Zeit der Rache

Cayla Kluver
Zeit der Rache
Alera 2

Allegiance, USA, 2012
Piper Verlag, München, 03/2011
PB mit Klappbroschur, Fantasy
ISBN 978-3-492-70217-1
Aus dem Amerikanischen von Henriette Zeltner
Titelgestaltung von Guter Punkt, München unter Verwendung einer Illustration von Melanie Delon/Repr. by Norma

www.piper-fantasy.de
www.caylakluver.com
www.guter-punkt.de
www.melaniedelon.com

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Weiter geht die Geschichte von Alera, ihrer unerfüllten Liebe zu Narian und dem Krieg der beiden Reiche Hytancia und Cokyris: In Cokyris zwingt der dunkle Overlord Narian, gegen Hytancia in den Krieg zu ziehen – und somit gegen Alera. Die hat auf Geheiß ihres Vaters und gegen ihren Willen den hübschen und eitlen Steldor geheiratet, der eine herrschsüchtige Seite hat. Steldor wurde durch die Hochzeit zum König des Reiches. Wie auch in Band 1 wird auf die „Legende des Blutenden Mondes“ hingewiesen, die den Niedergang Hytancias prophezeit und dass Narian vom Overlord dazu ausgebildet wurde, diesen Niedergang herbeizuführen. Als Steldor erfährt, dass Alera und Narian ineinander verliebt waren, reagiert er bedrohlich und schwört Alera wütend, dass Narian sie nie haben werde, weil sie nun ihm gehöre.

Die Ehe zwischen den beiden gestaltet sich natürlich schwierig, doch der Autorin gelingt es perfekt, ein vielschichtiges Charakterbild von Alera und Steldor und ihrer Beziehung zu zeichnen. So wird man immer mehr gewahr, dass Steldor nicht nur der ungestüme Schönling ist, sondern Alera wahrlich liebt und sich ihr gegenüber wie ein Gentleman verhält, somit auch nicht seine ‚ehelichen Rechte‘ geltend macht. Und Alera wiederum entdeckt durchaus faszinierende Seiten an ihrem Mann und empfindet seine Nähe teilweise sehr wohl als anziehend und verwirrend. Doch sie stellt Steldors Geduld manchmal auf eine harte Probe, durch ihre ungezügelte und unbedachte Art und Verhaltensweisen. Dadurch gerät sie nicht nur mit ihm sondern auch mit ihrem Vater in Konflikt – und was viel schlimmer ist: Sie kann Narian einfach nicht vergessen. Dann wird ihre Schwester Miranna von Cokyriern entführt, denn Alera hatte Narian einst verraten, dass ein Tunnel in den hytancischen Palast mündet. In der Stunde dieser Not, als sie um das Leben ihrer Schwester bangen muss, klammert sich Alera an Steldor, und er beweist durch sein Verhalten erneut, dass er sie wahrhaftig liebt – wie sehr, wird sich erst viel später zeigen …

Eine Botin der Cokyrier taucht auf und will nur mit Alera, der Königin, sprechen. Alera soll sich mit der Hohepriesterin der Cokyrier treffen, der Zwillingsschwester des Overlords. Alera willigt ein, und erscheint mit London und einigen seiner Männer an dem vereinbarten Treffpunkt – und endlich sieht sie dort auch Narian wieder. An der Seite des Feindes. Natürlich geraten sie, wie zu befürchten war, in einen Hinterhalt, der zur Folge hat, dass nun auch London in die Gefangenschaft der Cokyrier gerät. Alera und die anderen Männer können wieder in den Palast fliehen. Dort taucht Narian heimlich auf und bittet Alera, sich mit ihm zu treffen. Von ihm erfährt sie, dass ihre Schwester einzig aus dem Grund entführt wurde, damit der Overlord Narian erpressen kann, gegen Hytancia in den Krieg zu ziehen. Aleras Gefolgschaft versucht, Narian in Gefangenschaft zu nehmen, doch dieser entkommt mittels eines magischen Tricks.

Steldor folgt ihm alleine, wütend und enttäuscht wegen Aleras Verrat und rasend vor Eifersucht. Als er unverrichteter Dinge zurückkehrt, sprechen sich Alera und Steldor aus, und Alera gesteht ihrem Mann, dass sie Narian immer noch liebt. Wieder verhält sich Steldor wie ein Ehrenmann und schlägt ihr eine reine Zweckehe vor, ohne darauf zu pochen, dass sie jemals das Bett mit ihm teilt. Und dann entbrennt der befürchtete Krieg zwischen den beiden Reichen. Mit aller Brutalität geht der Overlord gegen seine Feinde vor. Alera, Steldor und einige Männer müssen aus dem besetzten Palast fliegen. Dabei wird Steldor schwer verletzt ….

Nun stellen sich viele Fragen: Wird Steldor überleben? Wird es den Flüchtlingen gelingen, London und Miranna zu befreien? Und werden sie sich dem Overlord erfolgreich entgegenstellen können? Sehen sich Alera und Narian wieder, und hat ihre Liebe eine Chance? Auf all das gibt Bd. 2 Antworten, und die Autorin hält noch die eine oder andere Überraschung bereit. Dabei schreibt sie erstaunlich versiert und flüssig, bedenkt man das Alter von Cayla Kluver, die es versteht, den zweiten Teil der Trilogie ebenso spannend, kurzweilig und gefühlvoll zu gestalten wie schon der Auftaktband. Nichts vermittelt dem Leser das Gefühl, lediglich einen Interimsband in Händen zu halten, und man fiebert beim Ende des Buches schon dem Folgeband und Ende der Trilogie entgegen, da man wissen möchte, wie es weitergeht.

Das ist phantastische Unterhaltung auf einem sehr guten Niveau und von einer Autorin, die es schafft, dem Leser ihre Charaktere nahe zu bringen. Man fiebert, leidet, liebt und verachtet mit ihnen mit. Auch die Aufmachung des Bandes ist wieder vorbildlich: Buchumschlag, Papierqualität, Satz und Lektorat sind ohne Fehl und Tadel. „Alera – Zeit der Rache“ ist ein spannender, kurzweiliger und gefühlvoller zweiter Teil einer Fantasy-Trilogie, die absolut empfehlenswert ist.

Copyright © 2012 by Alisha Bionda (AB)

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