Die Kuppel des Himmels

Sebastian Fleming
Die Kuppel des Himmels

(sfbentry)
Bastei Lübbe
ISBN 9783404164905
Historischer Roman
Originalausgabe 2010
Umschlaggestaltung HildenDesign, München
Taschenbuch 672 Seiten

www.luebbe.de

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Zum Autor

Sebastian Fleming ist, genau wie Nicholas Lessing, eines der Pseudonyme, unter denen der Autor Klaus-Rüdiger Mai seine Romane auf den Markt bringt. Er stammt aus Sachsen-Anhalt, studierte in Halle Germanistik, Geschichte und Philosophie. Er ging zum Theater und schaffte es unter dem als Kommissar Ehrlicher bekannten Peter Sodann zum Dramaturgen. Seine Veröffentlichungen reichen von Sachbüchern, wie etwa der Biografie von Michail Gorbatschow oder auch der von Papst Benedikt XVI. – beide aus dem Jahr 2005 auch zu historischen Romanen. Diese erscheinen als Abgrenzung zu seinen Sachbüchern unter einem der beiden Pseudonyme. 2009 kam sein erster diesbezüglicher Roman, der sich mit der Varusschlacht am Teutoburger Wald neun Jahre nach Beginn der christlichen Zeitrechnung beschäftigt, auf den Markt. Doch Mai ist nicht nur der Buchwelt ein Begriff. Er war als Autor und Produzent beim Fernsehen tätig. Von ihm stammt etwa die Idee der Kindersendung Schloss Einstein oder er machte beispielsweise auch eine 3teilige Dokumentation über die Zeit der Inquisition. 2005 kehrte er dem Fernsehen jedoch den Rücken und wandte sich ganz dem Schreiben zu. Der Autor verbindet dabei Dichtung und Wahrheit, flicht gut recherchierte Ergebnisse in seine Sachbücher und Romane ein.

Zum Buch / Meine Meinung

Das Cover von Die Kuppel des Himmels gibt den ersten, recht genauen Hinweis, worum es im Buch geht. Es zeigt die Kuppel des Petersdoms und ein paar auffliegende Vögel, die genau wie der Name des Autors und der Titel des Buches glänzend und leicht erhaben gedruckt sind.

Fleming macht es einem anfangs etwas schwer, ihn ins Rom der Renaissance zu begleiten. Er lässt den Leser bereits in den ersten Kapiteln unzählige Figuren begegnen, ja führt quasi fast kaleidoskopartig ein. Alle sind an dem beteiligt, was seinen Lauf nimmt, weil der alte Petersdom zusehends verfällt und einer der damaligen Päpste, Julius II., den Auftrag für eine neue Basilika erteilt, in der er seine letzte Ruhe finden will. Diese Basilika soll gewaltiger werden, als alles, was jemals im Abendland erbaut wurde. Nicht nur, dass es im Rom des Abendländischen Schismas mit seiner geteilten Kirche und mehreren gewählten luxus- wie herrschsüchtigen Päpsten Gegner gibt, die den Bau um jeden Preis verhindern wollen. Der von Julius II. beauftragte Baumeister Bramante hat auch einen handwerklichen Konkurrenten, der ihm gefährlich werden kann: Michelangelo. Er ist jünger als Bramante und eigentlich nur Bildhauer, trotzdem fällt es schwer, ihn zu übersehen oder es wäre fatal, ihn zu unterschätzen. Sein Entwurf hat eine Kuppel, so weit wie der Himmel – womit der Buchtitel einen weiteren Hinweis liefert.

Wie gesagt, der Anfang ist etwas schwer, zieht sich und verwirrt. Doch wer durchhält, wird durchaus belohnt, denn die Geschichte gewinnt mit zunehmendem Verlauf. Der Autor versucht nicht zwingend, den über ein Jahrhundert währenden Dombau in seiner Geschichte in den Vordergrund zu stellen. Doch auch wenn die Geschehnisse um und mit Julius II., Bramante und Michelangelo den Großteil der Geschichte ausmachen (die es als Hauptakteure zu den vielen Nebenfiguren gibt, welche zusätzlich auf Nebenschauplätzen in Nebenhandlungen agieren) – sie sind nur Träger und Vermittler des roten Fadens zum eigentlichen Hauptcharakter: Der omnipräsenten Kuppel des neuen Petersdoms. Dies wird schon durch die in der Geschichte enthaltenen Zeitsprünge klar. Die Figuren hauchen dem an sich nicht lebendigen Bau nur so etwas wie Leben ein.

Das Handeln der trotz ihrer Vielfalt relativ klar gearbeiteten Figuren zeichnet ein gut nachvollziehbares Bild der damaligen Zeit. Intrigen, politischen Verwirr- und Ränkespiele, die Plünderung Roms, schemenhaften Geheimbünde, die Beschreibung des Handwerks und der mit dem Bau verbundenen Schwierigkeiten – alles trägt zu der atmosphärischen Dichte bei, die Fleming in seinem Roman webt. Die Seiten sind gefüllt mit vielen kleinen Handlungssträngen, die von ihm zu einem großen geflochten werden.

Fazit

Nicht ganz flüssig zu lesen, obwohl der Autor durchaus eine flüssige Sprache wählt. Kein Buch zur reinen Entspannung, da es viele Charaktere und Nebenschauplätze darin gibt. Wer sich für Geschichte interessiert, wird hier gut bedient, zumal Fleming die eine oder andere eher unbekannte Begebenheit wiedergibt. Alles in allem ein spannendes Buch, wenn man durchhält, für das ich vier von fünf Punkten vergeben möchte.

Copyright © 2011 by Antje Jürgens (AJ)

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