In die Wildnis

Erin Hunter
In die Wildnis

Warrior Cats 1
Warrior Cats – Into the Wild, GB, 2003
Beltz und Gelberg Verlag, Weinheim, 9/2008
HC, Jugendbuch, Tier-Fantasy, 978-3-4078-1041-0, 304/1490
Aus dem Englischen von Klaus Weimann
Titelbild von Hauptmann und Kompanie
Karte von N. N.

www.beltz.de
www.warriorcats.de
www.katecary.co.uk
www.fantasticfiction.co.uk/b/cherith-baldry/
www.fantasticfiction.co.uk/h/victoria-holmes/

Auch wenn es Fabeln und Tiermärchen bereits seit Jahrtausenden gibt, so ist die Tradition der Tier-Fantasy doch erst einige Jahrzehnte alt. Romane wie „Unten am Fluss“, das die Abenteuer einer Kaninchenfamilie erzählt, stellten unsere Welt plötzlich aus der Sicht von Wesen dar, die wir nicht für intelligent und kulturfähig hielten. Seitdem tauchen immer wieder Geschichten auf, in denen Tiere die Hauptrolle spielen, dabei aber nur bedingt vermenschlicht werden. Diese erscheinen vornehmlich im Kinderbuch-Sektor.

Erst jetzt erreicht uns aus den USA auch die Reihe „Warrior Cats“, die im englischsprachigen Raum, vielen west- und osteuropäischen Ländern und dem fernen Osten bereits Erfolge feierte. Erin Hunter – übrigens ein Pseudonym hinter dem sich gleich drei Frauen verstecken: Victoria Holmes, Cherith Baldry und Kate Cary – erzählt in den Büchern die Abenteuer verschiedener Katzenclans aus der Sicht eines Katers, der zunächst ein Außenseiter ist, weil er unter den Menschen geboren und aufgewachsen ist.

Das Kätzchen Sammy hat immer wieder denselben Traum: Von einem seltsamen Drang getrieben verlässt er eines Tages einfach das Grundstück, das sein Heim umgibt und wagt sich in die Wildnis hinter den Hecken, als würde dort seine Zukunft liegen.
Der kleine Kater spürt auch im wachen Zustand diese unstillbare Sehnsucht, die ihn immer wieder dazu treibt, über seine Zukunft nachzudenken. Zwar wird er hier umsorgt, hat es immer warm, trocken und wird nie Hunger leiden müssen, aber ist das wirklich alles, was er von seinem Leben erwartet? Und will er wirklich den gleichen Preis dafür bezahlen wie einige Nachbarskatzen, die seit einem bestimmten Vorfall lustlos, fett und träge geworden sind?

Eines Morgens beschließt er, dem inneren Drang endlich nachzugeben und wagt sich in den dichten Wald. Prompt läuft er dort einigen wild lebenden Katzen über den Weg, gewinnt aber auch ihre Achtung durch sein beherztes Verhalten und seinen mutigen Auftritt, weil er sich nicht einschüchtern lässt. Deshalb machen ihm die Älteren ein Angebot, das er nicht abschlagen kann.

Sammy geht mit den Wildkatzen und erfährt, dass in diesem Wald vier Clans leben, die energisch ihr Revier gegen die anderen Gruppen verteidigen. Da die letzten Kämpfe – vor allem gegen den Schatten-Clan – viele Opfer gefordert haben, sind fähige Krieger rar geworden.

Und so wird der Hauskater unter dem neuen Namen Feuerpfote in den Donner-Clan aufgenommen. Mit der Zeit lernt er, seine Instinkte zu gebrauchen, in der Wildnis zu überleben und die Gesetze der Gemeinschaft zu achten. Dabei gewinnt er durch seine Klugheit und seinen Mut nach und nach auch die Achtung derjenigen, die bisher immer Vorurteile gegen ihn hatten. Doch auch auf ihn warten immer neue Bewährungsproben, vor allem als der Donner-Clan durch Verrat, Missgunst und einen heimtückischen Angriff des Schatten-Clans in tödliche Gefahr gerät.

„Warrior Cats“ ist in erster Linie ein spannendes und lebendiges Abenteuer. Die Autorinnen finden ein gesundes Mittelmaß zwischen der Vermenschlichung der Katzen und ihrem tierischen Verhalten. Während Ersteres es leichter macht, ihre Handlungsweisen und Beweggründe zu verstehen und zu verfolgen, erinnert Letzteres immer wieder daran, dass Feuerpfote und seine Freunde keine Menschen sind und in einigen Dingen etwas andere Moralvorstellungen haben.

Sie nehmen sich sehr viel Zeit, die Charaktere vorzustellen und einzuführen, um die Bindung zu den Lesern entsprechend zu stärken. Mit viel Phantasie und Herz führen sie Feuer-, Grau- und Rabenpfote durch dramatische Abenteuer und scheuen sich auch nicht, die eine oder andere geliebte Figur sterben zu lassen, um die Dramatik zu erhöhen. Am Ende wird auch nur ein Teilerfolg erzielt, denn die Abenteuer sollen ja auch weiter gehen.

Das Buch selbst ist so geschrieben, das bereits Kinder ab acht oder neun Jahren ihre Freude daran haben können, aber auch Erwachsene sich beim Lesen nicht langweilen.
Das macht „In die Wildnis“, den ersten Band der „Warrior Cats“ zu einem spannenden und lebendigen Abenteuer für alle jungen und alten Fans liebevoll erzählter Tier-Fantasy. (CS)

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Warrior Cats: In die Wildnis

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