Die Seelenfotografin

Charlotte Freise
Die Seelenfotografin

(sfbentry)
rororo
Rowohlt Taschenbuch Verlag
ISBN 978-3-499-25512-0
Historischer Roman
Originalausgabe November 2010
Umschlaggestaltung ani.way, Sarah Heiß
Foto: plainpicture/fStop, akg-images
Umfang: 320 Seiten

www.rororo.de
www.karla-schmidt.de

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Zur Autorin:

Hinter dem Pseudonym Charlotte Freise verbirgt sich die Autorin Karla Schmidt. Sie wurde 1974 in Göttingen geboren und lebt heute mit Mann und zwei Töchtern in Berlin, wo sie ihr Kultur-, Theater- und Filmwissenschaftsstudium abschloss. 2009 erhielt Karla Schmidt den Deutschen Science-Fiction-Preis für die beste Kurzgeschichte.

Zum Buch:

Mit „Die Seelenfotografin“ entführt uns die Autorin in das Berlin der Gründerzeit.

Ruven lebt als Waisenjunge bei einem herumziehenden Fotografen, der sein Können als Fotograf in einer Art und Weise ausübt, die dem Jungen nicht behagt. Daher lässt Ruven sich auch leicht davon überzeugen als Gehilfe des ehrgeizigen Doktor Greipel in dessen Klinik Fotos von Kranken zu machen. Er erhofft sich ein gesichertes Einkommen und eine Heimat, die ihm bislang verwehrt geblieben ist.

Im Rahmen seiner Tätigkeit lernt Ruven die junge Isabel kennen, die aufgrund eines Nervenleidens an den Rollstuhl gefesselt ist. Isabel ist hochintelligent, aber ihr Körper ist erheblich beeinträchtigt. Die Untersuchungen und Forschungen durch Dr. Greipel in dessen Klinik machen die Lebenssituation der jungen Frau nicht gerade erträglicher. Dies hat Peter, der in Isabel verliebt ist und zusammen mit seiner Mutter in der Nachbarschaft von Isabel und der alten Anna lebt, schon recht schnell erkannt. Wo es nur geht, versucht er der jungen Frau zu helfen. Diese aber hat ihrerseits nur noch Augen für den jungen Ruven.

Charlotte Freise bzw. Karla Schmidt erzeugt in ihrer Geschichte eine bedrückende Stimmung, die auf den Leser eine solche Faszination ausübt, dass sie einerseits zwar abschreckt, aber noch viel mehr dazu aufruft weiter zu lesen und sich auf die Charaktere des Buches einzulassen. Die  Handlung spielt in einer Zeit, die von Armut geprägt ist. Jeder ist froh, wenn er etwas zu essen auf dem Tisch hat und die nötigsten Dinge des Alltags erwerben oder auf sonstige Weise erhalten kann. Dennoch gibt es hier Menschen, die einander Mut machen und die Hoffnung nicht aufgeben. Menschen wie Elfi, die versuchen das Beste aus allem herauszuholen.

Im Gegensatz zu Elfi ist Isabel ein Mensch, der zwar einerseits zu bemitleiden ist, aber von sich selbst dann doch so überzeugt ist und mit einer solchen Überheblichkeit auftritt, dass man als Leser völlig zwiegespalten zurückbleibt. Ihre Intelligenz und ihr streben nach Erfindung einer Seelenplatte können mir als Leserin da auch keine positive Emotion entlocken.

Das Ende der Geschichte ist nicht alltäglich, es erstaunt und passt doch hervorragend zur erzeugten Stimmung. Ein Buch, das herausragt mit Charakteren, die auf eine unangenehme Art faszinieren und eine Welt, die uns so nah und doch so fremd ist.

Copyright © 2010 by Iris Gasper

Titel erhältlich bei Buch24.de
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