Die verborgene Seite des Mondes

die-verborgene-seite-des-mondesAntje Babendererde
Die verborgene Seite des Mondes

Arena Verlag, Würzburg, 1/2009
TB, Jugendbuch 50111, Romantik, Drama
ISBN 9783401501116
Titelfoto von W. Pilsak

www.arena-verlag.de
http://antje-babendererde.de/

Die 1963 geborene Antje Babendererde arbeitete zunächst als Arbeitstherapeutin in der Kinderpsychiatrie, ehe sie sich 1996 dazu entschied, freischaffende Autorin zu werden. In den Mittelpunkt ihrer Geschichten rückte sie immer wieder auch die Kultur und das Leben der indianischen Ureinwohner in den heutigen USA. Damit kommt auch Julia, die Hauptfigur in ihrem Roman „Die verborgene Seite des Mondes“, in Berührung. Der Titel erschien bereits 2007 als gebundene Ausgabe bei Arena. Julia ist fünfzehn Jahre, als ihr Vater überraschend bei einem Verkehrsunfall ums Leben kommt. Da sie ihm besonders nahe gestanden hat, kann sie den Verlust nur schwer verkraften. Und so ist sie zunächst auch nicht sonderlich davon angetan, als ihre Mutter und sie von den Verwandten in die USA eingeladen werden, um dort an einem alten indianischen Ritual teilzunehmen. Denn bisher haben die Großeltern beide nicht sehen wollen.

Auf der Farm kommt das Mädchen aus Deutschland erstmals mit der Welt in Berührung, in der ihr Vater aufgewachsen ist – die er aber für ihre Mutter und sie hinter sich gelassen hat. Die Großeltern bewirtschaften ihr Stück Land mit sehr viel Mühe. Sie sind hoch verschuldet, und an allen Ecken und Enden fehlt das Geld, um das Haus modernisieren zu lassen oder auch nur zu erhalten. Schwierigkeiten bereiten ihnen obendrein die Behörden. Ein Verkauf würde alles einfacher machen, aber die beiden alten Menschen wollen ihre Heimat nicht aufgeben, vor allem nicht die Großmutter. Julia erfährt, dass diese ihre Mutter dafür verantwortlich macht, dass ihr Sohn davongelaufen ist und nicht dabei geholfen hat, die Farm zu erhalten. Sie lernt auch ihre Halbgeschwister und die erste Frau ihres Vaters kennen, die aus ihrer Verbitterung ebenfalls keinen Hehl machen. Nur der zurückhaltende und scheue Simon erscheint ihr wie ein Licht in der Finsternis, da es ihm durch seine freundliche Art gelingt, die Großeltern und auch den behinderten Cousin Julia näher zu bringen. Je mehr das Mädchen in ihre Familie väterlicherseits hinein wächst, desto mehr freundet sie sich auch mit Simon an. Denn sie erkennt, dass sie beide eine ganze Menge mehr verbindet.

Zwar ist „Die verborgene Seite des Mondes“ beim ersten Hinsehen eine Liebesgeschichte zwischen Teenagern vor dem Aufeinandertreffen zweier Kulturen, aber die Autorin verzichtet ganz auf kitschige Liebesschwüre und überdrehte Wendungen. Auf den zweiten Blick erkennt man, dass viel mehr in dem Roman steckt. Antje Babendererde gibt sehr lebendig, aber auch realistisch die Lebenssituation eines indianischen Paares im heutigen Amerika wieder und zeigt mit welchen Schwierigkeiten sie zu kämpfen haben – auch untereinander. So entsteht eine eindringliche Atmosphäre, die den Leser geradezu auf die Farm in Nevada versetzt und mit den Protagonisten fiebern lässt. Denn um auch noch etwas Spannung in die Geschichte zu bringen, spinnt jemand im Hintergrund seine Fäden, da er um sein Erbe fürchtet, und ist am Ende sogar bereit, über Leichen zu gehen.

„Die verborgene Seite des Mondes“ ist damit mehr als nur eine einfache Liebesgeschichte zwischen zwei Teenagern, die trotz aller Unterschiede aufeinander zu wachsen. Noch viel mehr berührt die dramatische und wechselvolle Familiengeschichte, die einige Dinge anspricht, die in vielen anderen Romanen immer ausgeblendet oder eher beschönigt werden. (CS)

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