Die Insel der Dämonen

Torsten Fink
Die Insel der Dämonen

cbt-Verlag, München, 07/2008
TB, Jugendbuch, History
ISBN 978-3-570-30474-7
Titelkonzeption von init.büro für gestaltung, Bielefeld unter Verwendung eines Fotos von David Wall/getty images
Autorenfoto von A. Hoffmann

http://www.cbt-verlag.de

Titel erhältlich bei Booklooker.de

Frankreich 1542: Für die junge Marguerite de La Rocque de Roberval brechen aufregende Zeiten an. Denn ihr Onkel Jean-Francois de La Roque de Roberval wurde vom König beauftragt, zum Ruhme Frankreichs in Kanada, den nördlichen Regionen der neuen Welt, eine Kolonie zu gründen und diese als Vizekönig und Generealleutnant zu regieren. Schon malt sich Maguerite ihr Leben als zukünftige Vizekönigin aus, als sie den jungen Leutnant Henri Fourraine kennen lernt und sich in ihn verliebt. Eine Beziehung, die aufgrund des Standesunterschieds keine Zukunft hat, doch Maguerite will nicht hören. Und so kommt es, wie es kommen muss.

Trotz aller Bemühungen der treuen Amme Damienne, die beiden Jungverliebten voneinander fernzuhalten, werden sie auf der Überfahrt nach Kanada von ihrem Onkel Jean-Francois de Roberval in Flagranti ertappt. Als Strafe für diese nicht standesgemäße Liaison werden die beiden Liebenden und Damienne auf der nächsten bewohnbaren Insel, der „Insel der Dämonen“, ausgesetzt, wo sie fortan einen harten Kampf um ihr Überleben führen müssen. Doch nicht nur Hunger und Kälte machen den drei schwer zu schaffen. Auch die seltsamen Geräusche und Stimmen, die sie immer wieder hören, lassen ihnen das Leben zur Qual werden. Sollte die Insel der Dämonen ihren Namen zu Recht haben?

„Die Insel der Dämonen“ ist das erste Buch des 1965 geborenen deutschen Autors Torsten Fink, der seit dessen Veröffentlichung allerdings vor allem mit seinen beiden neueren Fantasy-Trilogien um die „Tochter des Magiers“ und den „Sohn des Sehers“ Aufmerksamkeit erregte. Auch wenn der dramatische Titel des Buches anderes vermuten lässt: „Die Insel der Dämonen“ ist weder ein Fantasy- noch ein Horror-Roman, sondern beruht auf der wahren Geschichte der Marguerite de La Rocque de Roberval, welche im Jahr 1542 zusammen mit ihrem Liebhaber von ihrem habgierigen Onkel auf der Île des Démons (Insel der Dämonen) vor Neufundland ausgesetzt wurde. Gute zwei Jahre lang musste sie dort in der Wildnis überleben, bis endlich Fischer sie fanden und retteten.

Eine an sich sehr spannende Geschichte, auf die sich der Autor Fink bezieht. Dennoch ist es leider genau dieser reale Hintergrund, an dem das ganze Buch letztendlich irgendwie krankt. Denn für ein historisches Sachbuch zu pathetisch und für einen wirklichen History-Roman zu trocken erzählt, ist „Die Insel der Dämonen“ weder Fisch noch Fleisch und schafft es mit ihrem zu gleichmäßigen, etwas plätschernden Erzählstil nicht wirklich mitzureißen. Größere Spannungsbögen oder Höhepunkte fehlen leider völlig, und auch die Charaktere sind insgesamt zu wenig sympathisch, als dass man ihrer Rettung entgegen fiebern mag. Immerhin muss man dem Autor zu Gute halten, dass er die Geschichte von Marguerite de La Rocque de Roberval gut recherchiert und nur wenige Änderungen und Anpassungen bei der Adaption vorgenommen hat.

Seine Beschreibungen des Überlebenskampfes der drei Gestrandeten wirken realistisch, und auch seine Bemühungen, den damaligen Zeitgeist und die politischen Spannungen einzufangen, sind durchaus gelungen. Torsten Finks Schreibstil selbst ist flüssig und auch gut zu lesen, und insofern könnte „Die Insel der Dämonen“ vielleicht noch eine schöne Abwechslung für Leser sein, die sonst eher Sach- und Geschichtsbücher bevorzugen. Alles in allem ist „Die Insel der Dämonen“ von Torsten Fink also das richtige Jugendbuch für alle geschichtlich interessierten Leser, die weder große Highlight noch Showdowns erwarten, und eine nette Abwechslung für diejenigen, die die neueren Werke Finks kennen und mögen.

Copyright © 2011 by Birgit Scherpe (BS)

Titel erhältlich bei Booklooker.de

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