Schattengräber

Storm Constantine
Schattengräber

Heyne Verlag
Erscheinungsjahr 1995
668 Seiten
(sfbentry)

Ist das nicht, falls, ein fürchterliches Pseudonym? So richtig kitschig und viktorianisch -und damit passend zur Geschichte zwischen diesen Buchdeckeln. Vom Verlag als Fantasy gekennzeichnet, handelt es sich m.E. mehr um eine Horrorstory – keine klassische, zugegeben. Diese Erde hier, steckengeblieben in einem ewigwährenden 19ten Jahrhundert, ist ganz offensichtlich eine Parallelwelt – gotic bis zu mysteriösen Götterstatuen, Katakomben, Geistern und Königsgräbern. Und, um es vorwegzunehmen, solange sie Bestand hatte (668 Seiten lang), habe ich mich dort ausgesprochen wohl gefühlt. Der gute Constantine ist ein ansprechender Autor, auch wenn die Stimme der menschlichen „Seelenlandschafterin“ mir sehr viel schwächer erschien als die Gimels, der Vampirin.

Jawohl, sie sind unter uns, die Vampire. Gut versteckt als dekadente, inzestuöse, sex- und machtgierige (köstlich: Avirzah´e und Papa Metatron)… Künstlerdynastien; gegen den gewöhnlichen Mob auf der Straße, sprich: das gesunde Volksempfinden, behütet von ihren Mäzenen. Menschliche Familien, stolz darauf, sie mit ihrem Blut zu nähren. Reiche, adlige Familien: praktischerweise an der Regierung.
Doch ist leider auch in diesem Staate etwas faul: überflüssigerweise und höchst verstörend werden die durstigen Unsterblichen zunehmend vom Suizid angekränkelt. Das macht Angst, wenn mensch (pardon!) eine junge Vampirin ist. Und so macht sich Gimel mit ihrem echt heißgeliebten Bruderherz Beth auf die Reise, nicht zuletzt in die Untiefen ihrer eigenen bleichen Seele. Therapie ist angesagt… aber die Psychologen dieser Welt, die empathisch-telepathisch begabten Seelenlandschafter, erweisen sich erst einmal nur als Vampirfutter – weil nicht widerstandsfähig genug. Ein Kind muß gefunden werden, besonders ausgebildet. Das kostet Zeit… Und – das kennen wir ja schon aus zahlreichen Plots – die wird zum Ende ganz schön knapp. Und mehr wird hier nicht verraten.

Trotz einiger Hänger bleibt „Schattengräber“ originell und innovativ bis zum Schluß. Letztendlich sind Vampire auch nur Engel – oder Vorlonen? Häh? Selberlesen, sage ich. (AH)

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Schattengräber.

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