Vagabond 27

vagabond-27Inoue Takehiko
Vagabond 27

(sfbentry)
Bagabondo 19, Japan, 2009
EMA, Köln, 08/2009
TB, Manga, History/Samurai, Action, Philosophie, Drama, Fantasy
ISBN 978-3-7704-7070-9
Aus dem Japanischen von Holger Hermann Haupt

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Titel erhältlich unter Buch24.de
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Über zehn Jahre und im Heimatland bereits in dreißig Tankobon mit jeweils um die zweihundert Seiten erzählt Inoue Takehiko die Lebensgeschichte des wilden Samurai Takezo Shinmen, der später unter einem anderen Namen wesentlich bekannter werden sollte: Miyamoto Musashi. Jedem Japaner ist der von 1584 – 1645 lebende Zeichner, Holzschnitzer und Gründer einer Schwertkampfschule wohlbekannt, nicht zuletzt wegen seiner Schriften aus dem philosophischen und strategischen Bereich. Bis auf den Namen ähnelt in dem vorliegenden Band aber noch nichts der legendären historischen Gestalt. Noch immer zieht der junge Samurai durch die Lande, beseelt vom Verlagen, der ‚beste Kämpfer unter der Sonne’ zu werden, ein Titel, den auch andere erlangen wollen. So muss er sich immer wieder Kämpfen stellen, denn sein Ruf eilt ihm inzwischen voraus.

Dennoch findet er keine Ruhe. Zwar ist es Miyamoto gelungen, die Yoshioka-Brüder in fairen Zweikämpfen zu besiegen, aber deren Schüler sinnen auf Rache und planen, alle gemeinsam über ihn herzufallen. Obwohl er davon weiß, flieht der junge Kämpfer nicht, sondern stellt sich, um den Gegnern ein für alle Mal eine Lektion zu erteilen. Aber übernimmt er sich dabei nicht ein wenig? Schon bald muss er sich eingestehen, dass dies zu viele Gegner sind, denn er beginnt zu ermüden. Eigentlich hatte die Reihe „Vagabond“ recht viel versprechend begonnen, da auch andere im Hintergrund immer noch Intrigen gegen Musashi spannen, aber schon seit einigen Bänden fehlt der rote Faden. Im Grunde eilt der Held nur noch von Auseinandersetzung zu Auseinandersetzung. Warum man ihn heraus fordert und wieso er sich darauf einlässt, ist längst nur noch Nebensache. Das Einzige, was für den Künstler zu zählen scheint, ist die Darstellung der Kämpfe. Diese sind glänzend choreographiert und gezeichnet, die Gestalten für einen japanischen Manga ausgesprochen realistisch, aber dennoch kann man sich weder als Neueinsteiger noch als neuer Leser wirklich damit anfreunden.

Immer mehr wächst das Gefühl, es nur noch mit sinnfreiem Geplänkel ohne Hintergrund zu tun zu haben. Die Handlung tritt damit ziemlich auf der Stelle und nur derjenige, der die Serie von Anfang an verfolgt hat, wird noch eine Ahnung haben, worum es eigentlich geht. Es ist eigentlich schade, aber nicht mehr zu ändern. „Vagabond“ hat viel von seinem Reiz und seiner Tiefe verloren, hat keine Geschichte mehr, der man gerne folgen mag und beginnt eher zu langweilen, als zu faszinieren. Erstklassige Zeichnungen reichen einfach nicht aus, um einen beeindruckenden Manga zu präsentieren – auch der Inhalt muss stimmen und daran hapert es in diesem Band gewaltig.

Copyright 2010 © by Christel Scheja (CS)

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