Nachtleben

nachtlebenMartin H. Hoyer
Nachtleben

Saramee 2
Atlantis Verlag, Stolberg, 2/2005
PB, Fantasy, 978-3-936742-52-9, 72/490
Titelillustration von Chris Schlicht
Vorwort von Chris Weidler
www.atlantis-verlag.de
www.martin-hoyer.de/
www.saramee.de
www.dreamspiral.de
(sfbentry)

Nachdem Markus K. Korb den ersten Grundstein zu „Saramee“ gelegt und mit Kronn, den ersten Charakter der Serie, eingeführt hat, gibt in Band 2 Martin H. Hoyer einen ersten Einblick in das „Nachtleben“ der Stadt – und mehr. Ebenso werden neue interessante Personen eingeführt.

Der Band beginnt wieder mit einer Einführung von Chris Weidler, die in der Taverne ‚Nasse Feder’ stattfindet. Dieses Mal wird darüber beratschlagt, ob ‚Die Natter’, der Auftragskiller, der am Tatort abgeschnittene Schlangenköpfe zurücklässt, vielleicht gar eine Frau ist. Etwa Amata Baal? – Womit der nächste neue Name einer „Saramee“-Bewohnerin auftaucht.

Morgan, der Wirt der ‚Nassen Feder’, dessen Frau Sidonie ein Jahr zuvor geschändet und getötet wurde, erzählt die Geschichte von Balduin Baal, seiner Tochter Amata Baal und seines Dieners Irrid, einem Jinjind (Kletterer, bei den wohlhabenden Bürgern als Diener und Sekretäre beliebt).

Irrid, den es immer wieder auf den alten Spähturm (wird auch ‚Der Splitter’ genannt) zieht, ist der Leibdiener des Geldwechslers Balduin Baal, der seinen Diener bittet, ein Auge auf seine ungezügelte Tochter Amata zu halten.

Auf einer anderen Handlungsebene wird Ralec (hager, schwarzhaarig, Atemöffnung am Hals) eingeführt, der in einem Kerker gefangen gehalten wird. Tugas Sohn, ein Mann des Waldvolks, betritt das Verlies und fordert von Ralecs Wärtern, die Herausgabe des Gefangenen. Ralec wird dürftig gesäubert und eingekleidet und von Tugas Sohn zu einem luxuriösen Anwesen gebracht. Dort wird er von Tuga Tun, der Mutter des Waldvolkmannes, in kostbar ausgestattete Gemächer gebracht.

Aber auch Kronns Abenteuer wird für den Leser auf einer Handlungsebene weitergeführt. Er versucht bei Grant Motross, einem Hehler, den Silberring mit grünem Stein, an den er in Band 1 gelangt ist, zu verkaufen. Der Hehler verhält sich beim Anblick der Ornamente auf dem Schmuckstück furchtvoll und lehnt es ab, den Ring zu kaufen.

Kronn findet beim Stadtrat keinen Glauben, als er ihnen von den Wesen des Alten Volkes berichtet, die er gesehen und dabei beobachtet hat, dass sie das Wasser der Stadt vergiften, und somit für die Seuche verantwortlich sind. Kronn nimmt seinen Abschied, um wieder freischaffend seine Dienste anzubieten.

Auf dem Weg in eine Gaststube wird er von vier sonderbaren Gestalten verfolgt – Halbwüchsige der Gang ‚Reißzähne’ –, mit denen er schon einmal aneinander geraten ist. Er schlägt sie in die Flucht und begibt sich in das Gasthaus ‚Blaue Schlange’.

Dort begegnen sich Kronn und Amata, und sie kommen ins Gespräch. Als Kronn die junge, blonde Frau und ihren Begleiter Irrid ein Stück des Nachhausewegs begleitet, werden sie erneut von den ‚Reißzähnen’ belästigt, aber Irrid bringt seine Kameraden dank seiner besonderen Fähigkeiten aus der Gefahrenzone. Doch da tauchen zwei weitere mysteriöse Gestalten auf. Amata wird von ihnen entführt und in ein unterirdisches Gewölbe gebracht. Geknebelt und an einen steinernen Stützpfeiler gebunden finden Kronn und Irrid sie wieder. Sie überraschen die beiden Entführer und sehen sich Wesen gegenüber, die dem Alten Volk ähneln.

Während des Kampfes, den sie sich liefern, erscheint plötzlich eine Gestalt in einer prächtigen Kutte und befiehlt gebieterisch, dass die Auseinandersetzung ein Ende haben soll. Amata und Irrid wird freies Geleit angeboten – auch Kronn darf gehen, wenn er den Silberring aushändigt, den er aber in der ‚Blauen Schlange’ an Amata veräußert hatte.

Amata gibt vor, den Ring vor den Augen aller zu zerstören – bedient sich aber mittels eines anderen Ringes eines Tricks um die Kuttengestalt zu täuschen, was ihr gelingt. So bleibt der Ring in ihrem Besitz und Amata will nun herausfinden, was es mit dem mysteriösen Schmuckstück auf sich hat…

Ralec wird derweil in dem Anwesen zu dem 16-jährigen Thronfolger des Westlichen Imperiums geführt. Lukoan, zweites Kind des Herrschers, ist nun der Thronfolger, nachdem seine ältere Schwester starb. Er benötigt für eine delikate Angelegenheit einen loyalen Kämpfer und heuert Ralec an. Dieser – als frischgebackener Honorarkonsul – fährt an Bord eines imperialen Kriegsschiffes Richtung Saramee, mit Tarun, einem jungen, ehrgeizigen Offizier, als Begleiter, bei dem Ralec sofort das Gefühl hat, dass er mit ihm noch Ärger bekommen wird…

Geschickt werden somit neue Handlungsstränge angestochen und mit spannenden Cliffhangern beendet. Der Epilog rundet das ab, denn er beinhaltet, dass Kronn den Auftrag erhält, der Angelegenheit mit der vergifteten Quelle und dem Alten Volk nachzugehen.

Auch in diesem Band ist das einzige Manko das fehlerhafte Lektorat – ansonsten hat Martin H. Hoyer mit Band 2 einen abwechslungsreichen Serienroman geschaffen, der auf mehreren Ebenen agiert, wie es in einer ausgereiften Handlung sein sollte. Interessante Charaktere kommen hinzu, und spätestens nach Band 2 werden die Leser an der „Saramee“-Nadel hängen.

„Nachtleben“ wirkt ein wenig flüssiger als der Auftaktband und ist gut lesbar – sprich: schenkt einen vergnüglichen kurzweiligen Nachmittag.

Im Anschluss an den Romantext gibt es wieder Informationen über die Stadt „Saramee“, Kurzvitae des Autors, Herausgebers und der Illustratorin – gefolgt von der Vorschau zu Band 3.

„Saramee“ erhält durch Band 2 von Martin H. Hoyer schon etwas ‚Profil’ und zusätzliche interessante Charaktere – man darf gespannt auf die nächsten Bände sein. Kurzweiliger Abenteuer-Phantastik-Serientitel! (AB)

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