Ramses II und die Tauben des Friedens

Maria Regina Kaiser
Ramses II und die Tauben des Friedens

Arena Bibliothek des Wissens: Lebendige Geschichte
Arena Verlag, Würzburg, 06/2010
TB mit Klappbroschur, Jugendbuch, Sachbuch, Geschichte
ISBN 978-3-401-06500-7
Titelbild und Zeichnungen von Klaus Puth

www.arena-verlag.de
www.klausputh.de

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

„Ramses II. und die Tauben des Friedens“ ist nach „Alexander der Große und die Grenzen der Welt“ der zweite Band aus der Feder von Maria Regina Kaiser, die nach ihrem Studium der Alten Geschichte, Archäologie und Hispanistik erst in der Forschung arbeitete und dann freie Autorin wurde. Auch diesmal versucht sie, den jungen Lesern anschaulich nahe zu bringen, wie die Menschen in der Blütezeit des ägyptischen Reiches lebten und der erste niedergeschriebene und erhaltene Friedensvertrag der Weltgeschichte zustande kam.

Gut zwanzig Jahre nach der Schlacht von Kadesch, die militärisch eher als Patt endete, von Ramses II. aber als großer Sieg propagiert wurde, schickt der hethitische König Hattuschili III. zwei Gesandte nach Ägypten. Sie sollen dem Pharao seinen Wunsch nach einem Friedensvertrag und den entsprechenden Entwurf überbringen. Für diese wichtige Ausgabe ausgewählt werden Tili-Teschub und der Schreiber Schubili – Letzterer, weil er während der Schlacht schon einmal mit Ramses in Kontakt kam. Sie nehmen sieben Tauben mit sich, die entsprechende Botschaften an den König in Hattuscha überbringen sollen. Die Briefe berichten nicht nur von den Verhandlungen sondern auch von der Ankunft der beiden Gesandten in Ägypten, ihren Beobachtungen, was die Verehrung des Herrschers durch das Volk, die Götter und die Lebensweise im Land am Nil angeht. Vor allem Schubili, aus dessen Sicht alles erzählt wird, bekommt eine Menge mit und macht interessante – wenn auch nicht immer angenehme – Erfahrungen.

Der Text ist mit entsprechenden Einschüben durchsetzt, die in sachlicher Form weitere Infos zu den bereits in den Geschichten angesprochenen Themen und auch Fotos bieten. Diese vertiefen die verschiedenen Aspekte, die mit der Zeit, dem Ereignis und den Personen einher gehen. Das einzige Manko der Story ist, dass sie sich wieder all zu sehr auf die Ägypter konzentriert und weniger auf die Hethiter, die gerade weil sie so unbekannt sind, das interessantere Volk sind. Ansonsten vermittelt die Autorin das Wissen sehr unterhaltsam und lebendig, führt gerade Kinder und Jugendliche geschickt an das Leben in dieser archaischen Zeit heran und macht damit deutlich, dass Geschichte nicht nur aus politischen Entwicklungen und nackten Zahlen besteht, sondern auch über das Leben vieler unterschiedlicher Menschen erzählt, die in ihrem Wesen nicht viel anders waren als jene der Moderne. Der Text ist mit einem Augenzwinkern abgefasst; immer wieder gibt es auch etwas zu schmunzeln, wenn der Schreiber in ein Fettnäpfchen tappt oder es zwar gut meint, dann aber einen schweren Fehler macht. Allein eine Erfahrung aus seiner Feder ist sehr bitter und auch ein wenig beängstigend. Die frechen Zeichnungen von Klaus Puth tun ihr übriges, um der Geschichte die Schwere zu nehmen.

„Ramses II. und die Tauben des Friedens“ vermittelt ein Stück alter Geschichte sehr anschaulich und lebendig, so dass auch schon junge Leser ab acht Jahren ihren Spaß an dem Sachbuch haben werden, das eine Zeit betrachtet, die bisher nur wenige Bücher genauer unter die Lupe genommen haben.

Copyright © 2010 by Christel Scheja (CS)

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