Die Stunde der Zeitreisenden

Myra McEntire
Die Stunde der Zeitreisenden
Hourglass 1

Wir hatten dieses Buch schon einmal vorgestellt, wollen euch aber auch diese Rezension nicht vorenthalten. (Anm. d. Redaktion)

(sfbentry)
Hourglass, USA, 2011
Goldmann Verlag, München, 05/2012
PB mit Klappbroschur, SF 47563
Romantic Fantasy, Urban Fantasy
ISBN 978-3-442-47563-6
Aus dem Amerikanischen von Inge Wehrmann
Titelgestaltung von UNO Werbeagentur, München unter Verwendung eines Motivs von Colin Anderson/gettyimages, FinePic, München
Autorenfoto vonAmelia J. MoorePhotography

www.goldmann-verlag.de
www.myramcentire.com

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Emerson Cole ist 17 Jahre alt und geht noch zur Schule. Parallel dazu jobbt sie in dem Café, das der Großmutter ihrer besten Freundin Lily gehört. Vor vier Jahren verlor sie ihre Eltern bei einem tragischen Unfall und lebt seither bei ihrem Bruder Thomas und dessen Frau Dru, die sich auf ihr erstes Baby freuen. Das sind die einzigen Menschen, die Em nicht für einen Freak halten, weil sie Gespenster sehen kann. Aber auch von ihnen glaubt ihr keiner so recht, und so lernte Em schnell, dass es besser ist, nicht darüber zu sprechen und ihre Panik zu verbergen, denn sie möchte nie wieder in die Klinik und durch Medikamente ruhig gestellt werden. Um ihr zu helfen, engagiert Thomas den attraktiven Michael Weaver, einen Student, der für „Hourglass“ arbeitet, ein Institut, das sich mit Parapsychologie befasst.

Schon vom ersten Moment an fühlt sich Em zu Michael hingezogen, aber da er Beruf und Privates nicht vermischen will und darf, wahren sie Distanz zueinander. Überdies zweifelt Em daran, dass sie ihm wirklich vertrauen kann, weil er sich immer wieder in Schweigen hüllt, wenn sie mehr über die mysteriöse Organisation, seine Leitung und die Phänomene, die erforscht werden, erfahren möchte. Zumindest weiß Em nun, dass sie nicht allein ist mit ihrer Gabe. Während sie in die Vergangenheit reisen kann, ist Michael fähig, sich in die Zukunft zu begeben. Gemeinsam können sie jede beliebige Stelle im Zeitstrom erreichen, müssen jedoch darauf achten, nichts zu unternehmen, was ein Paradoxon auslösen könnte. Aber genau dafür will Michael Em gewinnen: Sie soll mit ihm sechs Monate zurückgehen, damit er seinen Mentor Liam Ballard retten kann, der vermutlich wegen seiner Forschungen, mit denen er Betroffenen helfen wollte, ermordet wurde …

Nach all den verliebten Vampiren, Werwöfen, Elfen, Engeln, Dämonen usw. gibt es endlich mal wieder ein neues phantastisches Thema. Nein, nicht wirklich neu, denn Zeitreisen waren schon immer ein beliebtes Motiv in der SF. Aber auch in der Fantasy und Mystery reiste immer wieder ein Protagonist durch die Zeit, um sich vorzugsweise in der Vergangenheit oder in einer anderen Dimension zu verlieben. Beispiele hierfür sind H. G. Wells „Die Zeitmaschine“, Harry Harrisons „Zeitreise in Technicolor“, Diana Gabaldons „Highlander“-Saga und P. C. Casts „Tales of Partholon“.

Zunächst lässt Myra McEntire den ersten Band ihrer „Hourglass“-Serie wie einen Mystery-Roman beginnen, denn ihre Hauptfigur Em, aus deren Perspektive die Geschichte erzählt wird, kann die Geister Verstorbener sehen. Man darf spekulieren, ob das Buch ursprünglich in diese Richtung hatte gehen sollen, oder ob tatsächlich von Anfang an ein SF-Kontext geplant war, denn nach der Begegnung mit Michael, der auch Personen aus der Zukunft sieht und all jene als ‚Zeitlose‘ bezeichnet, verlieren Ems Sichtungen an Bedeutung, auf das Thema wird kaum noch eingegangen, stattdessen wird die Zeitreise ins Spiel gebracht, deren theoretischen Teil die Autorin eng begrenzt, da sich ihre Zielgruppe weniger für Wurmlöcher und Paradoxa als für Romanzen und Tragödien begeistert.

So finden dann die Zeitreise und die wirklich spannenden Geschehnisse und Enthüllungen auch erst am Ende des Romans statt, nachdem Em die ersten dreihundert Seiten damit verbrachte, Michaels Geheimnisse und Beweggründe herauszufinden, ihn anzuschmachten und auf eine Rivalin eifersüchtig zu sein. Durch das Einführen weiterer Begabter, die Identifizierung des Gegners, die bittere Erkenntnis, dass Ems Leben von diesem inszeniert worden war, und einiges mehr werden die Weichen für die nächsten Bücher gestellt, denn obwohl eine in sich abgeschlossene Handlung vorliegt, wurden viele Fragen aufgeworfen und nicht beantwortet. In den USA erscheint in kürze „Timepiece“, der zweite Band der „Hourglass“-Serie.

Myra McEntire hat einen unterhaltsamen Schmöker geschrieben, der vor allem die Freunde der Paranormal Romances ansprechen wird, insbesondere Leserinnen ab 14 Jahre. Für den Geschmack der eingefleischten SF-Fans hingegen dürften zu wenig Zeitreise und zu viel Liebesgeflüster enthalten sein.

Copyright © 2012 by Irene Salzmann (IS)

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