Ein Lehrer zum Knutschen

Katharina Volk
Ein Lehrer zum Knutschen

Sternzeichen Liebe: Jungfrau
Egmont Franz Schneider Verlag, München/Köln, 7/2008
PB mit Klappbroschur, Kinder-/Jugendbuch, Romance, 978-3-505-12509-6, 188/895
Titelgestaltung von Yvonne Skowronek, München unter Verwendung eines Motivs von Sandra Engelke
Vignetten und Autorenfoto von N. N.
Extra: 1 Lesezeichen im passenden Sternzeichen-Design

www.schneiderbuch.de
www.poesie-katharina-volk.de.lv/
www.sandra.engel-ke.de/index2.html

Die 14-jährige Vicky hat ein Geheimnis, in das nur eine eingeweiht ist, nämlich ihre beste Freundin Nadine: Vicky ist in den neuen Französisch-Lehrer verliebt. Herr Yannick Holtmann ist erst 27 Jahre alt und sieht einfach hinreißend aus. Aber wie macht man als Teenager einen Erwachsenen auf sich aufmerksam?

Vicky lässt nichts unversucht. Sie stylt sich, als wäre sie doppelt so alt, nachdem sie beobachten musste, dass ‚Yannick’ große Augen bekommt, sobald eine aufgetakelte Frau an ihm vorbei wackelt. Sogar das Rauchen probiert sie, wenngleich mit wenig Erfolg und umso peinlicheren Folgen.

Ihr Interesse an dem Lehrer bleibt nicht unbemerkt. Eigene Unvorsichtigkeit ist daran schuld, dass ein Löschblatt mit verliebten Kritzeleien ausgerechnet in die Finger der arroganten und zickigen Angelina fällt, die selber in den jungen Mann verknallt ist. Skrupellos blamiert sie Vicky in aller Öffentlichkeit, doch zum Glück ignoriert ‚Yannick’ die Gerüchte, und nicht alle Schüler schlagen sich auf die Seite der fiesen Rivalin.

Schließlich glaubt Vicky, ihre große Chance sei gekommen. ‚Yannick’ lädt die Klasse zum Pizza-Backen in seine Wohnung ein. Natürlich verläuft der Abend anders, als Vicky gehofft hat, aber nicht nur ihre peinlichen Missgeschicke sondern auch ‚Yannicks’ Verhalten liefern mehr als genug Anlass für eine riesige Enttäuschung.

Vielleicht wäre Vicky doch mit einem Jungen ihres Alters besser dran, aber ‚Dicki’, der Klassensprecher, der ihr einige Male aus der Patsche half, trifft sich plötzlich mit Angelina. Obendrein fühlt sich Vicky bei Nadine als fünftes Rad am Wagen, da die Freundin jetzt mit ihrem Traum-Typ Micha zusammen ist. Und sogar die Mutter besucht nach dem Auszug des Vaters Single-Partys und scheint mehr Glück in der Liebe zu haben als Vicky…

Katharina Volk greift ein beliebtes Thema auf, das wohl so manches junge Mädchen schon einmal beschäftigt hat: Wie bringt man einen jungen, netten und gut aussehenden Erwachsenen/Lehrer dazu, in einem mehr als nur das kleine Kind/die kleine Schülerin zu sehen? Natürlich sagt der Verstand, dass das nicht klappen wird, zumal sich schon von rechtlicher Seite her kein Lehrer/Ausbilder mit seinem Schüler einlassen darf, doch Vicky ist im ‚Schwärm-Alter’, in dem sich die erste Verliebtheit auf Sänger, Filmstars oder eben auch auf Lehrer richtet – bis ein realer Love-Interest auftaucht.

Für die unglücklich Verliebten ist das eine ernste Sache, und sie erwarten auch, dass man ihre Gefühle ernst nimmt, selbst wenn die Angelegenheit vom Umfeld nicht überbewertet werden darf. Die Autorin schildert die damit verbundenen Sorgen und Hoffnungen mit einer Mischung aus Einfühlsamkeit, Verständnis und vor allem Humor, der durch den flotten, etwas schnoddrigen Stil in Ich-Form gut transportiert wird. Leserinnen zwischen 12 und 16 Jahren können sich leicht mit Vicky identifizieren und an ihren Erlebnissen teilhaben.

Man ahnt schon früh, worauf die Geschichte hinauslaufen wird, denn die entsprechenden Hinweise werden regelmäßig eingestreut und entlarven den ‚ach so tollen Yannick’ als einen von sich eingenommenen Lehrer, der wenig Einfühlungsvermögen besitzt, auf Kosten seiner Schüler miese Witze reißt und die Jugendlichen richtig beleidigt. Früher musste man sich dieses Benehmen tatsächlich gefallen lassen – heute hätte ein solcher Lehrer gleich eine Klage am Hals. Man wundert sich nur, dass Vicky so lange braucht, um hinter die Fassade dieses Mannes zu blicken, denn selbst grenzenlose Verliebtheit kann nicht derart blind machen, zumal das richtige Glück die ganze Zeit vor ihrer Nase sitzt.

Einige Gags der Autorin sind wirklich köstlich: Beispielsweise werden Vicky und Natalie erwischt, wie sie ihr Erscheinungsbild kritisch in Augenschein nehmen, woraufhin Vickys Mutter und deren Freundin Gisela völlig falsche Vermutungen wälzen, aber beide zeigen großes Verständnis für diese ‚Neigung’. Die Entdeckungen in der Dessous-Abteilung überführen die ‚weiter entwickelten’ Mitschülerinnen als Blenderinnen, die der Natur ein bisschen oder ein bisschen mehr nachgeholfen haben. Die kleinen Fundstücke in ‚Yannicks’ Bad, die Vicky einsteckt, werden später von ihren jüngeren Brüdern als Wasserbomben zweckentfremdet, so dass sich ‚Dicki’ nur wundern kann, was bei dieser Familie abgeht.

Der astrologische Aspekt wirkt mühsam hineingeschrieben – die Story wäre auch ohne die gelegentlichen Bezüge ausgekommen. Tatsächlich stören die mitunter unangebrachten Fragen nach dem Sternzeichen und die Überlegungen, wie die Jungfrau mit Stieren und Skorpionen auskommt, sogar ein wenig.

Alles in allem ist „Ein Lehrer zum Knutschen“ eine vergnügliche Geschichte mit Happy End, die der Zielgruppe sicher viel Spaß bereiten wird. Die gefällige Gestaltung des Bandes entspricht dem der anderen Bücher dieser Reihe: Paperback mit Klappbroschur, ein beiliegendes Lesezeichen im Jungfrau-Design, Infos zum Sternbild. (IS)

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Sternzeichen Liebe – Jungfrau. Ein Lehrer zum Knutschen

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