Elefanten sieht man nicht

Susan Kreller
Elefanten sieht man nicht

(sfbentry)
Carlsen
ISBN 978-3-551-58246-1
Jugendbuch
Erschienen: März 2012
Umschlaggestaltung und Typografie: Kerstin Schürmann, formlabor
Umschlagfotografie © plainpicture/First_Light
Hardcover mit Schutzumschlag, 208 Seiten
Altersempfehlung ab 14 Jahren

www.carlsen.de

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Die Autorin:

Susan Kreller, 1977 in Plauen geboren, studierte Germanistik und Anglistik und promovierte über deutsche Übersetzungen englischsprachiger Kinderlyrik. Sie lebt mit ihrer Familie in Bielefeld und arbeitet als freie Journalistin und Autorin. „Elefanten sieht man nicht“ ist ihr erster Roman.

Das Buch:

Mascha ist dreizehn Jahre alt und verbringt seit dem Tod ihrer Mutter die Sommerferien regelmäßig bei den Großeltern. Diese leben in einem kleinen Dorf, in dem natürlich für einen Teenager nicht gerade viel los ist. So ist Langeweile vorprogrammiert und Mascha verbringt einen Großteil ihrer Freizeit auf dem Spielplatz des Ortes herumlungernd. Dort macht sie die Bekanntschaft von den Geschwistern Julia, 9 Jahre und Max, 7 Jahre. Die Kinder machen einen sonderbaren Eindruck. Mascha fallen blaue Flecken und auch andere Verletzungen an ihnen auf. Außerdem führt Max Gespräche mit einer imaginären Person. Das dreizehnjährige Mädchen schließt Freundschaft mit den Kindern, beobachtet sie aber auch weiterhin. So macht sie eines Tages beim Blick durch ein Fenster des Wohnhauses der Kinder eine schreckliche Entdeckung?

Mascha möchte ihre Beobachtungen einem Erwachsenen mitteilen und erhofft sich dort Hilfe und Unterstützung. Leider hört ihr niemand wirklich zu, sie wird als Lügnerin abgestempelt. Niemand will wahrhaben, dass in diesem Dorf etwas Schreckliches, Unfassbares vor sich geht. In diesem Dorf ist es tatsächlich so: „Elefanten sieht man nicht“.

Bereits der Titel des Buches bringt hier die Botschaft des Buches ganz klar herüber. Niemand will sehen, egal wie offensichtlich Dinge auch sein mögen. Schließlich ist es ja auch leichter wegzusehen. Und wie will man überhaupt helfen?

Mascha ist da anders. Sie sieht nicht weg, aber auch sie weiß nicht wie man helfen kann. Die Unterstützung der Erwachsenen wird ihr verweigert, also muss sie selbst nach einem Weg suchen zu helfen. Dabei  kommt sie auf eine Idee, die eigentlich falsch, aber auch irgendwie richtig ist. Aus der Sicht eines Erwachsenen mag Maschas Handeln falsch sein, aber sie tut etwas und sie hofft auch für ihre Tat auf Anerkennung. Das wird bereits ganz zu Beginn des Buches klar bevor Mascha beginnt ihre Geschichte zu erzählen und im Rückblick an ihren Vater denkt:

„Ich hätte ihn gern noch länger hier gehabt und irgendwann vielleicht von ihm erfahren, dass das Falsche, das ich getan hatte, gar nicht falsch war oder nur ein bisschen falsch, fast richtig.“

In meinen Augen war es das, höchstens ein bisschen falsch, in jedem Fall aber viel richtiger als alles Handeln der Erwachsenen. Susan Kreller greift in ihrem Roman das Thema Gewalt gegenüber Kindern auf und geht noch weiter. Die Kinder leiden nicht nur unter der Gewalt an sich, sondern auch darunter, dass niemand eingreift. Viel zu oft werden Kinder zu Opfern, weil niemand sich kümmern möchte, weil niemand sich in das Leben anderer Menschen einmischen möchte, weil alle wegsehen.

Die Geschichte ist leicht zu lesen sowohl für Erwachsene als auch für Kinder und geht dennoch in die Tiefe. Das Ende ist offen, hoffnungsvoll aber nicht absolut optimistisch und positiv, viel mehr realistisch und bodenständig. Hier bleibt genug Raum für eigene Gedanken. Die Botschaft allerdings ist klar: Elefanten sind so groß, dass man sie sehen muss. Also: Seht nicht weg, sondern hin. Haltet die Augen offen und greift ein.

Copyright © 2012 by Iris Gasper

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