Doktorspiele

Jaromir Konecny
Doktorspiele

cbt-Verlag, München, 1. Auflage: 03/2009
HC, Jugendbuch, Drama, Romance, Comedy
ISBN 978-3-570-16022-0
Titelgestaltung von schwecke.mueller Werbeagentur, München
Autorenfoto von Eva Kubinska

www.cbt-jugendbuch.de
www.jaromir-konecny.de

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Wo Charlotte Roche durch deftige Beschreibungen schockiert, um Leser durch wohligen Ekel zum Kauf zu animieren, geht Jaromir Konecny, geboren in Prag, seit 1982 in München lebend, subtil und humorig vor, ohne seinerseits ein Blatt vor den Mund zu nehmen. Auch er befasst sich in „Doktorspiele“ mit heiklen Themen, ‚über die man nicht spricht‘ oder ‚über die nur Kumpels miteinander reden‘ – über den eigenen Körper, sexuelle Bedürfnisse und Probleme, Schwärmereien und die erste große Liebe.

Die Inhaltsangabe auf dem Backcover wirkt wie ein Appetizer, der schmunzeln lässt, da die Szene so richtig aus dem Leben gegriffen ist. Obwohl Andi damals erst sieben Jahre alt war, hat ihn die Bemerkung seiner Cousine Lilli doch ein wenig …traumatisiert. Nun ist er sechzehn, voll in der Pubertät, und jeder zweite Gedanke kreist um Sex. Er steht auf die hübsche Katja aus der Parallelklasse, aber die scheint ihn nicht einmal wahrzunehmen. Dann kommt ausgerechnet Lilli zu Besuch, inzwischen mit großer Oberweite ausgestattet, und lässt Andis Hormone noch verrückter spielen. Und prompt erwischt sie ihn zusammen mit einem Freund in einer höchst peinlichen Situation.

Selbst wenn man den ‚derben Jungen-‘ oder ‚Teenager-Jargon‘ alles andere als ‚cool‘ findet und auch den leidenschaftlichen Liebesromanen, die sich der Vulgär-Sprache bedienen, wenig abgewinnen kann, so muss man doch zugeben, dass die Schilderungen aus der Sicht von Andi und die Dialoge der Jugendlichen realistisch sind und man wohl genau das zu hören bekommt, wenn man nahe dem Bolzplatz, der Schul-Toilette oder wo auch immer die Ohren spitzen würde. Jungen ab 14 Jahre können sich zweifellos in die Situation der Hauptfigur hineinversetzen. Auch wenn sie sich lieber an die Playstation klammern, statt ein Buch zur Hand zu nehmen, dürften sie nach wenigen Seiten „Doktorspiele“ gefesselt sein und den Band bis zum Ende lesen – denn er ist wahrlich ein ‚Brüller‘.

Aus dem Grund möchte man die Lektüre auch Mädchen ab 13 Jahre empfehlen, damit sie eine vage Vorstellung davon erhalten, ‚wie Jungs ticken‘. „Doktorspiele“ ist zeitnah, überzeugend und witzig – ein tolles Buch, das auch jenen gefällt, die gar nicht gern lesen.

Copyright © 2012 by Irene Salzmann (IS)

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