17 Briefe oder der Tag, an dem ich verschwinden wollte

Karolin Kolbe
17 Briefe oder der Tag, an dem ich verschwinden wollte

(sfbentry)
Planet Girl
ISBN 978-3-522-50452-2
Jugendbuch
Erschienen 12.02.2015
Einbandgestaltung: Lowlypaper, Marion Blomeyer
Taschenbuch, 192 Seiten
Altersempfehlung ab 12 Jahren

www.planet-girl-verlag.de
www.karolin-kolbe.de

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Zur Autorin:

Karolin Kolbe, 1993 in Kassel geboren, denkt sich Geschichten aus, seitdem sie Kassetten aufnehmen und Buntstifte halten kann. Mit der Grundschulzeit begann das Aufschreiben und lässt sie nun nicht mehr los. Nach ihrem Abitur zog sie für ein Freiwilliges Ökologisches Jahr nach Berlin, wo sie nun studiert. Die Autorin liebt interessante Menschen, gute Gespräche, spannende Bücher und Filme, bunte Farben, blühende Natur und die Sonne.

Zum Buch:

Line hat Probleme zu Hause. Der Vater ist ein kleiner Tyrann und hält seine Frau und die Kinder klein, weil er in ihnen den Grund dafür sieht, dass er Dinge und Wünsche in seinem Leben nicht verwirklichen konnte. So flüchtet Line sich in die Welt der Lektüre und fasst schließlich den Entschluss zu verschwinden. Eine Art Abschiedsbrief deponiert sie unter einem Stein in einem Bach. Diesen Brief findet Anton, der ebenfalls Probleme in seiner Familie hat. Seine Schwester ist magersüchtig und die gesamte Familie leidet darunter. Ein „Wir“- Gefühl scheint es in der Familie nicht mehr zu geben, jeder hat sich in sein eigenes Leben zurückgezogen. Trotz seiner eigenen schwierigen Situation versucht Anton der fremden Person Lebensmut zurückzugeben und so antwortet er auf den Brief des/der für ihn Unbekannten. Es entwickelt sich ein Austausch von Briefen oder vielmehr Kurznotizen zwischen diesen beiden Menschen und eine mit Worten kaum zu beschreibende Nähe. Interessant für den Leser ist diese Beobachtung vor allem deshalb, weil sich diese beiden Menschen im realen Leben tatsächlich kennen. Sie selbst wissen das natürlich nicht.

Die Autorin Karolin Kolbe schafft es in ihrem Buch die Themen Magersucht, Übergewicht, Mobbing, Außenseiter, häusliche Schwierigkeiten und viele mehr zu beleuchten und führt dem Leser vor Augen, dass man nicht zu vorschnell über andere Menschen urteilen sollte. Jeder Mensch ist etwas besonderes, man sollte ihn immer genau betrachten und hinter die Fassade blicken, bevor man sich ein eigenes Urteil bildet. Gerade zwischen Line und Anton wird das hier sehr deutlich.

Dieser Jugendroman ist kurz und knapp gehalten und zeigt dabei doch eine unheimliche Tiefe. Die Geschichte von Line und Anton versteht es wachzurütteln, zu berühren und lässt den Leser nachdenklich zurück. Die zwei Menschen sind nach 17 Tagen und 17 Briefen noch lange nicht am Ziel, aber sie haben sich gegenseitig wachgerüttelt und sich in Bewegung gesetzt. Sie haben verstanden, dass man Dinge verändern und beeinflussen kann und dass sich das auch lohnt.

„17 Briefe oder der Tag, an dem ich verschwinden wollte“ ist eine wahrlich gut geschriebene Geschichte, die nicht nur Jugendliche zur Hand nehmen sollten.

Copyright © 2015 by Iris Gasper

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