Die Söhne der Insel

Jean Johnson
Die Söhne der Insel

Söhne des Schicksals 1
The Sword. A Novel of the Sons of Destiny, USA, 2007
Penhaligon Verlag, München, 1. Auflage: 8/2008
HC mit Schutzumschlag, Fantasy, Romance, , 430/1895
Aus dem Amerikanischen von Nina Bade
Titelgestaltung von HildenDesign, München unter Verwendung eines Motivs von gettyimages/PPlush Studios
www.penhaligon.de
www.jeanjohnson.net/
www.hildendesign.de

Die allein stehende Kelly Doyle, die mit Gleichgesinnten mittelalterliche Bräuche erforscht und einen kleinen Laden betreibt, muss feststellen, dass die Anfeindungen, denen sie sich ausgesetzt sieht, immer schlimmer werden. Ihre engstirnigen, skrupellosen Nachbarn legen schließlich sogar ein Feuer, und Kelly wäre im Schlaf verbrannt, wenn nicht…

… wenn nicht der Magier Morganen sie nach Nightfall geholt hätte, damit sich das für ihn und seine sieben Brüder prophezeite Schicksal erfüllen kann. Es heißt, wenn sich der Älteste, Saber, verlieben würde, käme großes Unheil über die Bevölkerung von Katan. Aus diesem Grund hat man die Brüder auf einer Insel isoliert. Keine Frau darf ihren Fuß auf Nightfall setzen. Die jungen Männer haben ihr Los mehr oder minder akzeptiert und leben seither nur für ihre Magie. Kellys Auftauchen stellt nun alles auf den Kopf und weckt verdrängte Sehnsüchte.

Wie Morganen gehofft hatte, sind Kelly und Saber sogleich fasziniert voneinander, doch der Fluch veranlasst Saber, Distanz zu wahren. Wie lange kann er Kelly widerstehen – und welches Unheil wird über Nightfall hereinbrechen, wenn er seinen Gefühlen nachgibt?

Der erste (von acht?) Romanen über „Die Söhne des Schicksals“ schildert die Geschichte von Saber und Kelly. Eigentlich dürfte der junge Mann keine Frau lieben, will er seine Heimat nicht zum Untergang verdammen, doch natürlich kommt alles ganz anders. Morganen glaubt, dass sich das Schicksal nicht abwenden lässt und die einzige Chance darin besteht, dem Fluch vorbereitet zu begegnen. In Folge wird er zum Drahtzieher und Heiratsvermittler. Das Unheil pocht auch schon wenig später an die Tore von Nightfall, doch Kelly ist keineswegs die Ursache des Übels, vielmehr ist es ihr Wissen aus einer anderen, nicht-magischen Welt, das eine Invasion verhindert. Allerdings wird einer der Brüder entführt – Fortsetzung folgt.

Schnell wird deutlich, dass die vordergründige Gefahr nicht die wirkliche Bedrohung darstellt. Unbekannte entsenden immer wieder Spione und monströse Wesen, die den acht Brüdern das Leben schwer machen. Man darf spekulieren, dass der wahre Feind zu den Magiern von Katan gehört und einen Nutzen davon hat, dass den Grafen von Corbis ihr Erbe genommen und sie in die Verbannung geschickt wurden.

Kelly ist ein Fremdkörper in dieser Welt voller Magie, passt sich aber erstaunlich schnell an. Zu diesem Zweck verlieh die Autorin ihr den notwendigen Hintergrund: Kelly ist ein Mittelalter-Fan, sie kann Kung Fu und mit einem Revolver umgehen, sie verfügt über vielseitige zeitgenössische Kenntnisse, doch ihre wirkungsvollsten Waffen sind ihr Selbstbewusstsein, ihre Phantasie, ihre Beharrlichkeit und vor allem ihre große Klappe. Kein Wunder, dass selbst die acht wohl mächtigsten Magier kuschen…

Das ist auch die eigentliche Handlung des Buchs, das in erster Linie als Liebesroman konzipiert ist und sich der Fantasy-Elemente nur bedient, um das Zusammenkommen der sympathischen Protagonisten auszuschmücken und die Weichen für die Fortsetzung zu stellen. Erst sind Kelly und Saber wie Katz’ und Maus, dann ein Herz und eine Seele. Kelly kabbelt sich fast 300 Seiten lang mit den Männern, ausführlich wird beschrieben, wie sie die acht dazu bringt, Burg und Interieur auf Hochglanz zu polieren, welche Hochzeitsgeschenke ihr und Saber überreicht werden und, und, und…, bis dann tatsächlich der böse Feind auftaucht und im selben Stil ordentlich vorgeführt wird. Die Geschichte kommt mit sehr wenigen Protagonisten aus, die zudem auf gängigen Archetypen basieren.

Regelmäßig wird mit erotischen Einlagen gewürzt. Diese sind teils recht anschaulich, dann wieder etwas naiv, aber da auf deftige Ausdrücke verzichtet wurde und die entsprechenden Szenen im selben locker-witzigen Ton beschrieben werden wie die Wortgefechte bzw. Dominanzspiele, wirken sie nicht anstößig.

Diese Schwerpunkte machen den Roman zu einer unterhaltsamen Lektüre für Mädchen und junge Frauen zwischen 15 und 25 Jahren, die sich mit der resoluten Kelly identifizieren wollen und noch von der großen Liebe und einem Super-Lover träumen. Leserinnen von erotischer Phantastik, wie sie Lara Adrian, Katie MacAlister oder Mary Janice Davidson bieten, kommen hier voll auf ihre Kosten.

Das reifere Publikum und Hardcore-Fantasy-Fans dürften mit traditionelleren Titeln, in denen eine spannende Handlung und sich weiter entwickelnde Charaktere im Vordergrund stehen, besser beraten sein, da ein Liebesroman mit einer Prise Zauberei – Diana Gabaldon für Teenager – nicht unbedingt das ist, was sie sich wünschen. (IS)

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Die Söhne der Insel: Roman

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