Böses Spiel

Brigitte Blobel
Böses Spiel

cbj-Verlag, München, Originalausgabe: 9/2008
HC, Jugendbuch, Drama, 978-3-570-13338-5, 256/1295
Titelgestaltung von init.büro für gestaltung, Bielefeld unter Verwendung eines Fotos von plainpicture/fancy/RF
Autorenfoto von Holger Andre
www.cbj-verlag.de

Die 14-jährige Svetlana ist eine ehrgeizige Schülerin, die nun die Chance erhält, von der Realschule auf ein renommiertes Gymnasium, dem ein Internat angegliedert ist, zu wechseln. Der Traum vom Abitur, Studium und einem guten Leben scheint zum Greifen nahe. Die Realität sieht jedoch ganz anders aus:

An der neuen Schule ist sie eine Außenseiterin – als Migrantin, als Kind aus einfachen Verhältnissen, als Spitzenschülerin und als Externe. Die Klassenkameraden lassen Svetlana schon bald spüren, dass sie nicht dazu gehört und unerwünscht ist. Es beginnt mit Ignorieren und Isolation, schließlich kommt es zu offenen Anfeindungen, Svetlana empfängt beleidigende Botschaften auf ihrem Handy, und im Internet werden Lügen über sie verbreitet. Der Gipfel ist eine Fotomontage, die ein anderes Mädchen, dem man Svetlanas Gesicht gab, in einer peinlichen Situation zeigt.

Selbst Ravi, der eine Klasse über ihr ist und sie immer freundlich behandelt hat, scheint plötzlich an Svetlana zu zweifeln. Jetzt hat sie niemanden mehr, der ihr Trost spendet, denn die Lehrer greifen nicht durch, und den Eltern möchte sie keinen Kummer bereiten. Aber das Cyber-Mobbing geht noch weiter, und Svetlana sieht bloß noch einen Ausweg für sich…

Immer mehr Menschen werden zu Mobbing-Opfern – im Wohnhaus, am Arbeitsplatz, in der Schule, sogar schon im Kindergarten. Man muss nicht einmal in irgendeiner Form auffallen oder ‚anders’ sein, so wie Svetlana, bei der mehrere Dinge zusammen kommen, durch die sie sich von den anderen Schülern ‚unterscheidet’. Selbst triftige Gründe liegen oft nicht vor, die das Mobbing erklären. Es reicht, allein oder neu zu sein, dass man von einer Meute als Opfer ausgewählt wird, an dem sich Aggressionen abreagieren lassen, an dessen Qualen man sich weidet, um eigene Probleme zu vergessen. Der Betroffene erhält keine Hilfe, denn wer sich auf seine Seite stellen würde, läuft Gefahr, ebenfalls gemobbt zu werden, bzw. wird das Problem oft unterschätzt und zu spät erkannt.

Es ist wirklich erschreckend, zu was Menschen fähig sind, was sie anderen antun können, einfach aus Langeweile, Spaß, Boshaftigkeit. Nach der Lektüre von „Böses Spiel“ ist man erschüttert und vergisst das Buch lange nicht. Man kann sich leicht in Svetlana hinein versetzen, die sich auf die neue Schule freut, dann jedoch bitter enttäuscht wird. Was sie auch versucht, sie hat von Anfang an keine Chance, und hätte sie aufgegeben wie das andere Mädchen, das vor ihr aus der Klasse geekelt wurde, wäre ihr viel erspart geblieben.

Svetlana ist stark und lässt sich nicht so schnell einschüchtern wie manch andere. Trotzdem leidet sie nach wenigen Wochen unter Panikattacken, und von da an dreht sich die Spirale immer schneller abwärts für sie. Um doch noch Akzeptanz zu finden, stiehlt sie sogar modische Markenkleidung und zieht sich in einem Versteck vor und nach dem Unterricht um. Dass das Mobbing sie bereits krank gemacht hat, merkt sie nicht. Den Eltern kann sich Svetlana nicht anvertrauen, da ihr alles peinlich ist und sie nicht möchte, dass man sich um sie sorgt. Einige Lehrer ahnen etwas, verschließen jedoch die Augen oder unternehmen zu wenig. Als Ravi eingreift, ist es bereits zu spät.

Svetlana muss mit den Folgen leben und wieder gesund werden, während jene, die an allem Schuld haben, wieder einmal ungeschoren (?) davon kommen. Es gibt keine Gerechtigkeit und kein Happy End.

Der Roman schildert ungeschönt die tragische Realität, er ist bedrückend, eigentlich schon beängstigend. Gerade deswegen ist „Böses Spiel“ ein Buch, das Leserinnen und Leser ab 13 Jahren, aber auch Eltern unbedingt lesen sollten, damit die ersten Anzeichen von Mobbing frühzeitig erkannt werden und man etwas unternehmen kann, bevor es zu spät ist. Auch als aufklärende Schullektüre ist der Titel sehr zu empfehlen. (IS)

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