Reconquista

reconquistaGunter Arentzen
Reconquista

Ein Jaqueline Berger Roman 2
vph – Verlag Peter Hopf, Petershagen, 06/2008
TB, Mystery, Horror
ISBN 978-3-937544-06-9
Titelfotos von fotocase

www.verlag-peter-hopf.de
www.Die-Schatzjaegerin.de
www.g-arentzen.de/

Titel erhältlich unter Buch24.de
Titel erhältlich unter Booklooker.de

Die Heldin der Romanreihe war früher einmal als „Die Schatzjägerin” bekannt. Doch Jaqueline Berger haben die letzten Abenteuer zu sehr gezeichnet, so dass sie sich zurückgezogen und diesen gefährlichen Job an den Nagel gehängt hat.

Doch bereits in „Die Türen der Unterwelt“ musste sie schmerzhaft erfahren, dass sie ihrem Schicksal nicht davon laufen kann und vermutlich bis ins hohe Alter hinein dem Ruf des Abenteuers folgen wird, ob sie will oder nicht. Und nun gilt das umso mehr, da ihr Leben und Sterben eng mit einer Macht aus der Vergangenheit verbunden ist. Eigentlich hätte sie tot sein müssen, aber der altägyptische Gott Osiris hat ihr das Leben wieder gegeben und sie dazu bestimmt, von nun an seine Abgesandte auf der Welt zu sein, und in seinem Sinne zu wirken, wenn es notwendig wird. Auch wenn Jacqueline immer noch damit hadert, wieder in der Pflicht zu stehen, so gewöhnt sie sich doch daran, denn der Gott lässt ihr Zeit und Kraft zum Leben. Daher zieht sie sich erst einmal mit ihrer jungen Geliebten Erin zurück und versucht, die ruhige Zeit zu genießen, so lange sie ihr vergönnt sein mag.

Das ist allerdings nicht so einfach, weil sie von nun an nicht mehr alleine ist, da sie die Anwesenheit des Gottes zu jeder Zeit spüren und die drei Teile einer Seele sehen kann. Und nicht zuletzt wird sie immer wieder von heftigen Deja-Vus eingeholt, die sie sich nicht erklären kann. Dann bittet man sie, bei einer Ausgrabung in Peru mit dabei zu sein, um die jungen Studentinnen zu beaufsichtigen, die zum ersten Mal ‚im Feld’ sind. Da Erin ebenfalls zu diesen gehört, nimmt sie an. Auch die Reise nach Peru wird zu einer Rückkehr in die Vergangenheit, denn dort hat sie selbst ihre ersten Erfahrungen gemacht. So ist sie strenger als sonst, um die Studentinnen vor den gleichen Fehlern zu bewahren. Das ist nicht immer ganz einfach, denn neben den Verlockungen des Geldes gibt es auch viele alte ‚Freunde’, die Jacqueline offene Rechnungen vorhalten. Nur wenige stehen so zu ihr wie Sharon, die sie noch aus Israel kennt.

Dann aber ziehen andere Dinge Jacquelines Aufmerksamkeit auf sich. Von Anfang an liegt eine unheilvolle Aura über der Ausgrabungsstätte. Und dann kommt auch noch ein Nebel auf, der einfach nicht natürlichen Ursprungs sein kann. Düstere Magie liegt in der Luft, die nur Eines zum Ziel hat: die Archäologin und ihre Schutzbefohlenen zu vernichten. Um die jungen Frauen zu retten, muss Jaqueline herausfinden, woher all das stammt, und wer sie herauf beschwört. Dabei kommt sie uralten Geheimnissen auf die Spur. Ganz offensichtlich scheint Gunter Arenzen Spaß an der Figur der Jacqueline Berger zu haben, sonst würde er ihre Abenteuer nicht in einer eigenen, wenn auch lose zusammenhängenden Buchreihe fortführen. Man muss „Die Türen der Unterwelt“ übrigens nicht kennen, um „Reconquista“ zu verstehen, da die wichtigsten Informationen in die Geschichte einfließen.

Der zweite Band beginnt wesentlich ruhiger als der erste. Gut ein Drittel des Romans konzentriert sich auf Jacqueline und ihr jetziges Leben. Es werden viele Freunde erwähnt, kurze Blicke auf ihre früheren Abenteuer geworfen, die sie zu dem gemacht haben, was sie jetzt ist: eine vom Leben gezeichnete und zynische Frau, die stellenweise selbst mit sich zu hart umspringt. Zuflucht findet sie nur in den Armen ihrer neuen Gefährtin Erin, die allerdings recht blass bleibt. Auch das Abenteuer selbst ist nicht ganz so actionreich, wie man es gewohnt ist. In Peru begibt sich Jacqueline gleich doppelt auf eine Reise in die Vergangenheit, die in ihr eigenes Leben und in das Reich der alten Götter. So erscheint die Auflösung des ganzen Dramas auch in sich stimmig und nicht ganz aus der Luft hergeholt. Alles in allem mischt der Autor wieder einmal die Romantik der Pulp-Abenteuer mit einem Schuss Realismus, der die ganzen Geschehnisse glaubwürdig und modern erscheinen lässt.

Allein die Spannung leidet ein wenig unter den vielen Reflektionen und Erinnerungen. Die Geschichte ist nicht langweilig, kommt aber nur gemächlich voran, da er sich Zeit nimmt, Motive und Entwicklungen zu beschreiben. Die phantastischen Elemente bleiben eher verhalten und werden nicht unbedingt immer ausgereizt. Wie auch schon „Die Türen der Unterwelt” kann man „Reconquista“ durchaus zur Unterhaltung auf hohem Niveau, die das Flair der Pulp-Geschichten ein wenig aufpeppt und mit Realismus versieht, zählen. Nur fehlt in diesem Band der Horror so gut wie ganz, die Handlung konzentriert sich eher auf die Mystery und das Abenteuer.

Copyright 2010 © by Christel Scheja (CS)

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