Tochter des Krieges

Sara Douglass
Tochter des Krieges

Das dunkle Jahrhundert 2
The Nameless Day – The Crucible Book One, USA, 2006
Piper Verlag, München, 7/2008
PB, Fantasy, 978-3-492-70163-1, 404/1690
Aus dem Australischen von Sara Riffel
Titelbildgestaltung von HildenDesign unter Verwendung eines Motivs von shutterstock
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Im späten 14. Jahrhundert herrscht in ganz Europa eine düstere Stimmung. Der schwarze Tod hat ganze Landstriche entvölkert und flammt immer wieder dort auf, wo man am allerwenigsten damit rechnet. Ungeachtet der Leiden der Bevölkerung wüten Machtkämpfe zwischen dem Adel und der hohen Geistlichkeit. Zwischen vielen Ländern tobt Krieg. Schuld daran sind nicht nur menschliche Willkür sondern auch Dämonen, die Könige und Fürsten, Bischöfe und Äbte beeinflusst haben.

In dieser Zeit befiehlt der Erzengel Michael dem jungen Dominikaner Thomas Neville, nach dem verschollenen Vermächtnis des Mönchs Wynkyn de Worde zu suchen und sein Erbe anzutreten. Auf seinen Reisen nach Deutschland und Frankreich bekommt er einen Vorgeschmack auf das Verhängnis, das bereits stillschweigend über die Welt herein gebrochen ist, und die Pflichten, die ihm auferlegt werden sollen. Denn er ist der neue ‚Hüter der Macht’, der als Einziger das Böse dorthin zurück treiben kann, woher es kam.

Doch dann muss er erkennen, dass seine Aufgabe nicht so leicht zu erfüllen ist, wie er dachte. Wynkyns Vermächtnis ist in England, und das bedeutet für ihn, durch das Krieg geschüttelte Frankreich zu reisen und auf der britischen Insel selbst einen Weg zu finden, dem drohenden Kirchengericht zu entgehen, da er seither gegen mehrere Regeln der Dominikaner verstieß.

Zwar findet er recht schnell bei den Truppen und Verbänden des ‚Schwarzen Prinzen’ Schutz, aber das bedeutet für Thomas auch, dass er sich seiner Vergangenheit als Adliger und Ritter stellen muss.

Sein Glauben wird immer wieder durch die Ränkespiele der Adligen um ihn herum, die Verbundenheit zu alten Jugendfreunden und eine Frau, die er nicht mehr aus dem Kopf bekommen kann, auf die Probe gestellt. Ist Lady Margaret eine von den Dämonen verdorbene Hexe, die ihn davon abhalten soll, an das Vermächtnis des alten Mönchs zu gelangen? Oder weiß sie Dinge, die ihm helfen könnten, das magische Buch wieder zu finden?

Thomas muss eine Entscheidung treffen, aber je mehr er Distanz zwischen sich und der jungen Frau zu schaffen versucht, desto näher kommt er ihr.

Wie auch schon im ersten Buch gibt es hier ebenfalls nur sehr wenige phantastische Elemente. Magie wird so gut wie gar nicht eingesetzt, und auch diesmal haben Dämonen und Engel nur wenige direkte Auftritte. Sie handeln indirekt durch die Menschen, die sich ihnen verschrieben haben – auf der einen Seite Thomas, der zwar ein Fanatiker zu sein versucht, aber immer mehr zum Zweifler wird, auf der anderen Seine hochrangige Geistliche und Adlige, die schließlich sogar einem von Dämonen verdorbenen König auf den Thron setzen. Insgesamt wirkt das Buch aber eher wie ein historischer Roman, der sich nicht so recht entscheiden kann, ob er ein mittelalterliches Adelsdrama oder eine Liebesgeschichte darstellen will.

Zwar hat Sara Douglass mit dem britischen Königshof eine weitere Kulisse geschaffen, aber wirklich fesseln konnten die Intrigenspiele in höchsten Kreisen auch diesmal nicht, weil sie lieber auf die gängigen, wenn auch leider nur zu erfolgreichen Klischees setzt – wie den lüsternen und verderbten Prinzen, der durch den Tod des Vaters und Bruders zum König wird, den stoischen Mönch Thomas, der zwar sein Gewand aufgibt, aber auch als Ritter weiter ein engstirniger Fanatiker bleibt, oder die all zu duldende und hilflose Margaret, die ihr Schicksal schweigend hin nimmt.

Auch „Tochter des Krieges“ kann sich nicht wirklich entscheiden, was es nun eigentlich sein möchte: historische Fantasy oder ein Roman aus dem Mittelalter, in dem Intrigen, Leidenschaften und ein paar phantastische Elemente eine Rolle spielen. Dessen sollte man sich als reiner Genre-Fan beim Kauf des Buches bewusst sein. (CS)

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Das dunkle Jahrhundert 02. Tochter des Krieges

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