Der goldene Ball

Kristien Dieltiens (Text) & Seppe Van den Berghe (Zeichnungen)
Der goldene Ball

De gouden bal, B/NL, 1997
Patmos Verlag der Schwabenverlag AG, Ostfildern, 08/2015
HC, Familienbuch, Religion/Trauerhilfe,
ISBN 978-3-843-60581-6
Aus dem Niederländischen von Brigitte Durst
Titelgestaltung von Clavis Uitgeverij, Hasselt – Amsterdam – New York
unter Verwendung einer Illustration von Seppe Van den Berghe

www.patmos.de
www.seppevandenberghe.com

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Jeden Tag spielt das Himmelskind mit seinem goldenen Ball. Egal, wie hoch es ihn wirft, er kehrt jedes Mal zurück. Einmal jedoch wirft das Kind den Ball nach unten – und er bleibt verschwunden. Traurig beginnt es danach zu suchen, und jemand sagt ihm, es müsse zur Erde hinab, eine Reise von neun Monaten, und dort wäre es dann ein Menschenkind. Sobald es den goldenen Ball gefunden hat, kann es wieder zurück in den Himmel.

Das Kind macht sich auf den langen Weg. Dabei begegnet es den Sternen, der Sonne, dem Mond und dem Wind. Bei den einen muss es seine Locken, bei den nächsten sein Krönchen, dann sein Kleid und schließlich die Flügel lassen. Als es am Ziel ankommt, hat es einen Vater und eine Mutter und wächst langsam heran. Es freut sich, ein Menschenkind zu sein, denn das Leben ist schön, obwohl es leider auch Dinge gibt, die nicht so schön sind – wie krank zu sein und nicht mehr gesund zu werden. Plötzlich findet das Kind den goldenen Ball wieder …

Es gibt nichts Schlimmeres, als einen geliebten Menschen zu verlieren. Besonders tragisch ist es, wenn ein kleines Kind stirbt, das noch sein ganzes Leben vor sich hatte. Keiner der Hinterbliebenen weiß, wie er damit umgehen, wie das Leben für die Trauernden weitergehen soll, warum das überhaupt passiert ist, wie Gott – wenn man an ihn glaubt – so etwas zulassen konnte. Tatsache ist, man kommt nie darüber hinweg, der Schmerz bleibt, man lernt, mit ihm zu leben, denn man muss ja weitermachen, auch für die anderen, die noch da sind. Auf sensible Weise versuchen die an „Der goldene Ball“ beteiligten Künstlern, über das sensible Thema zu sprechen und durch „eine warmherzige Geschichte voller Poesie den Abschied von einem kleinen Menschen, den man liebte – und darüber, wie glücklich wir trotz allem sein können, ihn eine Zeitlang an unserer Seite gehabt zu haben“ (Klappentext) vor allem an die schönen Zeiten zu erinnern, die das Kind und die Angehörigen gemeinsam erleben durften – eine Bereicherung für alle.

Für manche mag es auch ein Trost sein zu wissen, dass das Kind nun an einem ‚besseren Ort‘ weilt, an dem es frei ist von Schmerzen und Angst, an dem es sich an seine glückliche Zeit erinnert und anderen davon erzählt, sodass weitere Himmelskinder auf die Erde hinab kommen wollen. In diesen dunklen Monaten ist das vielleicht der erste Lichtblick für junge Eltern und die übrigen Angehörigen. Die Geschichte ist unaufdringlich und voller Melancholie erzählt. Die Texte sind in die ein- und doppelseitigen Illustrationen integriert. Die Farben der meditativ ausgerichteten Bilder geben die jeweiligen Stimmungen wider: hell und freundlich, als das Kind seine Umwelt erkundet, dunkel und bedrohlich, als die Eltern den Verlust bewältigen müssen, wieder heller, als das Kind den Himmel erreicht und sich die Eltern allmählich an das gemeinsam erlebte Schöne erinnern können.

Obwohl das Buch Trost zu spenden bestrebt ist, liest es sich ausgesprochen traurig. Man kann eigentlich gar nicht sagen, welchem Personenkreis es zu empfehlen ist – auf jeden Fall eher Pfarrern und Seelsorgern, Kindergärtnern und Grundschullehrern sowie Psychologen, die mehr oder weniger häufig mit solchen Situationen konfrontiert werden und sich Fragen stellen müssen, warum der Spielgefährte plötzlich nicht mehr kommt, was dem Mitschüler zugestoßen ist usw. Für aktuell Betroffene dürfte das Buch jedoch zu aufwühlend sein.

Copyright © 2015 by Irene Salzmann (IS)

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