The Bad Tuesdays: 1. Die verbogene Symmetrie

die-verbogene-symmetrieBenjamin J. Myers
The Bad Tuesdays: 1. Die verbogene Symmetrie

The Bad Tuesdays: 1. Twisted Symmetry, GB, 2009
Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart, 1. Auflage: 8/2009
HC mit Schutzumschlag, Jugendbuch, Urban Fantasy
ISBN 9783772525018
Aus dem Englischen von Alexandra Ernst
Titelillustration von Laura Brett
Autorenfoto von N. N.

www.geistesleben.com
www.thebadtuesdays.co.uk/
www.laurabrett.co.uk/

Chass, Box und Splinter sind Waisen – und sie werden gejagt. Weil sie es im Waisenhaus nicht mehr aushielten, sind sie geflüchtet. Die drei wurden zu Straßenkindern, die sich in den Slums der Stadt herumtreiben auf der Suche nach etwas Essbaren. Im täglichen Überlebenskampf wohnen sie mit Gleichgesinnten in der Unterstadt, wo es eine knallharte Hackordnung gibt. Nur der Stärkere überlebt. Die „Bad Tuesdays“, wie sich die Geschwister selber nennen, haben sich gut mit diesem Außenseiterdasein arrangiert. Die Schreckensmeldungen reißen mehr nicht ab. Dauernd verschwinden Straßenkinder und werden nie wieder gesehen. Die Bewohner der Stadt, die ‚ordentliche Häuser und Familien’ haben, verachten die Kinder als Ratten und jagen ihnen Ordnungshüter auf den Hals oder verprügeln die Kinder selber. Niemand greift ein – es ist ja Abschaum, den kann man ruhig wie Dreck behandeln kann.

Bei einer Großangelegten Razzia der ‚Jäger’, wie die Kinder ihre schlimmsten Feinde bezeichnen, werden sogar Hubschrauber eingesetzt. Diesmal gibt es für die Geschwister, trotz allerlei fintenreicher Listen, kein Entkommen. Sie werden gefangen und in die Zentrale gebracht. Dort begegnen sie einer geheimnisvollen Frau. Diese eröffnet ihnen, dass es viele verschiedene Universen gibt: mehrere Realitäten, in denen zwar die gleichen Personen leben wie in dieser Realität, aber unter völlig anderen Bedingungen. Sie fordert Chass, Box und Splinter auf, als Kämpfer gegen die Verbogene Symmetrie zu anzutreten und versichert ihnen, dass sie mit der Zeit schon verstehen würden, wie groß und wertvoll ihre Aufgabe ist.

Die Geschwister müssen sich sofort entscheiden. Entweder sie helfen der Frau – oder sie werden den Jägern überlassen. Dies wäre das Todesurteil für die Drei. Der Überlebenswille der Geschwister ist größer als ihre Angst vor der gefährlichen Zukunft, die ihnen bevorsteht, und so willigen sie in den Pakt ein. Eine abenteuerliche Suche beginnt. Benjamin J. Myers ist es gelungen, eines der brisantesten Themen unserer Zeit in einer SF-Story zu verarbeiten. Jeder hat schon einmal von den Todesschwadronen in Brasilien gehört, die mordend durch die Slums ziehen und vor allem Kinder umbringen. Auch werden viele Personen als lebende Ersatzteillager benutzt; der Organhandel blüht. Dadurch wird einem wieder einmal klar, wie monströs die Handlungsweise der Menschen sein kann. Und das damit nur nicht die reichen und privilegierten ‚Menschen’ gestört werden!

Die drei Geschwister werden mit all ihren schlechten und guten Eigenschaften hervorragend beschrieben. Ihre Handlungsweise ist sehr gut nachzuvollziehen. Wie wirkt sich der Druck der Gesellschaft auf den Einzelnen aus? Dann schiebt der Autor die phantastischen Elemente ein. Nachdem alles verloren scheint, taucht die geheimnisvolle Ethel auf und bietet den Geschwistern einen Ausweg an zu überleben. Danach geht die Story rasant weiter, wobei der rote Faden sich fließend durch die Handlung zieht. Freunde und Feinde werden gut geschildert. Es fällt dem Leser nicht schwer, Box, Chass und Splinter in sein Herz zu schließen. Damit hat der Autor ein außergewöhnliches Buch geschaffen, das seinesgleichen sucht.

Der Umschlag ist in dunklen Farben gehalten, wobei die Blautöne in all ihren Schattierungen überwiegen. Der Schriftzug ist in Silber und erinnert ein wenig an Graffiti. Dies fällt dem Leser sofort ins Auge. Auch die abgerissenen Gestalten der Kinder werden als Schatten gezeigt, so dass man sofort weiß, dies ist kein Friede, Freude, Eierkuchen-Band. Wegen der knallharten und oft sehr grausamen Handlung und Darstellungen von gewissen Szenen ist dieses Buch nur bedingt für ältere Jugendliche geeignet.

Copyright © 2010 Petra Weddehage (PW)
 
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