Resistance 01 – Ein Sturm zieht auf

ein-sturm-zieht-auf2Dietz, William C.
Resistance 01 – Ein Sturm zieht auf

Panini Books (2009)
ISBN: 9783833219344
Umfang: 363 Seiten
Originaltitel: Resistance: A Gathering Storm (2009)
Übersetzer: Cora Hartwig
Genre: Military-Science-Fiction

www.paninicomics.de

Vorwort:

Ein Cross-over quer durch alle Medien gehört heutzutage schon zum guten Ton; schließlich will jede Chance auf einen wirtschaftlichen Erfolg durch Synergie-Effekt genutzt werden. Dass ein Film durch seinen Titelsong – gerne auch umgekehrt – aufgewertet und gepuscht werden kann, ist dabei schon die älteste Methode. Zuerst das Buch, dann der Film – oder auch hier eben andersherum – ist Tagesgeschäft. Durch die weltweite Verbreitung von Computern und Spielekonsolen samt entsprechenden Spielen sind auch hier lukrative Geschäfte mittlerweile völlig normal. Dass dies jedoch auch für frühere Randgenres gilt und vor allem der Weg: Zuerst PC-Spiel, dann Buch, gefolgt von Kinofilmen (kennen wir z.B. auch von Resident Evil, USA, 2002, mit Milla Jovovich in der Hauptrolle) ist aber immer noch ein wenig erstaunlich, für Fans selbstredend erfreulich. Resistance – ein knallharter Military/SF/Horror-Mix stellt da nur eines der aktuellsten Beispiele dieser Entwicklung dar.

Zur Geschichte:

Die Handlung spielt – für einen Science-Fiction(Horror)-Roman ungewöhnlich – in unserer Vergangenheit. 1949 hatte sich überraschend die Sowjetunion vom Rest der Welt abgeschottet. Niemand ahnte den wahren Grund; interne Machtkämpfe, möglicherweise eine erneute Revolution wurden vermutet. Doch tatsächlich waren es Außerirdische, welche vom Rest der Menschheit unbemerkt, auf dem riesigen Kontinent gelandet waren und dort sofort begannen, die Bevölkerung anzugreifen und das ganze Land zu überrennen. Rasch folgten darauf europäische Staaten und schließlich auch Großbritannien. Der Ort für die erste Invasion war nicht willkürlich gewählt. Die außerirdischen Chimera lieben die Kälte, Eis und Schnee. In Russland haben sie es nicht nötig, sich die Erde ihren gewohnten Umweltbedingungen anzupassen. Das haben sie sich für den Rest der Welt aufgespart. Doch von Anfang an verbreiten die Chimera auch ein hoch ansteckendes Virus, das fast alle Befallenen in Bestien verwandeln kann. Ein guter Teil der besiegten Menschen dient ihnen jedoch vorzugsweise als Nahrung, der andere Teil wird sozusagen in Verbündete verwandelt.

US-Ranger Lieutenant Nathan Hale ist ein Sentinel und immun gegen das Alien-Virus. Er und seine Elitetruppe werden zu allerlei höchst gefährlichen Einsätzen abkommandiert, für die reguläre Truppen wenig Aussicht auf Erfolg hätten. Doch die fast immer als Himmelfahrtskommando einzuordnenden Aufgaben kosten ihn reihenweise Mitglieder seines Teams und er selbst überlebt ansonsten tödliche Verletzungen häufig genug nur aufgrund seiner Sentinel-Eigenschaften.

Dass die Chimera dabei überlegene Waffensysteme einsetzen, liegt auf der Hand, schließlich befinden wir uns bei „Resistance – Ein Sturm zieht auf“ zeitlich gesehen an der Schwelle zum Atomzeitalter. Es wird kein Wort über den 2.Weltkrieg verloren, die USA und die UdSSR scheinen also in dieser Alternativwelt noch keinen Grund gehabt zu haben, Atombomben zu entwickeln. Überhaupt ist der zeitliche Rahmen geschickt gewählt, denn es gibt keine NATO, keinen Warschauer Pakt, oder die später entstandene Europäische Union. Keine Raumsonden, Spionagesatelliten, Raumstationen wie z.B. die ISS oder eine von Atomwaffen starrende Welt. Nichts von all dem ist in Resistance existent; die Aliens haben also scheinbar leichtes Spiel. Wenn, ja wenn da nicht Lieutenant Nathan Hale wäre…

Fazit:

Die Verquickung von Science-Fiction-Horror mit einem (aus realer heutiger Sicht) zurückliegendem Zeitraum hat für mich den Hauptreiz an Resistance ausgemacht. Es ist einfach amüsant, die Schwierigkeiten überholter Waffentechnologie versus Alien-High-Tech-Equipment mitzuerleben. Ständig ist man versucht, den Protagonisten zuzurufen: „Dann nimm doch endlich die Atomgranate und puste die Mistkerle weg!“ Wobei dies das ganze Amüsement ist. Der Roman ist knallhart, brutal, eklig, frustrierend in der Darstellung der Kriegsszenen gegen einen überlegenen Gegner. Gleichzeitig denkt man immer: „Gott sei Dank leben wir im Jahr 2009.“

Der Autor William C. Dietz beherrscht dieses im Grunde bekannte Landser-Milieu, leider fehlt ihm ein wenig die Fähigkeit, wirklich Spannung oder gar Überraschung zu erzeugen. Auch erinnern die Szenen noch sehr an steigende Schwierigkeitsgrade der Spiel-Levels, eine dünne Rahmenhandlung ist zwar vorhanden, aber die große Geschichte ist es nicht. Solide gemacht, handwerklich sauber, für Military-Fans ohne Zweifel unterhaltend. Die Horror-Elemente überwiegen, sicherlich beabsichtigt die spärlichen SF-Elemente. Allein das Titelbild ist genial ausgewählt, schön das man hier nicht auf die Bilder aus der Playstation zurückgegriffen hat.

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