Talisman – Die magische Suche

Talisman – Die magische Suche
4. Edition

Brettspiel
Pegasus Spiele in Kooperation mit Heidelberger Spieleverlag
Spieldesign: Robert Harris und Rick Priestley
Illustrationen: Ralph Hoarsley, Massimiliano Bertolini und Jeremy McHugh
Inhalt: 1 Spielbrett, 14 Charakterkarten, 104 Abenteurerkarten, 24 Zauberkarten, 28 Erwerb-Karten, 4 Talisman-Karten, 4 Gesinnungswechsel-Karten, sechsseitiger Würfel, Goldmünzen, Lebensmarken, Regeln; für 2-6 Spieler
ab 9 Jahren
Spieldauer: 90 Minuten
ISBN 978-3-939794-50-9

(sfbentry)

„Talisman“ ist ein Kultspiel aus den frühen 80er Jahren und wurde von verschiedenen Verlagen immer wieder neu aufgelegt, so auch 2008 von Pegasus Spiele in Kooperation mit dem Heidelberger Spieleverlag. Aufmachung und Inhalt wurden bei der Gelegenheit überarbeitet und in eine schicke und stabile Kartonschachtel verpackt.

In „Talisman – Die magische Suche“ versuchen zwei bis sechs Spieler die Krone der Macht zu erringen. Dabei müssen sie sich in drei unterschiedlichen und gefährlichen Regionen gegen ihre Mitspieler behaupten und einen Talisman suchen, der als Schlüssel zur Krone dient.

Hierzu stehen den Spieler vierzehn verschiedene Charaktere zur Verfügung, die alle über unterschiedliche Werte und Fähigkeiten verfügen. So kann der Krieger mit zwei Waffen gleichzeitig umgehen, der Dieb seinen Mitspielern Sachen stehlen und die Magierin Zauber schleudern. Das bisschen Anfangsgold und die Startwerte können im Spiel aufgewertet werden. Außerdem hat jeder Charakter eine Gesinnung, die sich im Spiel ebenfalls ändern kann.

Nach dem Aufbau des Spiels wird in Runden gezogen. Ist ein Spieler an der Reihe würfelt er einen der beigelegten Würfel und zieht die Augenzahl entweder im oder gegen den Uhrzeigersinn. Die Wahl der Richtungen ist ein taktisches Element, trotzdem muss man sich auf sein Glück verlassen, um ein gewünschtes oder benötigtes Feld zu erreichen. Ist einem die Pechmarie hold, hüpft man andauernd an seinem Ziel vorbei.

Auf einem Feld angelangt kann man einem der dortigen Spieler begegnen und ihn dann bekämpfen, oder man zieht eine vorgegebene Anzahl an Abenteuerkarten, die in einer bestimmten Reihenfolge abgearbeitet werden müssen. Auf den Spielfeldern kann man somit Monstern begegnen, Schätze finden oder Ereignisse lostreten. Was genau zu machen ist, steht auf den gezogenen Karten jeweils drauf.

Auf einigen Felder werden keine Karten gezogen, sondern gibt es spezielle Regeln. So kann man im Dorf einkaufen gehen, in der Taverne sein Gold verspielen oder sich in den Felsspalten verlaufen. Wer Pech hat wird gar in eine Kröte verwandelt und verliert alle seine Habe – was zu Frust führen kann. „Talisman“ ist eindeutig ein Glücksspiel, denn die taktischen Komponenten sind stark eingeschränkt. Das sollte man vor Spielbeginn bedenken.

Die Anleitung ist leicht verständlich geschrieben und oftmals unfreiwillig komisch. Vor allem wenn vom töten oder verführen der Mitspieler die Rede ist, anstatt konsequent von der Spielfigur oder dem Charakter zu reden. Das Töten der anderen Charaktere ist jedenfalls Bestandteil des Spiels. Immerhin will man seinen Gegnern ja ordentlich eins auf die Mütze geben. Und wer die Krone der Macht erringen möchte, muss am Ende eh alle anderen Spieler aus dem Rennen werfen. Ein vorzeitiger Charaktertod ist übrigens keinesfalls gleichbedeutend mit dem Ende des Spiels, da man mit einem neuen Charakter wieder einsteigen darf – jedenfalls bis zu einem gewissen Punkt.

Sind die Regeln erst einmal verstanden, schreitet das Spiel zügig und schnell voran. Trotzdem sind die auf der Schachtel angegebenen neunzig Minuten mit Vorsicht zu genießen, vor allem bei mehreren Spielern. Da kann es schon mal einige Stunden länger dauern, bis der Sieger feststeht. In der Anleitung finden sich jedoch optionale Regeln, um den Spielverlauf zu beschleunigen.

Bei der Ausstattung wirkt alles sehr stimmig. Die Charaktere werden alle als Plastikfiguren dargestellt, wobei es kleine Abweichungen in den jeweiligen Darstellungen gibt. Man möge sich nur mal den Krieger und seine Waffe ansehen. Die Spielmarker für Lebenspunkte, Talente und Stärke werden durch kleine Kegel dargestellt, die man bequem aufeinander stapeln kann. Bei diffusem Licht sind jedoch die blauen kaum noch von den grünen Kegeln zu unterscheiden. Außerdem ist es schwer die kleinen Plastikdinger zu packen, falls man etwas größere Finger hat oder vorher in die Chipstüte griff. Das Plastik ist nämlich sehr glatt und die Form unterstützt das Abrutschen.

Sobald die Spieler mit ihren Figuren die erste, äußere Region erkundet haben, können sie sich weiter ins Zentrum wagen. War es zu Beginn schon gefährlich, wird das Überleben nun sehr schwer, da die Felder gemeine Besonderheiten haben. Bei mehr als vier Spielern kann es zudem Probleme mit den Talismanen geben, da nur vier davon im Spiel vorhanden sind. Nun muss erst recht den anderen Charakteren Hab und Gut genommen werden. Das geschieht übrigens durch Stehlen oder einem gewonnen Kampf. Tote Charaktere lassen gar alles liegen, bis es ein anderer Charakter aufhebt.

Im Zentrum des Spielfelds wird es besonders gefährlich. Hier hilft nur noch die Kombination aus Glück und Ausbau weiter. Zu wenig Stärke, Talent oder Ausrüstung und man kommt kaum noch voran oder wird gar zurückgeworfen. Immerhin darf man nur noch ein Feld pro Runde rücken und als Gegner lauern – unter anderem – der Tod und Werwölfe.

„Talisman“ ist ein sehr witziges und gutes Spiel, bei dem man sich vor allem auf sein Glück verlassen muss. Der Unterhaltungsfaktor ist jedenfalls sehr hoch und im Laufe des Spiels wird eine regelrechte Geschichte erzählt, die spannend und lustig zugleich ist. Genau das Richtige für einen längeren Spieleabend mit guten Freunden.
(Günther Lietz)

Bei Amazon.de
Talisman (Spiel)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.