Die Seele der Elben

Susanne Gerdom
Die Seele der Elben
Elben 2

Piper Verlag, München, 09/2009
PB, High Fantasy
ISBN 978-3-492-70147-1
Titelgestaltung von Guter Punkt, München unter Verwendung eines Motivs von Rainfeather Pearl
Karte von Erhard Ringer
Autorenfoto von Bastian Busch

www.piper.de
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Der Halbelb Lluis verlässt Weidenheim, nachdem die junge Frau, die er liebte, auf mysteriöse Weise in seinen Armen starb. In der Residenz der Mark Raakus will er neu anfangen, doch das ist alles andere als leicht. Ausgerechnet Vidol alias ‚die Kröte‘, dem die Diebe des Stadtteils Schweinekoben unterstehen, wird sein Gönner. Lluis ahnt lange nicht, mit wem er sich einlässt und schlägt die Warnungen des Wirtes Roske und des Mädchens Hadmut in den Wind. Und ausgerechnet Hadmut ist es, die Lluis in Vidols Auftrag bespitzeln soll, um seine Schulden zu begleichen. Er gibt seiner Freundin einen Tipp, muss ihr aber dennoch folgen, um seine eigenen Probleme klein zu halten. Zwar deckt er Hadmuts Geheimnis auf, gerät aber prompt in Schwierigkeiten, aus denen er sich dank der Hilfe des Mädchens befreien kann für den Preis, dass er nun ein Bediensteter des Markgrafen ist, der kuriose Wesen sammelt und nun einen Halbelb zu seinen Leuten zählt.

Im Schloss sieht Lluis die schöne Elbe Chaantrea wieder, der er mehr und mehr verfällt. Seine Freunde beginnen, sich zu sorgen, denn nicht nur scheint Lluis in ihrer Nähe alles um sich herum zu vergessen, er leidet außerdem immer öfters an Schwächeanfällen. Als Lluis die Zusammenhänge nach und nach begreift, scheint sein Schicksal besiegelt …

Diese kurze Zusammenfassung wird dem Buch nicht gerecht, denn Lluis ist nur einer von vielen Charakteren, die in eine gefährliche Angelegenheit verwickelt werden, während sie eigentlich ihre eigenen Probleme zu lösen versuchen. Mehr zu verraten oder auch nur auf alle anderen Protagonisten einzugehen, würde zu viel vorwegnehmen, und gerade die zahlreichen miteinander verwobenen Handlungsstränge und Details sorgen immer wieder für Überraschungen. Lluis und seine Freunde wirken sympathisch, da sie sehr menschlich geschildert werden, höflich miteinander umgehen, füreinander einstehen und sich ihrer Pflichten bewusst sind. Sie bekommen es mit undurchschaubaren, zwielichtigen, ja, bösartigen, seltener fehlgeleiteten Gegnern zu tun, die, wie sich zum Ende hin herausstellt, ein magisches Ritual vorbereiten, das ihnen ewiges Leben schenken soll. Nachdem jeder einzelne seine Konflikte mehr oder minder regeln konnte, kommt es zum Showdown, bei dem alle offenen Fragen beantwortet werden und die Geschichte so ausklingt, wie man es sich gewünscht hat.

Regelmäßig wechselt die Autorin die Perspektive und beleuchtet die Geschehnisse aus einer immer anderen Sicht. Die Verbindung besteht in erster Linie aus den Freundschaften, die die Beteiligten knüpfen, schließlich aus einem gefährlichen Feind, dem sie sich vereint entgegenstellen. Etwas störend wirkt der plötzliche Wechsel zu einem Ich-Erzähler, der etwa in der Buchmitte etliche Seiten bestreitet, dann aber nicht mehr zum Wort kommt und weder die Rolle eines Chronisten/Schreibers gänzlich erfüllt, noch mehr tut, als wenige Male Impulse zu geben. Lluis oder Hadmut wären als Erzähler die bessere Wahl gewesen. Überdies zerfasert die Handlung stellenweise und wirkt langatmig, weil einfach zu viel in sie hinein gepackt wurde: Personen, persönliche Probleme, Geheimnisse. Den Eindruck, dass nach „Elbenzorn“ in „Die Seele der Elben“ „die letzten Geheimnisse der faszinierenden Geschöpfe“ enthüllt werden, wie im Autoren-Steckbrief versprochen wird, hat man allerdings nicht, zumal beide Romane für sich stehen, auch wenn in ihnen einige sogenannte ‚Goldene‘ agieren.

Es ist nicht notwendig, „Elbenzorn“ gelesen zu haben, um sich in „Die Seele der Elben“ zurechtzufinden, da jeweils unterschiedliche Protagonisten grundverschiedene Problematiken bewältigen müssen. Elben-Fans werden sicher gern nach dem vorliegenden Buch greifen, das mit einem ansprechenden Cover wirbt und eine durchaus komplexe, spannende Story bietet. Die kleinen Mangos fallen in der Summe kaum ins Gewicht.

Copyright © 2012 by Irene Salzmann (IS)

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