Das Leben ist kurz, iss den Nachtisch zuerst

Wendy Mass
Das Leben ist kurz, iss den Nachtisch zuerst

(sfbentry)
Jeremy Fink and the Meaning of Life, USA, 2006
cbj-Verlag, München, 09/2009
HC, Kinderbuch, Drama
ISBN 978-3-570-13718-5
Aus dem Amerikanischen von Barbara Küper
Titelillustration von N. N.

www.cbj-verlag.de
www.wendymass.com/

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Jeremy Fink erhält auf verschlungenen Wegen eine Kiste, die ihm sein verstorbener Vater hinterlassen hat und die die Antwort auf die Frage nach dem Sinn des Lebens enthalten soll. An seinem bevorstehenden 13. Geburtstag darf er die Kiste öffnen – doch dafür braucht er vier spezielle Schlüssel, die in den letzten Jahren offenbar verlorengegangen sind. Gemeinsam mit seiner besten Freundin Lizzy macht er sich auf die Suche danach, nur um gleich im ersten Anlauf bei einem Einbruch erwischt zu werden und von einem Polizisten eine Strafarbeit aufgebrummt zu bekommen. Dieser Job führt die beiden Kinder quer durch die Stadt zu ganz verschiedenen Menschen, die alle ihre eigenen Antworten auf die Frage nach dem Sinn des Lebens haben und Jeremy so Anstöße für seine Überlegungen dazu geben. Doch wird er auch die Schlüssel rechtzeitig vor seinem Geburtstag finden?

Die Grundidee, dass jemand einem geliebten Menschen nach seinem Tod etwa hinterlässt, worin er seine Gedanken verewigt hat, ist sicherlich nicht neu. Dennoch erinnert das vorliegende Buch nur selten an andere Romane oder Filme mit einem ähnlichen Ansatz, da es von skurrilen Ideen, Personen und Szenen wimmelt – angefangen von der Prophezeiung einer Wahrsagerin, die Jeremys Vater an dessen 13. Geburtstag vorhersagt, er werde mit 40 Jahren sterben, über die Sammelleidenschaften der beiden Kinder bis hin zu den Lebensgeschichten der Personen, die die beiden während ihrer Strafarbeit treffen. Während diese versponnenen Details absolut glaubwürdig beschrieben werden, finden sich auch immer wieder Stellen, an denen Jeremy – aus der Sicht eines erwachsenen Lesers – sehr altklug oder im Gegenteil sehr unreif wirkt; dies mag aber für jüngere Leser ebenso akzeptabel sein wie die Vorhersehbarkeit mancher Entwicklungen.

Positiv anzumerken ist, dass die Autorin nicht eine einzige Antwort auf die Frage nach dem Sinn des Lebens als allein richtige darstellt, sondern den jugendlichen Lesern viele verschiedene Möglichkeiten anbietet, ihre ganz eigene Antwort zu finden. Das Buch behandelt ein interessantes und wichtiges Thema, das in einer zauberhaften Geschichte verpackt wird, und ist sicherlich nicht nur für Kinder geeignet, sondern auch für Erwachsene, die sich auf die kindliche Welt des Protagonisten einlassen.

Copyright © 2010 by Andrea Tillmanns (AT)

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Comments

  1. Diese Besprechung macht wirklich Lust aufs Lesen. Ich finde man sollte vielmehr solcher Bücher lesen als nur immer Bücher und Filme zu goutieren, in denen es um Mord- und Totschlag geht (oder heisst es Todschlag?), denn dass Leben besteht doch wahrlich aus mehr als nur Brutalität und Gewalt, oder bin ich inzwischen total weltfremd geworden? Wem geht es eher wie mir, und wer meint, das ist alles dummes Frauengequatsche?

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