Vom anderen Ende der Welt

Liv Winterberg:
Vom anderen Ende der Welt

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ISBN 978-3-423-24847-1
historischer Roman
Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG
2. Auflage, München 2011.
448 Seiten

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Zur Autorin:

Liv Winterberg ist 1971 geboren, studierte Germanistik, Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft. Sie arbeitet als Journalistin, Drehbuchautorin und Rechercheurin. Mit ihrer Familie lebt sie in Berlin. ?Vom anderen Ende der Welt? ist ihr erster Roman.

Zum Inhalt:

England, spätes 18. Jahrhundert: Von ihrem Vater, einem Arzt und Wissenschaftler, zur Botanikerin ausgebildet, träumt die junge Mary Linley davon, die Welt zu bereisen. Doch als sie nach dem Tod des Vaters verheiratet werden soll, sieht sie nur eine Möglichkeit, ihrer Berufung zu folgen. Sie gibt sich als Mann aus, um an Bord der Sailing Queen im Stab des Botanikers Sir Carl Belham auf Expeditionsfahrt zu gehen. Die Lebensbedingungen auf See erschüttern sie, denn Entbehrungen, Krankheiten und Tod prägen den Alltag. Dennoch glaubt sie, ihr Ziel erreicht zu haben: Sie erkundet fremde, faszinierende Länder. Erst durch die Liebe zu Sir Carl Belham erkennt sie, dass sie sich für ihre Ideale selbst verleugnet.

Meine Meinung:

Inspiriert vom Leben der französischen Botanikerin Jeanne Baret nimmt uns Liv Winterberg in ihrem Erstlingswerk mit auf die Reise einer jungen Wissenschaftlerin zu sich selbst, in ferne Länder und auf eine abenteuerliche Schiffsreise im 18. Jahrhundert. Die Reise mit der Sailing Queen hat dabei nichts gemeinsam mit einer Kreuzfahrt im 20. Jahrhundert, sondern stellt ein großes Abenteuer dar. Der Leser bekommt Einblick in das raue Leben an Bord, leidet mit bei Äquatortaufe, Tod und Mühsal an Bord. Dies alles erduldet die junge Protagonistin, um ihrem Lebensweg als Botanikerin gehen zu können, natürlich getarnt als Mann. Auch wenn es ein wenig vorhersehbar ist, dass Mary früher oder später als Frau entlarvt wird, fragt sich der Leser bis zum Schluss, ob sie jemals die Freiheit haben wird, ihr Leben als Wissenschaftlerin leben zu können.

Der gute, flüssige, unterhaltsame Schreibstil lässt zu, dass die Figuren authentisch wirken, stellenweise hätte ich mehr über Marys Gefühlswelt erfahren wollen. Ebenso hätten noch mehr Informationen über die faszinierende Inselwelt eingebunden werden können. Ansprechend gestaltet ist das Cover, das exotische Tiere und Pflanzen abbildet.

Insgesamt ein lesenswerter Roman, denn die Vielschichtigkeit der Themen ? Botanik Schifffsexpedition, Liebesgeschichte, Emanzipation der Frau – und die gute Recherchearbeit motivieren zum Weiterlesen. Ein Fortsetzungsroman ist denkbar, denn am Schluss bleiben einige Fragen offen.

Copyright © 2011 by Kirsten Welsch

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