Macht – Answin von Rabenmund 1

Michelle Schwefel
Macht – Answin von Rabenmund 1

Das schwarze Auge 99
Fantasy Productions, Erkrath 2/2008
TB, Fantasy, 978-3-89064-499-8, 416/1000
Titelbild von Arndt Drechsler
Karte von Ralph Hlawatsch

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Anders als in vielen Rollenspiel-Romanen geht es in den Büchern zu Aventurien, der Welt des Rollenspiels „Das Schwarze Auge“, nur selten um epische Schlachten oder andere typische High Fantasy-Themen. Die Autoren arbeiten vielmehr daran, einer bestimmten Zeit, Region durch atmosphärische Schilderungen Leben und Glaubwürdigkeit einzuhauchen.

Manchmal wird sogar die Lebensgeschichte einer aus Abenteuern und Hintergrundbänden bekannten Figur in eine spannende Handlung verpackt und so der Vergangenheit mehr Leben gegeben. Autoren sind dann aber meistens auch diejenigen, die eine enge Verbindung zum inneren Kreis der Redaktion pflegen und so an wichtige Informationen kommen.

Die Tetralogie um Answin von Rabenmund genießt diesen besonderen Status. Michelle Schwefel erzählt hier – beginnend mit „Macht“ – die Geschichte einer der schillerndsten Figuren aus den letzten fünfzig Jahren der aventurischen Geschichte.

Answin ist in die mächtigste Familie des Mittelreiches nach dem Kaiserhaus geboren worden. Als Sohn einer Prinzessin aus dem Hause Gareth steht er dem Thron recht nahe, als Reto seine dekadenten Verwandten Bardo und Cella vom Thron stößt und sich selbst die Krone aufs Haupt setzt. Zwischen dem jungen Knappen und dem Erbe steht nur der kleine Hal, Retos zarter Sohn. Durch Zufall entdeckt Answin ein Geheimnis um den kleinen Jungen, das sein Oheim bisher aus gutem Grund vor allen verborgen hat.

Doch der Ursupator und Kaiser weiß sich der Treue und des Schweigens seines Neffen zu versichern. Er stellt ihm eine glänzende Karriere in Aussicht – wenn er mitspielt und für immer den Mund hält.

Answin akzeptiert ohne Zögern und geht seinen Weg, auch wenn er dabei manchmal ungewöhnliche Pfade einschlägt. Obwohl er sich deswegen über kurz oder lang mit seinem Großvater überwirft und in den Verdacht gerät, mit dunklen Mächten im Bunde zu stehen, gereicht ihm das nicht zum Schaden. Doch gerade weil dieser ihm die Fürstenwürde von Darpatien versagt, eröffnet er dem ehrgeizigen und staatsmännisch gewandten jungen Mann eine beispiellose Karriere. Reto weiß den jungen Mann zu führen, kann er doch Schutz und Stütze seines schwächlich bleibenden Sohnes werden, wenn dieser einmal den Thron erbt.

Und so wächst Answin sicher in die höfischen Ränkespiele und die Intrigen um den Kaiser hinein. Zu seinem Weggefährten gehört der machtgierige Dexter Nemrod, der zunächst Freund ist, dann aber zu einem heimlichen Gegenspieler wird, als Answin in die Hände fällt, was er sich hart erarbeitet glaubte.

Doch in all der Zeit bleibt Answin von Rabenmund auch ein Familienmensch, der in enger Beziehung zu seinen Eltern und Geschwistern steht. Nur eine kann er nicht so lieben, wie sie es sich erhofft – seine eigene Frau.

Die Biographie Answin von Rabenmunds mag den meisten Spielern in groben Zügen bekannt sein. Michelle Schwefel kleidet den kargen Rahmen aber nun in eine farbenprächtige und vor allem sehr lebendige Handlung und gibt den wichtigen Personen einen sehr eigenständigen Charakter.

Sie erzählt die Geschichte sehr bewegt und personenbezogen, so dass man schnell eine Bindung zu der Familie Rabenmund und ihren Freunden aufbaut und bei der Entwicklung ihres Lebens geradezu mitfiebert. Immer wieder streut die Autorin spannende und dramatische Szenen mit ein. Es kann dabei durchaus passieren, dass auch einmal Tränen in die Augen steigen, da sie ohne Kitsch, aber mit sehr viel Gefühl beschreibt.

Die Familie Rabenmund und andere historische Persönlichkeiten sind damit nicht mehr nur Namen auf dem Papier, die einmal eine Funktion wie Kaiser oder Reichsgeheimrat erfüllt haben, sondern glaubwürdige Menschen mit Stärken und Schwächen, Fehlern und Unzulänglichkeiten. Sie zeigen Neigungen und Leidenschaften und wachsen manchmal sogar über sich hinaus.

Das trifft vor allem auf Answin von Rabenmund zu. War er bisher nur als machtgieriger Intrigant bekannt, so lernt man nun auch ganz andere Seiten von ihm kennen – den Familienmensch, der sich ehrlich um seinen Vater sorgt und mit tiefer Lieben an ihm hängt, den Beschützer und den Staatsmann, der nur das Beste für das Reich will. Natürlich kehrt die Autorin seine positiven Seiten stärker heraus, als seine negativen, zeigt aber auch, wie sich diese nach und nach entwickelt und ihn verändert haben.

Das Buch endet, als Answin an der Seite Hals den Höhepunkt seiner Macht erreicht und zum zweiten Mann im Staat wird. Schon werden aber erste Menschen zu seinen Feinden und achten auf jeden seiner Fehler, um im geeigneten Augenblick loszuschlagen.

Besonders interessant ist die Reihe im Zusammenhang mit den beiden Romanen „Der Hofmagier“ und „Der Feuertänzer“ von Karin Ludwig und Mark Wachholz, die Ereignisse aus der gleichen Zeit aus der Sicht einer anderen Figur schildern – der des damaligen Hofmagiers Galotta. Das macht das Buch vor allem für Leser und Spieler interessant, die sich besonders für aventurische Geschichte interessieren.

Auch wenn man als Nicht-Aventurien-Kenner schwerer Zugang zu der bewegten Biographie des Answin von Rabenmund findet, weil doch einige Informationen als bekannt voraus gesetzt werden, gehört „Macht“, der erste Band der Tetralogie, doch zu den Highlights der „DSA“-Romanreihe, denn er erzählt eine spannende und bewegende Geschichte, die man nur ungern wieder beiseite legt, um sich seinem Tagwerk zu widmen. (CS)

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Macht: Das Schwarze Auge Roman. Answin von Rabenmund I: BD 1

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