Between Love and Forever

Elizabeth Scott
Between Love and Forever

Between here and forever, USA, 2011
dtv-Verlag/dtv junior, München, 01/2013
TB 71515, Jugendbuch, Drama, Romance
ISBN 978-3-423-71515-7
Aus dem Amerikanischen von Ilse Rothfuss
Titelgestaltung von Balk & Brumshagen und Marion Sauer unter Verwendung eines Fotos von plainpicture
Autorenfoto von Matt Mendelson

www.dtvjunior.de
www.dtv-dasjungebuch.de
www.elizabethwrites.com

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Zeit ihres Lebens stand die 17-jährige Abby immer im Schatten ihrer drei Jahre älteren Schwester Tess. Jeder sah immer nur sie: die hübsche, intelligente, geistreiche und beliebte Tess. Alle wollten mit ihr befreundet sein und gaben sich bloß dann mit Abby ab, wenn sie sich dadurch einen Vorteil versprachen. Aber die perfekte Tess hatte auch ihre anderen Seiten, von denen anscheinend bloß Abby ahnte – wie anders, das entdeckt sie erst nach und nach. Seit einem Autounfall liegt Tess im Koma. Abby ist davon überzeugt, dass ihre Schwester wieder aufwachen wird. Sie muss einfach. Natürlich möchte Abby, dass es Tess wieder gut geht …, davon einmal abgesehen befürchtet sie aber auch, nie frei zu kommen und kein eigenes Leben aufbauen zu dürfen, wenn sich weiterhin alles ausschließlich um Tess dreht.

Als Abby im Krankenhaus den attraktiven Eli trifft, ist sie hin und weg. Keiner glaubt ihr, dass sich Tess Augen bewegt haben, als er einige Worte sagte. Abby ist sich sicher, wenn Eli mit Tess redet, wird sie erwachen. Dieser perfekte Junge ist wie gemacht für sie. Darum kennt sie keinerlei Zurückhaltung, um Eli zu bewegen, sich mit ihr um Tess zu kümmern. Zunächst hält Eli das Ganze für einen schlechten Scherz, doch als er begreift, dass es Abby ernst ist, tut er ihr den Gefallen …

… weil er Interesse an Abby hat, die für Tess‘ Glück verzichten will, obwohl sie Eli liebt. Sie glaubt, dass sie ohnehin keine Chance gegen ihre Schwester hat, schließlich musste Abby das schon einmal durchmachen. Und noch etwas findet sie heraus: Eli hält sich nicht für perfekt, denn es gibt Dinge in seinem Leben, aufgrund derer er von den Mitschülern gemobbt und sogar von seinen Eltern abgelehnt wird. Ist er nicht sogar schlimmer dran als sie? „Between Love and Forever“ schildert die bittere Beziehung zweier Schwestern und die bittersüße Liebesgeschichte zweier Teenager, die jede Menge Komplexe mit sich tragen und bislang nur Enttäuschungen erfuhren.

Realistisch beschreibt die Autorin aus Abbys Sicht die Geschehnisse, in die sie kleine Rückblenden einfügt, durch die man erfährt, was sich alles im Laufe der Jahre ereignet hat, dass das junge Mädchen sich immer zurückgesetzt fühlte, mittlerweile extrem wütend und verletzt ist. Natürlich wünscht sie Tess nichts Böses, aber Abby sorgt sich, dass sie auch weiterhin ‚die kleine, unscheinbare Schwester‘ bleiben wird, wenn Tess nicht aus dem Koma erwacht und sogar noch mehr im Mittelpunkt steht. Abby möchte ein eigenes Leben haben, in dem man sie nicht ständig mit Tess vergleicht. Dafür ist sie sogar bereit, ihr eigenes Glück zu opfern: Eli, den sie insgeheim liebt und dessen Interesse sie ignoriert. Sie kann einfach nicht glauben, dass jemand, der so perfekt ist und darum so gut zu Tess passen würde, es ehrlich mit ihr meinen könnte. Schon einmal wurde sie enttäuscht und will dasselbe kein weiteres Mal erleben.

Da Abby bloß über Tess redet, fällt es Eli schwer, sich ihr zu offenbaren. Sie ahnt nicht, dass sie dadurch Missverständnisse aufbaut und ihn verletzt, weil er vermutet, dass sie ihn durchschaut hat und darum auf Distanz bleiben will. Tatsächlich braucht das Mädchen eine ganze Weile, bis der Groschen fällt, und hat dann alle Hände voll zu tun, die Wogen zu glätten und einen neuerlichen Fehler auszubügeln. Parallel dazu entdeckt sie das größte Geheimnis von Tess, das diese um jeden Preis für sich hatte behalten wollen, um ihr perfektes Image nicht zu zerstören. Bevor Abby die Zusammenhänge begreift, zerschlägt sie auch erst wieder viel Porzellan. Erfahrene Leser mögen diese Entwicklung vielleicht sogar geahnt haben, denn einige geschickte Formulierungen der Autorin weisen früh daraufhin.

Das Tabu-Thema hier anzusprechen, würde jedoch den Überraschungseffekt nehmen. Immerhin geht Abby sehr viel besser damit um, als erwartet – ein Appell an die Toleranz -, und die Erkenntnis zeigt ihr auch, dass Tess lediglich eine Fassade errichtet hatte, hinter der ihr wirkliches Ich ganz anders aussah. Das Ende des Buches will man ebenfalls nicht verraten, denn wegen Tess steht sich Abby selbst im Weg. Sie muss lernen, sich selbst zu lieben, ihre Stärken zu nutzen und zu erkennen, dass niemand perfekt ist, wie sehr er oder sie auch den Schein zu wahren versucht.

Elizabeth Scott wartet mit nachvollziehbaren Charakteren und Problemen auf, bei denen sogar – ungewöhnlich in Jugendbüchern – Erwachsene eine tragende Rolle spielen. Man kann sich leicht mit Abby identifizieren, denn wer hat keine Schwester, keinen Bruder o. ä., der als leuchtendes Vorbild hingestellt und an dem man ständig gemessen wird, selbst wenn das Umfeld diese Kränkung gar nicht beabsichtigt oder bemerkt. Die Autorin hat mit diesem Buch den Nagel auf den Kopf getroffen. Sie erzählt kurzweilig und glaubwürdig, realistisch und überhaupt nicht kitschig-süß ein Teenager-Drama, das man nicht so schnell vergisst. Ein interessanter Titel, den man jungen Lesern empfehlen möchte und der sich auch als Schullektüre eignet!

Copyright by 2013 © Irene Salzmann (IS)

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