Sayuri

sayuriCarina Bargmann
Sayuri

Jugendbuch / Fantasy
Arena Verlag 2010
Umfang: 515 Seiten
ISBN 9783401064468

www.arena-verlag.de

Zur Autorin:

Carina Bargmann, Jahrgang 1991, hat schon als Zehnjährige mit dem Schreiben angefangen. Mit fünfzehn Jahren hatte sie bereits zwei große Fantasyromane verfasst und wurde wenig später von einer der renommiertesten deutschen Literaturagenten als Nachwuchstalent entdeckt. Neben dem Schreiben hat sie noch zahlreiche andere Hobbys, unter anderem ist sie fasziniert von der asiatischen Kultur und lernte Japanisch. Carina Bargmann lebt mit ihren Eltern und ihren Geschwistern in Braunschweig und bereitet sich gerade auf das Abitur vor.

Zum Buch:

Sayuri ist der Debütroman der Autorin Carina Bargmann. Ein fesselnder Fantasyroman, der sich an ein jugendliches Lesepublikum ab 12 Jahren richtet. Bereits das Cover ist so verlockend, dass ich mit dem Lesen sofort beginnen wollte, als ich das Buch in meinen Händen hielt. Es ist in blau und lila gehalten. Es zeigt einen Mond, der einen Baum mit Blättern und Blüten in einem bläulichen Lichtschimmer erscheinen lässt. Regentropfen sind als blaue Glitzertropfen abgebildet, die aus dem Cover hervorstechen und es noch magischer machen. Im Vordergrund stehen drei Gestalten in schwarze Gewänder gehüllt. Bereits der Prolog entführt den Leser in eine neue Welt. Jemand ist auf der Suche. Auf der Suche nach einer Quelle, aber er kann sie nicht finden. Er unterhält sich mit einem Wiljar, einem katzenähnliches Wesen und beschließt etwas….

Dann beginnt der erste Teil des Buches, das insgesamt in drei Teile aufgeteilt ist. Der Leser lernt hier die Kaiserstadt kennen. Es gibt den Palast, einen inneren und einen äußeren Kreis. Die Kaiserstadt lebt vom Fluss Shanu aus dem alle Bürger ihr Wasser schöpfen. Nun sinkt seit einiger Zeit angeblich der Wasserspiegel des Shanu und so erhalten die Bewohner des äußeren Kreises kaum noch Wasser. Das nehmen Milan und Marje zum Anlass in einen Wasserspeicher einzudringen und Wasser in den äußeren Ring, in das Viertel der Taller, zu leiten. Dies gelingt den Beiden, aber schon droht neue Gefahr. Der Kaiser, dessen Regierungsgeschäfte von seinem Bruder Miro geregelt werden, verlangt dass alle 16-jährigen Kinder die Kaiserstadt verlassen. Sie werden verbannt, da es  eine angebliche Prophezeiung gibt, die besagt, dass alle Kinder, die vor 16 Jahren geboren wurden mit dem Wasser des Shanu verbunden sind. Dies soll der Grund für den sinkenden Wasserstand des Shanu sein. Doch die Bürger und die Jugendlichen glauben nicht an die Worte Miros, des Kaiserbruders. So bilden sich Gruppen von Rebellen.

Eine Gruppe trifft sich im Haus der jungen Sayuri, einer Freundin von Marje, die sich sehr gut mit Kräutern auskennt. Sayuri ist ein junges Mädchen, aber sie ist stumm. Kein Wort kommt über ihre Lippen. Außerdem hat Sayuri eine auffallend weiße Haut und helle Haare. Schon bald stellt sich heraus, dass Miro nicht hinter allen 16-Jährigen her ist, sondern ausschließlich hinter Sayuri. Aber was ist der Grund dafür? Marje will ihre Freundin helfen und versucht mit ihr gemeinsam die Flucht aus der Stadt. Ihnen schließt sich der Erbe des Kaisers, Kiyoshi, an, der langsam starke Zweifel an den Entscheidungen des Kaisers und Miros hegt. Gemeinsam wollen Sie auf die Suche gehen. Auf die Suche nach der Wahrheit. Dafür lässt Kiyoshi auch seine Mutter, Aulis, zurück, die bereits seit Jahren in sich selbst zurückgezogen lebt. Aber was wollte Aulis sagen, als sie von Silla und deren Geheimnis sprach? Leider wird Sayuri von Kiyoshi und Marje getrennt und so begeben sie sich zunächst getrennt auf die weitere Reise, die Ihnen einige Abenteuer beschert.

Im nun folgenden zweiten Teil des Buches kann der Leser eintauchen in eine fantastische Welt. Es tauchen Wesen auf, die wir alle schon kennen, aber sie werden auf eine ganz besondere Art und Weise geschildert. Hier gibt es Greife, Zentauren, Wiljare, Echsen und weitere Gestalten. Schön zu verfolgen, dass fast alle Wesen auf der Seite des Guten zu stehen scheinen und bereit sind sich in Notlagen zu helfen. So halten dann auch alle zusammen, als es darum geht Kiyoshi, der von den Söldnern gefangen genommen wird, aus den Minen, in denen er arbeiten soll, zu befreien.

Im dritten Teil erst wird das Geheimnis um Sayuri und ihre magischen Fähigkeiten aufgelöst. Aber bis dahin ist es ein weiter Weg. Das Buch lebt von seinen bildlichen Beschreibungen und der zauberhaften Idee das Lebenselixier Wasser unmittelbar mit Magie zu verbinden. Es entsteht so eine Einheit, die den Shanu und die an seinen Ufern lebenden Menschen, ganz besonders aber Sayuri,  zu etwas Besonderem macht.

Etwas gefehlt hat mir eine Karte der Kaiserstadt und eventuell auch der Wüste mit Lage der Minen, des Waldes etc. Für eine bessere Übersicht wäre das sicher sinnvoll gewesen. Das Ende des Buches ist mir im Vergleich zu den vorangegangenen Abschnitten etwas überhastet und auch nicht alle meine Fragen werden abschließend beantwortet. Der Klappentext bringt mir ein Stück weit zu sehr eine Prophezeiung in den Vordergrund, die im Buch nur eine untergeordnete Rolle spielt, ist sie doch nur erfunden und nicht zwingend Grundlage für den weiteren Handlungsverlauf.

Dennoch hat das Buch mich von der ersten bis zur letzten Seite fasziniert. Die Autorin hat für ihr jugendliches Alter ein großes Sprachgefühl bewiesen. Außerdem muss der Leser bedenken, dass sich das Buch ja in erster Linie an Jugendliche und nicht an Erwachsene richtet. Dennoch sollten auch fantasybegeisterte Erwachsene den Mut haben in dieses Buch einzutauchen.

Copyright © 2010 by Iris Gasper

Titel bei Buch24.de:
Sayuri

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