Madame ist leider verstorben

Claude Izner (Liliane Korb und Laurence Lefèvre)
Madame ist leider verstorben
Victor Legris 1

Mystère rue des Saint-Pères, Frankreich, 2003
Pendo Verlag in der Piper Verlag GmbH, München, 09/2010
HC mit Schutzumschlag und Lesebändchen
Histo-Krimi
ISBN 978-3-86612-249-9
Aus dem Französischen von Gaby Wurster
Titelgestaltung von HildenDesign, München
Karte von N. N.
Autorenfoto von Hannah-10/18

www.pendo.de
http://claudeizner.free.fr

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Paris 1889: Auf der Weltausstellung stirbt eine ältliche Gouvernante, offenbar an dem giftigen Stich einer Biene. Sie soll nicht das einzige Opfer bleiben, über das die Presse, insbesondere die neue Tageszeitung ‚Passe-partout‘, berichtet. Der Buchhändler Victor Legris, der regelmäßig Artikel für den ‚Passe-partout‘ schreiben soll, ist fasziniert von seiner Kollegin, der Künstlerin Tasha Kherson. Als ihm auffällt, dass sie sich immer in der Nähe der Tatorte aufgehalten hat, fühlt er sich hin und her gerissen zwischen seinen Gefühlen sowie der Hoffnung, dass es sich um einen Zufall handle und seinem Misstrauen, da die junge Frau einige Geheimnisse zu hüten scheint. Doch auch Victors väterlicher Freund und Kompagnon, der Japaner Kenji Mori, benimmt sich auffällig und liefert so manche Verdachtsmomente. Um die beiden Menschen, die ihm sehr viel bedeuten, zu beschützen, beginnt Victor, Nachforschungen anzustellen, durch die er in große Gefahr gerät.

Claude Izner ist das Pseudonym der Schwestern Liliane Korb und Laurence Lefèvre, die mit „Madame ist leider verstorben“ ihren ersten Paris-Krimi aus der „Victor Legris“-Reihe vorlegen. Der Roman führt ins Frankreich des ausgehenden 19. Jahrhunderts und liefert ein nachvollziehbares Bild der damaligen Zeit, als technische Geräte den Fortschritt beschleunigten und die Frauen aus ihren ursprünglichen Rollen auszubrechen begannen. Neue Druckverfahren verhalfen dem Buch und der Zeitung zu größeren Umsatzzahlen, so dass auch dem Volk eine umfassendere Bildung ermöglicht wurde und sich Nachrichten immer schneller verbreiteten.

Die Hauptfigur Victor Legris ist ein eher traditionsbewusster Herr, der ganz zufrieden ist mit sich und seinem Leben: Der Buchladen läuft gut, ab und zu schreibt er einen kritischen Artikel für den ‚Passe-partout‘, in Kenji Mori hat er einen zuverlässigen Freund und in Joseph Pignot einen beflissenen Angestellten, seiner Geliebten ist er zwar etwas überdrüssig, doch dann tritt die rassige Tasha Kherson in sein Leben. Vor allem Kenjis und Tashas wegen befasst sich Victor, der keineswegs ein Freizeit-Detektiv ist, mit den rätselhaften Morden. Zwischen den Opfern gibt es keine Verbindung, außer dass sie die Weltausstellung besuchten. Einige Hinweise, die ihn der Lösung näher bringen, kosten dem Informanten und beinahe auch ihm das Leben. Erst ganz am Ende des Buchs zieht er die richtigen Schlüsse und deckt die Motive des Täters auf.

Fasziniert folgt der Leser den Geschehnissen, in denen nicht bloß die Morde sondern auch eine Romanze und das alltägliche Leben eine wichtige Rolle spielen. Das und die realen Schauplätze sorgen für eine dichte Atmosphäre. Auf plakative Gewaltszenen wird verzichtet; die Spannung entsteht aus der Situation und den Spekulationen des Lesers heraus. Freilich hätte es Victor einfacher gehabt, hätte er mit den Verdächtigen gesprochen, statt sie zu bespitzeln, doch dann wäre das Buch gewiss viel kürzer ausgefallen.

Mag man historische Krimis und die Stimmung, wie man sie beispielsweise aus Filmen wie „Das Haus der Lady Alquist“ und Serien wie „Das Haus am Eton-Place“ kennt, wird man sich von „Madame ist leider verstorben“ gut unterhalten fühlen und auch den nächsten Band, „Ruhe sanft, mein Herz“, gern lesen.

Copyright © 2012 by Irene Salzmann (IS)

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