Schattenblüte – Die Verborgenen

Nora Melling
Schattenblüte – Die Verborgenen

(sfbentry)
Rowohlt Polaris Verlag, 2010
Taschenbuch
Fantasy
ISBN: 978-3-86252-000-8
352 Seiten

www.rororo.de

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Das Cover ist sehr schön gestaltet, lässt aber leider nicht besonders viele Rückschlüsse auf den Inhalt zu. Dennoch finde ich die Idee gut, ein Bild aus dem Buch als Coveridee zu verwenden. Schön finde ich die Idee mit den heraustretenden Wassertropfen aus dem Buchcover. Insgesamt ist das Buch hervorragend verarbeitet, auf hochwertigem Papier gedruckt und hat einen festen Einband.

Der Inhalt ist schwer in kurze Sätze zu fassen, da innerhalb des Buches eine Vielzahl von gesellschaftlichen Themen angesprochen werden, die nicht nur für Jugendliche Leserinnen und Leser relevant sind. Der Haupthandlungsstrang dreht sich um das lebensmüde Mädchen Luisa, die ihren kleinen Bruder aufgrund einer Krebserkrankung verlor. Das Buch beginnt mit dem Selbstmordversuch Luisas, der von dem mysteriösen Jungen Thursen vereitelt wird. Schnell beginnen die beiden sich anzufreunden und ineinander zu verlieben. Luisa schöpft dank Thursen neuen Lebensmut, doch Thursen verbirgt ein dunkles Geheimnis…

Ich habe selten ein so facettenreiches Buch gelesen. Es war als würde man durch ein Farbprisma schauen und die verschiedensten emotionalen Abgründe würden einem mit einer verstörenden Schönheit entgegen leuchten. Schwierige Themen werden hier so poetisch verpackt, dass es einem eine Freude ist, sich mit ihnen auseinander zusetzen. Tod und Leben, Erinnern und Vergessen, Liebe und Hass, Vertrauen und Misstrauen, Schmerz und Heilung, Unsicherheit und Selbstvertrauen verweben sich zu einem einzigartigen Gefühlsteppich, der den Leser einbindet und ihn förmlich mit der Handlung verflechtet. Der Leser leidet mit, spürt Depression, Unsicherheit und Verzweiflung und wird mit den Gefühlen der Ich-Erzählerin Luisa mitgerissen.

Der Schreibstil der Autorin führt die Geschichte hin zur Perfektion. Die Handlungsorte und die Charaktere werden so schön beschrieben, dass man alles vor sich sehen kann. Man riecht den Waldboden und spürt den Regen auf der eigenen Haut und findet sich selbst den Charakteren gegenüberstehend. Die Handlung wird dabei kein einziges Mal langweilig und die Spannung bleibt bis zum Schluss erhalten, da durch die Ich-Perspektive Luisas viele Leerstellen entstehen, die auch der Leser nicht zu füllen vermag.

Nach der Leseprobe habe ich ein typisches Teenagerbuch erwartet, aber es kam doch ganz anders. Hier finden wir nicht die typischen strahlenden, mysteriösen Helden wie wir sie aus anderen Romanen kennen. Vielmehr sehen wir hier endlich einmal Teenager mit echten Gefühlen, voller Unsicherheit und Angst vor dem Leben, die sich nicht in einer magischen neuen Welt wiederfinden, sondern ihre Welt neu entdecken. Die nicht perfekt aussehen, sondern vielmehr vor Narben und Dreck starren. Die zwar die Liebe finden, aber noch nicht richtig mit ihr umzugehen wissen…

Ich bin wirklich gespannt wie diese Buchreihe weitergehen wird, den ersten Band kann ich zumindest uneingeschränkt empfehlen!

Copyright © 2011 by Yvonne Rheinganz

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