Die Bibliothek von Edinburgh

T. L. Huchu
Die Bibliothek von Edinburgh

Originaltitel: The Library of the Dead (2021)
Deutsche Erstausgabe: Oktober 2022 (Penhaligon Verlag)
Übersetzung: Vanessa Lamatsch
Cover: bürosüd
381 Seiten
ISBN 978-3-7645-3252-9

von Gunther Barnewald


Titel bei Amazon.de

Die 14jährige Ropa hat die Schule abgebrochen und verdient ihr Geld als Geistersprecherin und Medium. Sie sorgt für ihre hinfällige Großmutter und ihre kleine Schwester, die noch zur Schule geht. Zu dritt wohnen sie in einem ranzigen Trailerpark, der illegal auf dem Grundstück eines gewalttätigen Bauern (kurz „Troll“ genannt) steht. Unter dem Wohnwagen lebt ein Fuchs, sozusagen Ropas Haustier.

Obwohl Ropa von gefährlichen Aufträgen, die kein Geld einbringen, die Finger lassen will, wird sie durch eine kürzlich verstorbene Mutter, deren Geist nicht ins Jenseits entschweben will, weil ihr minderjähriger Sohn vermisst wird, in einen brisanten Fall verwickelt. In Edinburgh verschwinden immer wieder Kinder spurlos. Einige tauchen nach längerer Zeit wieder auf, sind jedoch körperlich gealtert und geistig gestört. Niemand kann über seine Erlebnisse Auskunft geben.

Ropa beginnt den Urheber zu suchen. Hätte sie nicht vorher ein ehemaliger Schulkamerad heimlich in die verborgene Bibliothek der Toten mitgenommen. Wo man sie aufgenommen hat, wäre schnell ihr Ende gekommen. Ropa merkt, dass sie sich mit einem übermächtigen Gegner angelegt hat, der mit Misshandlung, Tod und Vernichtung keinerlei Probleme hat …

Der junge Autor stammt aus England, hat aber familiäre Wurzeln in Afrika (genauer: Simbabwe). Er heißt wohl wirklich Huchu, obwohl der Name wie ein Anagramm des bösen Lovecraft-Gotts Cthulhu wirkt.

Die vorliegende Geschichte ist Auftakt einer Serie, die an Ben Aaronovitchs wunderbare Serie um die Flüsse von London mit ihrer Hauptfigur Peter Grant erinnert – kein Wunder, dass Aaronovitch dieses Buch empfiehlt (siehe Buchcover).

Doch ähnlich wie bei Aaronovitch, dessen Serienstart nicht der große Wurf war – erst ab Band 2 stieg die Qualität – gibt es einiges zu bemängeln. Zwar hat das Buch unübersehbare Stärken wie die wunderbar widerborstige Protagonistin Ropa (eigentlich Ropafadzo Moyo) oder die bizarre Gruselatmosphäre. Garniert mit einigen tollen Ideen, lässt sich so über unübersehbare Schwächen (zu wenig Spannung und Action vor allem auf den ersten 200 Seiten) hinweglesen. Zwar belebt das kriminalistische Element die Geschichte und sorgt für Spannung. Dennoch ist das Buch aber alles andere als ein „Pageturner“

Trotzdem möchte man der jungen und rotzfrechen Protagonistin weiterhin folgen und erreicht mit ihr das Ende des Romans – so spannend ist die Erzählung dann doch. Vielleicht kann sich der junge Autor steigern, so wie es dem erwähnten Ben Aaronovitch gelang.

Band zwei der Serie soll noch Ende Oktober 2022 bei Penhaligon erscheinen. Man darf gespannt sein!

Copyright © 2022 by Gunther Barnewald

Titel bei Amazon.de

Doktor Maxwells spektakuläre Zeitrettung

Die Zukunft der besonderen Kinder

Nachtschattenwald

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.