Die rote Bache

Dietmar Preuß
Die rote Bache

Das schwarze Auge 102
Fantasy Productions, Erkrath, 9/2008
Taschenbuch broschiert, Fantasy, 978-3-89064-227-7, 352/900
Titelillustration von Karsten Schreurs
Karte von Ralf Hlawatsch

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Oft sind es die kleinen Geschichten, die eine Rollenspielwelt lebendig machen und eine engere Bindung der Spieler schaffen. Denn die Helden und großen heroischen Taten sind über die Zeit austauschbar, weil schon dutzende Male auf immer die gleiche Art und Weise erzählt worden. Die winzigen Details, seien es nun Landstriche, Orte oder Personen, behält man dagegen besser in Erinnerung und kommt vielleicht sogar auf die Idee, deren Hintergrund mit dem eigenen zu verknüpfen.

Auch große Abenteurer fangen schließlich einmal klein an. Die „DSA“-Buchreihe erzählt oft solche unbedeutenden Geschichten, um eine Region oder eine Zeit lebendig zu machen.

Zum zweiten Mal kehrt Dietmar Preuß zum Wehrhof Hohenhag zurück. Inzwischen sind fünf Jahre vergangen. Beolf kümmert sich als verantwortlicher Wersasse um Land und Leute, während Sidra, seine Frau, als Heilerin tätig ist. Durch ihre Jahre bei den Orks haben sie vieles gelernt, was ihnen jetzt zugute kommt. Und so haben sie sich zusammen mit den ihnen untergebenen Bauern einen gewissen Wohlstand aufgebaut.

Nur eines fehlt ihnen nun noch zum vollkommenen Glück: Sidra ist noch immer kinderlos. Da die Heilerin selbst damit hadert, dass sie bisher noch nicht schwanger geworden ist, begibt sie sich auf die Suche nach einer Pflanze, die Abhilfe schaffen soll. Dafür wandert sie in die Tiefen des Steineichenwaldes. Als sie nach einer bestimmten Zeit nicht zurückkehrt, macht sich Beolf Sorgen. Er beschließt, nach Sidra zu suchen, als er es nicht länger aushält, da er seinen Leuten zutraut, den Werhof auch ohne ihn zu halten, da alles friedlich ist.

Allerdings wird er in einer heruntergekommenen Taverne am Rande des Waldes aufgehalten. Zum einen hört er von seltsamen Veränderungen, die mit den Goblins zu tun haben könnten, die ihm noch mehr Sorgen machen, zum anderen kauft er dem Wirt eine junge Schankmagd ab, da er nicht länger mit ansehen kann, wie dieser das schmächtige Mädchen misshandelt.

Trotzdem sucht er weiter nach Sidra. Doch auch wenn er sie findet, ist der Rückweg in die Heimat versperrt, denn durch Zufall haben sie entdeckt, dass sich die Goblins unter der Führung einer alten Schamanin zusammen rotten und darauf hinarbeiten, die Menschen im Norden Andergasts zu überfallen. Und ganz offensichtlich hat einer in der kleinen Reisegruppe etwas bei sich, dass die Rotpelze gerne in ihren Besitz bringen wollen.

Man muss „Hohenhag” nicht kennen, um die Handlung von „Die rote Bache“ zu verstehen, da der Autor die relevanten Dinge in die Handlung mit einbindet. Wer den anderen Roman aber gelesen hat, kann erkennen, dass die Helden in ihrer Entwicklung nicht stehen geblieben und glaubwürdig zu Erwachsenen herangereift sind.

Interessant ist, dass die Menschen und ihre Kultur diesmal ausführlich geschildert werden, während der Autor die Gesellschaft und das Leben der Goblins nur grob anreißt, was leider die Gegenspieler der Helden sehr blass erscheinen lässt.

Gerade die Personenschilderungen sind die Stärke von Dietmar Preuß, während er sich mit der Handlung eher etwas schwer tut. Sie ist recht behäbig und kommt in der ersten Hälfte des Buches nicht wirklich in Gang. Erst als Beolf, Sidra und die Gefährten hinter die Geschehnisse im Steineichenwald kommen, zieht die Spannung etwas an, wenngleich er es sich bei der Auflösung einfach macht, da man die Beweggründe der Goblin-Schamanin nicht ganz nachvollziehen kann.

Zwar ist „Die rote Bache“ auch wieder nur ein durchschnittlicher Roman der Reihe, aber wesentlich ausgereifter als „Hohenhag“, der Erstling des Autors. Zwar gelingt es ihm, Personen und Region stimmungsvoll mit Leben zu erfüllen, am Spannungsaufbau seiner Geschichten und der Motivation der Gegenspieler sollte er jedoch noch etwas arbeiten. (CS)

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Das Schwarze Auge – Die rote Bache: DSA-Roman 102

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