Der kleine dicke Pinguin

Andrea Tillmanns
Der kleine dicke Pinguin

latros Verlag, Potsdam, 07/2012
PB, Kinderbuch, Tiergeschichten & -gedichte
ISBN 978-3-86963-000-7
Titelgestaltung von Christine Steinem

www.iatros-verlag.de
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Zwischen zwei und sechs Seiten lang sind die Geschichten, die Andrea Tillmanns um die Erlebnisse von Pinguinen, Schildkröten und Fischen, aber auch Pusteblumen, Monster, Regentropfen und Teddybären spinnt – und somit haben sie die richtige Länge für eine Gute-Nacht-Lesung oder die ersten eigenen Leseerfahrungen.

Obwohl die Protagonisten nur in seltenen Fällen Menschen sind, sehen sie sich doch mit den gleichen Aufgaben und Problemen konfrontiert wie die jungen Leser, die die Zielgruppe des Buches darstellen – und das meistens so konkret, dass auch kleine Kinder keine Schwierigkeiten haben werden zu verstehen, worum es geht. Die immer wiederkehrenden Hauptthemen sind dann auch: Wie gehe ich mit Andersartigkeit um? Was mache ich, wenn ich kleiner, dicker, langsamer, schwächer bin als die anderen und länger brauche, um meine Talente zu entwickeln? Wie stelle ich mich meiner Angst vor einem Neubeginn, vor dem Unbekannten, vor Erwartungen? Immer finden sich in den Erzählungen friedliche Lösungen, die auf Toleranz und Vertrauen basieren, und meistens werden selbst die, die unfreundlich zu der Hauptfigur gewesen sind, eines Besseren belehrt, ohne dass es zu wirklichen Konfrontationen kommt.

Diese ein wenig gewollt positive Entwicklung aller Dinge geht leider einher mit einer ziemlich ähnlichen Struktur der meisten Geschichten. Ein sehr kleines Wesen kommt zur Welt oder erwacht, findet sein Problem und reift dadurch, dass es die Schwierigkeiten überwindet. Spätestens ab der zehnten Geschichte dieses Strickmusters wird das etwas mühsam, und es kommt der Wunsch auf, die Zahl der Geschichten wäre etwas geringer gewesen, um Wiederholungen zu vermeiden – vielleicht hätten ein paar Illustrationen in dem komplett textlastigen Buch dann noch Raum gehabt und für die jungen Selbstleser eine Auflockerung darstellen können.
Dass Andrea Tillmanns auch anders kann, beweist sie zum Beispiel mit ihrer allerletzten Geschichte, in der ein kleines Mädchen Besuch von einem Pinguin in ihrem Schrank bekommt – diese Erzählung ist so erfrischend skurril und witzig, dass sie wirklich Spaß macht.

Der Schreibstil der Autorin ist angenehm, klar und schnörkelfrei, gut zu lesen und verständlich. Zuweilen hat man zwar den Eindruck, die Vorleserinnenstimme zu hören, die in Kind gerechten Formulierungen von den Abenteuern berichtet, doch ist das keinesfalls störend. Allerdings ist die Namensgebung für die Figuren zuweilen etwas ‚traditionell‘, wie auch einige Formulierungen, denen dann eine gewisse Förmlichkeit anhaftet.

Die Gedichte in „Der kleine dicke Pinguin“ sind teilweise lustig, flott, und viele haben einen schönen Singsang beim Vorlesen, gerade wenn die Autorin kurze und schnelle Verse schmiedet.  Andere wirken beim laut Lesen jedoch sperrig in Wortwahl und Rhythmus.

Wenn man also über die Gleichförmigkeit vieler Geschichten und den zuweilen etwas plakativ nett-lieben-rührigen Ansatz hinweg sehen kann, ist das kleine Buch ein schöner Begleiter für manche Abendstunde.

Copyright by 2013 © Britta van den Boom (BvdB)

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