Velvet Kiss 1

Chihiro Harumi
Velvet Kiss 1

Japan, 2010
Panini Comics, Stuttgart, 08/2013
TB, Planet Manga, Erotik, Drama, Thriller, Mystery
ISBN 978-3-86201-763-8
Aus dem Japanischen von Burkhard Höfler
4 Farbseiten
Leseempfehlung: Ab 16 Jahre!

www.paninicomics.de
http://harumichihiro.wico.sub.jp/

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Unbedacht und nicht mehr nüchtern hat der Büroangestellte Shin Nitta in einem Stripcub einen Schuldschein über 80 Millioen Yen (etwa EUR 600;-) unterschrieben. Seine Schulden werden ausgesetzt, wenn er sich bereit erklärt, sich mit der hübschen und verwöhnten Kanoko „Kano” anzufreunden. Nach dem Shoppen, wo er noch als Tütenträger fungierte, landen beide direkt in ihrem Bett. Abwechselnd behandelt Kano Nitta wie ihren Laufburschen, über den sie jederzeit verfügen kann, oder wie ihren Liebhaber. Dieses Spiel, dem er hilflos ausgeliefert ist, und der Druck in seiner Firma gehen nicht spurlos an Nitta vorbei. Während seine Arbeit unter dem Arrangement leidet, zieht sich Kano indes immer mehr von ihren dekadenten Freunden zurück. Schließlich findet Nitta heraus, dass Kano die Tochter seines reichen Schuldherrn ist, der – in Gestalt von Kanos Stiefmutter – noch weitere Pläne mit Nitta hat.

„Velvet Kiss“ lebt vordergründig von den Darstellungen offen ausgelebter sexueller Handlungen, die auch nicht gerade rar gesät sind. Und auch der Umstand, der Nitta in seine prekäre Lage bringt, lässt sich nur als fadenscheinig bezeichnen. Kratzt man etwas an dieser Oberfläche, kommen zwei Dinge zutage, die „Velvet Kiss“ über die freizügigen Darstellungen hinaus interessant machen.

Zum einen klingt an, dass Kano zunehmend von ihren Freunden gelangweilt ist, die sich zum offen ausgelebten, aber stoisch praktizierten Swingersex treffen und ansonsten kein Interesse am Leben zeigen. Zwischen den Zeilen scheint sie sich mehr und mehr Nitta zuzuwenden. Dieser steht derweil unter massivem Druck, da er aus dem Arrangement mit Kano nicht heraus kommt und auch in seiner Firma keine Erfolge mehr vorweisen kann. Die letzten beiden Seiten deuten außerdem an, dass Nittas unbedachte Verschuldung kein Zufall war und machen so Lust auf „Velvet Kiss 2“. Auffällig an Chihiro Harumis Zeichnungen ist, dass die Gesichter und natürlich die Körper der weiblichen Charaktere (bekleidet oder nackt) sehr viel sogfältiger ausgearbeitet sind als beispielsweise Nitta. Kanos Freunde wirken komplett anonym. Vor allem die erotischen Zeichnungen sind sehr geschmackvoll, auch wenn einzelne Posen die Grenze zum vulgären streifen. Geschlechtsteile sind keine zu sehen. Die Leseempfehlung lautet „Ab 16 Jahre”.

Sehr geschmackvoller Auftakt der vierbändigen Mystery-Erotik-Serie, die mehr bietet, als es auf den ersten Blick scheint.

Copyright © 2013 by Elmar Huber (EH)

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