Nur Drachen leben länger

nur-drachen-leben-langer1John Moore
Nur Drachen leben länger

A Fate worse than dragons, USA, 2007
Piper Verlag, München, 10/2009
TB, Fantasy
ISBN 978-3-492-26662-8
Aus dem Amerikanischen von Birgit Reß-Bohusch
Titelbild von Alan Lathwell nach einer Vorlage von Stephan Sacher

www.piper-fantasy.de
http://alanlathwell.cgsociety.org/gallery/
http://alanlathwell.deviantart.com/
http://stephansacher.blogspot.com/

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Zur Spezialität des 1959 geborenen John Moore gehört es offensichtlich, die Klischees des Genres und seiner direkten Vorfahren – nämlich der Märchen und Sagen – munter auf den Kopf zu stellen. Dieses Rezept des ehemaligen Chemikers, Ölförderers und LKW-Fahrers aus Texas scheint offensichtlich aufzugehen, denn nach den Romanen „Blödprinz Charlie“ und dem „Handbuch für Helden“ ist nun „Nur Drachen leben länger“ auf Deutsch erschienen.

Als ‚Ritter mittleren Standes’ hat es Sir Terry nicht leicht, denn er hat sich seinen Stand durch Taten erarbeitet und ihn nicht durch Geburt erhalten. Alles in allem ist er auf das Wohlwollen seiner Herren – Könige und Fürsten – angewiesen und muss immer eine Anstellung finden, da er leider nie zu einer reichen und mächtigen Landbesitzerfamilie gehört. Das könnte sich ändern, wenn es ihm gelingt, nicht nur das Herz sondern auch die Hand der hübschen Prinzessin Gloria zu gewinnen. Dazu muss er eine Heldentat begehen, am besten einen Drachen erschlagen. Dann kann der König gar nicht anders, als ihm seine Tochter zur Braut zu geben und beide gut zu versorgen.

So stürzt sich der tapfere Recke mutig ins Abenteuer, doch kaum ist das Untier tot, muss er feststellen, dass er einen kleinen, aber feinen Fehler gemacht hat. Er ist im Feuereifer der wilden Hatz aus Versehen in ein anderes Reich geraten. Auch dort ist die Belohnung die Hand der Prinzessin – nur, wenn diese schon ‚Crazy Jane’ heißt, ist das kein gutes Omen. Es gelingt ihm diese Belohnung auf seinen Knappen Huggins abzuschieben und in seine Heimat zurückzukehren. Doch dort erwartet ihn eine schreckliche Nachricht. Die liebliche Gloria ist gerade eben erst von hinterhältigen Schurken in ein finsteres Schloss verschleppt worden. Terry macht sich sofort auf den gefahrvollen Weg. Dabei gesellt sich auch noch sein schlimmster Nebenbuhler Roland an seine Seite. Der junge Ritter ist zunächst gar nicht glücklich über die Entwicklung und seinen Gefährten. Dabei ist er längst in ein munteres Intrigenspiel verwickelt, in dem bald auch die patente Köchin Alison eine nicht unwesentliche Rolle spielen wird, denn tatsächlich ist nichts so wie es scheint.

„Nur Drachen leben länger“ ist in erster Linie eine leichte Komödie voller Slapstick, aber keine bissige Satire, deren Humor zum Nachdenken anregt. Daher wimmelt es von frechen, wenn auch oft sehr flachen Gags und Anachronismen ohne tieferen Sinn. So reden die Helden etwa von Businessplänen und Vermarktung, haben durchweg moderne Ansichten und benehmen sich manchmal leider auch wie Jugendliche des 21. Jahrhunderts, obwohl sie sich in einem archaischen Setting bewegen, wie man es aus der märchenhaften Fantasy kennt. Die Figuren sind bewusst überzeichnet, agieren aber dann doch nicht so albern, wie man auf den ersten Blick befürchtet. Stattdessen bleiben sie auf sonderbare Weise normal und wachsen einem sogar ans Herz.

Insgesamt ist der Roman sehr flüssig zu lesen. Der Autor lädt immer wieder zum Schmunzeln ein und lässt keine Langeweile aufkommen, da er genau weiß, wie er Spannung und Humor mischen sollte. Folglich ist „Nur Drachen leben länger“ vielleicht kein Meisterwerk der humorvollen Fantasy, aber dennoch eine vergnügliche Lektüre für alle Fantasy-Fans, die sich beim Entspannen auch amüsieren wollen.

Copyright © 2010 by Christel Scheja (CS)
 
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