bietet sich wie kaum ein Zweiter an, in die Rolle eines solchen Kämpfers zu schlüpfen, denn in seinem langen Leben eignete er sich viele Verteidigungs- und Angriffstechniken an, doch auch er lernt nicht aus und macht eine weitere Schulung durch, die vor allem dem Geist gilt. Diese Szenen kennt man aus so manchem Film, in dem ein alter, gewitzter Meister seinem tollpatschigen oder übereifrigen Schüler mehr zu vermitteln versucht als nur das Geheimnis der Kampfkunst. Wie so oft muss Logan erst einmal einstecken, da er sich überschätzt. Sein Reifeprozess wurde jedoch schon vor langem in Gang gesetzt, so dass Meister Po gewillt ist, ihm beizustehen. Alles Weitere liegt danach allein in Logans Händen: Kann er Verbündete gewinnen? Wird er nun mit den Attacken seiner skrupellosen Gegner fertig? Ist er fähig, auch diesen Black Dragon abzusetzen? Und hat er aus alten Fehlern gelernt?

Die Geschichte ist spannend inszeniert und fügt dem Mythos um den Titelhelden eine weitere Facette hinzu. Man erlebt den typischen Wolverine, der knallhart mit sich selbst und anderen umgeht, der das tut, was getan werden muss, um schlimmeres Übel zu verhindern, der auf verschiedene Weise seine Stärke zeigt und einsetzt. Mitunter geht es schon recht splattrig zu, aber das kennt man von dieser Serie. Die Illustrationen sind dynamisch, realistisch und kantig, die Gestaltung der Panels ist abwechslungsreich, und das chinesische Ambiente gefällt. Mag man Superhelden, Action und Martial Arts, dann ist „Wolverine 4“ ein Muss – der Band überzeugt auf der ganzen Linie.

Irene Salzmann (IS)

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