Hüter der Macht

Rainer M. Schröder
Hüter der Macht
Die Medici-Chroniken 1

Arena Verlag, Würzburg, 01/2010
HC mit Schutzumschlag
Jugendbuch, Thriller 6350
ISBN 978-3-401-06350-8
Titelillustration von Klaus Steffens

www.arena-verlag.de
www.rainermschroeder.com

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Die Leidenschaft des 1951 geborenen Rainer M. Schröder gehört den historischen Romanen für Jugendliche und Erwachsene. Und so hat er sich diesmal dem Florenz der Renaissance zugewandt und damit den Medici. „Hüter der Macht“ ist der Auftakt einer Trilogie um das berühmte Kaufherren-, Bankier- und Fürstengeschlecht, das genügend Spuren in der Geschichte hinterlassen hat.

Im Jahr 1427 ist der junge und begabte, aber mittellose Sandro auf dem Weg nach Florenz. Er hofft, dort in einem der großen Häuser unterzukommen, als was, das weiß er nicht, da er sowohl rechnen, lesen und schreiben als auch leidlich kämpfen kann. In seinen Träumen hofft er, bei den Medici unterzukommen, aber noch ist er diesem Ziel entfernter als je zuvor. Kurz vor der Stadt beschützt er eine Sklavin namens Tessa vor der Brutalität und Willkür einiger Männer. Noch ahnt er nicht, dass dies eine schicksalhafte Begegnung ist. Zunächst einmal nimmt er allerdings einen Auftrag an, der ihn auf das Land der Medici führt. Da Sandro dabei ein Attentat auf Cosimo di Medici verhindert und diesem auch noch glaubhaft erklären kann, dass er den Medici bereits seit seiner Geburt verbunden ist, wird sein Traum schneller wahr, als er dachte.

Zunächst dient er als Lehrling in einer Woll-Bottega in der Stadt. Das gibt ihm die Gelegenheit, sich nach Tessa umzusehen, die mittlerweile die Zofe der Tochter einer anderen wohlhabenden Familie geworden ist. Im Schatten der Intrigen und politischen Wirren, die Florenz zwischen 1427 und 1434 heimsuchen und den Grundstein für die spätere Macht der Medici legen, wächst ihre Liebe zueinander, und sie versuchen, sich so oft zu sehen, wie sie können. Das wird jedoch schwerer, als Tessas Herrin die Gemahlin eines Parteigängers der mächtigsten Medici-Feinde wird und dieser irgendwann erkennt, wie er die Gefühle Sandros ausnutzen kann, um seine Intrigen gegen Cosimo di Medici zum Erfolg zu bringen …

Zwar spielen auch die politischen Ereignisse und Winkelzüge eine wichtige Rolle in „Hüter der Macht“, aber mindestens genauso viel Raum wendet Rainer M. Schröder auf, um das Leben im Florenz des 15. Jahrhunderts zu schildern. Sandro, Tessa und die einfachen Leute um sie herum stehen beispielhaft für die Möglichkeiten, die junge Männer ohne Familie und gerade Frauen damals hatten und wie sehr sie der Willkür ihrer Herren ausgesetzt waren, vor allem die Mädchen. Die Protagonisten erleben auch die Intrigen und Machenschaften der Oberschicht hinter den Kulissen mit. Hin und wieder schimmert zwar modernes Denken dabei durch, aber der Autor achtet sehr genau darauf, dass die Figuren im Rahmen ihrer Möglichkeiten bleiben. Die wenigsten Charaktere sind weder nur gut oder nur böse. Cosimo di Medici und seine Feinde schenken sich nichts, wenn es um das Erreichen der Ziele geht – man hat manchmal das Gefühl, dass die Methoden der italienischen Mafia, was die Einschüchterung von Leuten und die Bestrafung von Verrätern angeht, hier ihren Anfang nahmen. Daher geht es manchmal recht brutal im Roman zu. Auch sind die Intrigen und Machenschaften sehr komplex geschildert, so dass sich das Buch an eher ältere Jugendliche und Erwachsene richtet.

Alles in allem ist „Hüter der Macht“ ein sehr gelungener Roman, der die geschichtlichen Ereignisse nicht nur verständlich und nachvollziehbar aufbereitet, sondern auch dem Florenz des frühen 15. Jahrhunderts Leben und Farbe verleiht. Dabei vergisst der Autor nicht, eine spannende und abwechslungsreiche Handlung zu erzählen, die hin und wieder für eine Überraschung gut ist, so dass man das Buch nur ungern aus den Händen legt, hat man erst einmal angefangen zu lesen.

Copyright © 2010 by Christel Scheja (CS)

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