Resident Evil 09 – Tödliche Freiheit

todliche-freiheitSuiren Kimura
Resident Evil 09 – Tödliche Freiheit

Biohazard – To the Liberty, Japan, 2002
Panini Comics, Stuttgart, 11/2006
TB, Horror, Action
ISBN 9783833213496
Aus dem japanischen von Burkhard Höfler
Titelgestaltung von tab indivisuell, Stuttgart
Illustrationen von Hiroaki Hashimoto
8 Farbseiten

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„Resident Evil“, die berühmte Videospielreihe aus Japan, in der Mensch und Tier durch ein Virus des skrupellosen Umbrella-Konzerns zu blutrünstigen Zombies mutieren, erfreut sich weltweit einer großen Fangemeinde. Die Autorin S. D. Perry adaptierte bislang die Handlung sämtlicher Videospiele in Romanform. Mit dem neunten Band „Tödliche Freiheit“ schuf nun der Japaner Suiren Kimura eine eigenständige Geschichte, die nicht auf einem der Spiele oder Filme basiert. Eigentlich sieht für Jose Lopez zunächst alles nach einem mehr oder weniger langweiligen Routinejob aus. Der U. S. Marshal hat den Auftrag erhalten, den gefährlichen Serienmörder Jack Trump, der in England sein Unwesen trieb, mit Hilfe des Ozeanriesen Liberty wieder nach New York zu überführen. Doch schon der erste Arbeitstag verläuft ganz anders, als geplant. Der junge Marshal verpasst um ein Haar den Termin mit seinen britischen Kollegen. Daher kapert er kurzerhand ein Taxi und liefert sich schon bald eine halsbrecherische Verfolgungsjagd mit den örtlichen Gesetzeshütern.

Natürlich sind die englischen Beamten über diesen Vorfall nicht gerade erfreut und folglich heilfroh, als sie den ungestümen Beamten und seinen Gefangenen endlich aufs Schiff nach Amerika verfrachtet haben. Dort freundet sich Lopez mit der kleinen Silvia an, die an einer tödlichen Krankheit leidet. Die Verhöre mit Jack Trump erweisen sich als Geduldsprobe für den jungen Mann, da sich der Mörder in einem apathischen Zustand befindet und nur selten klare Momente hat. Außerdem scheint er sich nur vage an die vergangenen Tage erinnern zu können. Langsam kommen Lopez ernste Zweifel an der Schuld seines Landsmanns. Und sein Verdacht, das Jack vielleicht nur ein willkommenes Bauernopfer ist, scheint sich zu bestätigen, als er erfährt, dass die Liberty dem zwielichtigen Pharma-Konzern Umbrella gehört, der in die schrecklichen Ereignisse um Racoon-City verwickelt sein soll.

Der Marshal ahnt nicht, dass sich noch etwas sehr Gefährliches an Bord befindet, das eigentlich niemals das Licht der Welt erblicken sollte. Doch die Kreatur ist bereits erwacht und folgt gnadenlos ihrer genetischen Programmierung, die perfekte Lebensform zu werden, auch wenn sie hierfür über Leichen gehen muss. Schon bald muss Lopez, unterstützt von der toughen Söldnerin Louise Kah, ums nackte Überleben kämpfen. Verzweifelt versuchen die beiden, das kleine Mädchen zu beschützen. Bald erscheint ihre Lage hoffnungslos. Im letzten Moment erhalten sie rettende Hilfe von Jack, der mittlerweile wieder klar im Kopf ist. Doch kann Lopez wirklich auf diesen Mann zählen und ihm das Leben eines Kindes anvertrauen?

Der Roman ist flüssig und spannend geschrieben und wird hier und da mit ein wenig Humor aufgelockert. Die Charaktere haben durchaus Potential, doch man erfährt leider recht wenig über ihren Hintergrund, was zwar zum Erhalt der Spannung beiträgt, Hauptcharakter Lopez aber ein wenig blass erscheinen lässt. Da ist der undurchsichtige Jack Trump um einiges interessanter geraten, da der Leser wie der Agent im Dunkeln tappt, ob man dem vermeintlichen Killer ohne Gedächtnis Vertrauen entgegen bringen kann. Die harte Söldnerin Louise Kah erfüllt die Frauenquote, und Silvia ist das typische kleine Mädchen, das es zu beschützen gilt. Und im Hintergrund zieht der zwielichtige Geschäftsmann Robert Chan die Fäden. Zugegeben, der Plot ist nicht gerade neu, und es wurden viele Elemente aus den Spielen zusammengetragen, in denen es mehrfach galt, ein kleines Mädchen zu beschützen und auch der Schauplatz des Schiffes ist nicht gerade neu. Doch schließlich will der Autor das Genre und insbesondere das „Resident Evil“-Universum nicht neu erfinden und setzt auf Altbewährtes.

So entwickelt er eine spannende und unterhaltsame Geschichte mit jeder Menge Action und einem Schuss Horror. Das Horror-Element kommt dabei ein wenig zu kurz, doch ist das Gesamtbild stimmig und der Hauptgegner des Heldentrios wirklich zum Fürchten. Einige Teile der Handlung sind vorhersehbar, doch Suiren Kimura gelingt es, auch die eine oder andere Überraschung in die Geschichte einzuflechten. Ein nettes Extra sind die 8 Farbseiten, auf denen die Hauptpersonen von Illlustrator Hiroaki Hashimoto ansprechend in Szene gesetzt wurden. Da der Roman eine völlig eigenständige Geschichte präsentiert, die auch außerhalb der „Resident Evil“-Welt spielen könnte, sind keine Vorkenntnisse nötig, und das macht das Buch somit auch für Leser interessant, die „Resident Evil“ noch nicht kennen, aber spannende Unterhaltung zu schätzen wissen. Für Freunde spannender und actionreicher Unterhaltung ist „Resident Evil – Tödliche Freiheit“ bedenkenlos zu empfehlen. Fans der Reihe werden mit einer ansprechenden Story belohnt, die leider wenig Neues zu bieten hat, aber trotzdem gut zu unterhalten weiß. (CZ)

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