Soraja: Im Licht des Mondes

sorajaMelissa Ratsch
Soraja: Im Licht des Mondes

Zaria Prophetia Verlag, Bremen, 03/2010
TB, Fantasy
ISBN 978-3-941511-06-4
Titelillustration von Kristina Gehrmann

www.zaria-prophetia.com
www.melissa-ratsch.de
www.mondhase.com
www.kunstnet.de/herzknochen/
www.elfwood.com/~maidith

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Soraja ist eine ‚Gelak’, eine Ausgestoßene unter den Menschen. Da sie über eine Furcht einflößende Gabe verfügt: Sie ist eine Seherin. Sorajas zweifarbige Augen brandmarken sie schon von weitem als eine des verfluchten Volkes. Ihre Ziehmutter Katara sowie der Blinde Quentin kümmern sich um Soraja, da sie sonst an der Herzlosigkeit und dem Hass, der ihr oft entgegen gebracht wird, zerbrechen würde. Die Seherin hat gelernt, ihre Gefühle zu kontrollieren und ihre Visionen in schöne Worte zu kleiden. Sie weiß, wäre sie nicht eine so gute Seherin und würde sie überdies nicht noch über die Fähigkeiten des Heilens verfügen, wäre sie schon längst auf dem Scheiterhaufen gelandet.

So reiht sich ein Tag an den anderen, und sie ist glücklich mit ihrer kleinen Familie. Da tritt Lorelei in ihr Leben. Von Soldaten, die sie um den Zoll betrügen wollten, geblendet, taumelt sie durch Pelonia. Quentin und Soraja erbarmen sich ihrer und nehmen sie ebenfalls in ihre Familie auf. Lorelei entpuppt sich als wahrer Wirbelwind und reißt mit ihrem Temperament auch die so ruhige Soraja mit. Als die geblendete Lorelei ihr Augenlicht wiedererlangt, gibt es eine große Überraschung für alle Beteiligten, die das Leben von Soraja gehörig auf den Kopf stellt. Hier mehr zu verraten würde die Geschichte vorwegnehmen.

Wer Action und ‚Hau drauf’-Genres im Sword & Sorcery-Stil erwartet, dürfte von diesem Roman enttäuscht werden. „Soraja: Im Licht des Mondes“ ist die Geschichte einer außergewöhnlichen Frau, die mit ihrem Mut und ihren Freunden zu sich selbst findet und endlich wieder Hoffnung schöpft, ein einigermaßen normales Leben führen zu dürfen. Die eher ruhige Geschichte trifft einen mitten ins Herz. Die Sehnsüchte von Soraja und Lorelei ähneln doch sehr dem, was sich auch noch so emanzipierte Frauen unseres Zeitalters heimlich erhoffen.

Mit großem Einfühlungsvermögen beschreibt Melissa Ratsch ihre einzelnen Protagonisten, so dass diese dem Leser sehr schnell ans Herz wachsen. Der Erzähl-Stil der Autorin ähnelt sehr dem von Marion Zimmer Bradley, einer Autorin, die mit ihrem „Darkover-Zyklus“ und der „Avalon-Saga“ unvergesslich bleiben wird. Jeder Fan von Büchern wie „Atlantis“ oder „Avalon“ wird an dieser Story Freude finden. Wer gute Geschichten über außergewöhnliche Frauen aus verschiedenen Epochen im Fantasy-Gewand mag, wird von diesem Band begeistert sein. Viele Mädchen und Frauen werden sich, gerade was die Gefühlswelt der Hauptpersonen angeht, mit diesen leicht identifizieren können.

„Soraja: Im Licht des Mondes“ ist ein abgeschlossener Band und wendet sich in erster Linie an Leserinnen ab 14 Jahren, die starke Frauen-Charaktere und nachvollziehbare phantastische Geschichten schätzen. Ein außergewöhnliches Buch, das Lust macht, mehr von der Autorin zu lesen!

Copyright © 2010 by Petra Weddehage (PW)
 
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