Wir beide! 2

Milk (Miruku) Morinaga
Wir beide! 2

(sfbentry)
Girl Friends 2, Japan, 2006
Carlsen Manga, Hamburg, 08/2012
TB, Manga, Girls Love, Romance
ISBN 978-3-551-76645-8
Aus dem Japanischen von Dorothea Überall

www.carlsenmanga.de
http://milmilm.blog32.fc2.com

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„Wir beide!“ ist einer der wenigen Girls Love-Mangas, die es auf den deutschen Markt geschafft haben. Im zweiten Band setzt Milk Morinaga die Geschichte von den „Girl Friends“ (jap. Titel), der schüchternen Mariko und der extrovertierten Akko, fort. Zur Erinnerung: Mariko hatte die die schlafende Akko spontan geküsst …

… und leidet seither unter einem schlechten Gewissen. Was ist nur in sie gefahren, dass sie diese Situation ausgenutzt hat? Weshalb kann sie die Berührung von Lippen auf Lippen einfach nicht vergessen? Was bedeuten dieser Kuss und die heftigen Gefühle, die Mariko nicht einordnen kann? Wie wird Akko reagieren, wenn sie es erfährt? Aus Angst schweigt Mariko und zieht sich von all ihren Freundinnen zurück. Als sie sich schließlich überwindet, das Geschehen zu beichten, wird die Unterhaltung unterbrochen, und obendrein trifft sich Akko mit einem anderen Mädchen, statt Marikos Einladung anzunehmen. Mariko ahnt nicht, dass es bei diesem Gespräch um sie selber geht, denn Akko ist in Sorge wegen des Verhaltens ihrer besten Freundin.

Als die beiden endlich miteinander reden, reagiert Akko anders, als Mariko befürchtet hat. Allerdings glätten sich die Wogen nicht wirklich. Mariko erfährt, dass Akko ‚ihr erstes Mal‘ vor einem Jahr hatte, und die Eifersucht bricht ihr fast das Herz. Sie begreift, dass dies keineswegs eine Schwärmerei unter pubertierenden Teenagern und ihre Liebe unerfüllbar ist und wird die Freundin eines Jungen, den sie von der Grundschule kennt. Akko ist traurig, dass sie das von anderen erfährt, will Mariko jedoch unterstützten, damit sie mit Harada glücklich wird …

Diese Inhaltsangabe fasst nur grob zusammen, was alles auf rund 180 Seiten passiert, aber mehr möchte man nicht verraten, damit noch einige Überraschungen bleiben. Vordergründig dreht sich alles um Mädchenfreundschaften, wie man sie sich nur wünschen kann: Man geht zusammen shoppen und in Snack-Bars, besucht Gruppen-Dates, gibt einander Ratschläge zu Kleidung und Kosmetika, vertraut den anderen Geheimnisse an und findet immer Hilfe, wenn es Probleme gibt. Von den in der Realität vorhandenen mehr oder minder offenen Rivalitäten von Mädchen und Frauen, wer die Schönste, Schickste oder die mit dem tollsten Freund ist etc., ist hier nicht die Rede. Hinter der lustigen Oberfläche verbirgt Mariko, die Hauptfigur, ihre wahren Gedanken und Gefühle. Sie braucht eine ganze Weile, um zu erkennen, dass sie in Akko mehr als nur die beste Freundin sieht. Kaum wird sie sich ihrer Liebe bewusst, akzeptiert sie auch schon, dass es für diese keine Chance gibt, denn Akko geht auf Dates, sie hatte schon einen Freund – sie wird Mariko immer nur als gute Freundin sehen. Wieder beendet Milk Morinaga den Manga mit einem spannenden Cliffhanger, der neugierig auf das Kommende macht. Der Leser weiß mehr als die Protagonisten und darf nun spekulieren, welche Konsequenzen die Geschehnisse auf den letzten drei Seiten haben werden.

Anders als viele Boys Love-Mangas, die in Deutschland erscheinen und in denen es heftig ‚zur Sache geht‘, halten sich die bislang hier publizierten Girls Love-Titel zurück (in Japan ist das Spektrum natürlich sehr viel breiter). Gemein ist beiden Genres, dass vor allem die Gefühle der Charaktere beleuchtet werden, wie sie einander kennen und lieben lernen, wie sie mit dem Wissen um ihre Liebe umgehen, den Ängsten vor den Folgen, falls sie sich der geliebten Person anvertrauen. Explizite Handlungen gibt es in „Wir beide!“ keine. Die Entwicklung der Freundschaft von Mariko und Akko mit allen Aufs und Abs ist in einen typischen, wenn auch idealisierten Schülerinnen-Alltag eingebettet, der ohne gemeine Intrigen auskommt, da es der Mangaka gelingt, allein durch Herz-Schmerz für interessante und nachvollziehbare Verwicklungen zu sorgen.

Ist man sich nicht sicher, ob man mit Girls Love etwas anfangen kann, eignet sich die Serie sehr gut zum Testen des Genres. Für männliche Leser sind diese Reihen weniger interessant, da das Drumherum ihre Wünsche nicht bedient und es an nackten Tatsachen mangelt. Mit Titeln wie „Eidron Shadow“ oder „Vampire Master“ kommen sie eher auf ihre Kosten.

Copyright © 2012 by Irene Salzmann (IS)
 
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