Gefährlich nah

Sandra Glover
Gefährlich nah

Dangerously close, GB, 2008
cbt-Verlag, München, 1. Auflage: 10/2010
TB, Jugendbuch, Drama, Thriller
ISBN 978-3-570-30611-6
Aus dem Englischen von Kattrin Stier
Titelgestaltung von init. büro für gestaltung, Bielefeld unter Verwendung eines Fotos von Plainpicture/Büro Monaco
Autorenfoto von privat

www.cbt-jugendbuch.de
www.sandraglover.co.uk/

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Dee zieht zusammen mit ihrem Vater und ihren beiden jüngeren Brüdern zu den Großeltern – in eine neue Stadt, in ein neues Haus, an eine neue Schule. Alle hoffen, hinter sich lassen zu können, was jeden von ihnen traumatisierte, vor allem den Vater und Scott, den Jüngsten. Die Lehrer und Mitschüler erweisen sich als nett, so dass die drei schnell in die Gemeinschaft hinein finden und Freundschaften knüpfen. Doch dann ereignen sich Dinge, die die Vergangenheit für Dee wieder lebendig werden lassen, so dass sie vor der Frage steht, ob sie schweigen und verdrängen oder sprechen und helfen soll, um eine ähnliche Tragödie, wie sie ihrer Familie widerfuhr, zu verhindern.

Denn die neuen Freundinnen haben ebenfalls Probleme, über die sie nur zögerlich sprechen: Hazel befürchtet, ihre Mutter zu verlieren, nachdem ein bösartiger Tumor entdeckt wurde. Abbie hat einen älteren Freund, der sich zunehmend als Kontrollfreak entpuppt. Aufgrund des kurzen Klappentextes geht man zunächst davon aus, dass Dee im Mittelpunkt der Geschichte stehen würde, doch schon nach zwei, drei Kapiteln wird klar, dass Hazel und Abbie ebenfalls schwer wiegende Probleme bewältigen müssen und als gleichberechtigte Hauptfiguren neben ihr stehen.

Regelmäßig wechseln Handlungsebene und Perspektive, die Geschehnisse werden an drei Stellen gleichermaßen weiter ausgeführt. Keines der Mädchen enthüllt gleich zu Beginn, welche Last es mit sich trägt, doch erfahrene Leser ahnen bald das eine oder andere. Am offensichtlichsten sind Hazels Sorgen. Sie leidet außerdem darunter, dass sich Abbie immer mehr verändert, nur noch von Tom redet und sich nicht einmal nach dem Befinden von Hazels Mutter erkundigt. Abbie wiederum will mit Tom und dessen Freunden mithalten, sie lässt sich von seinem Geld und seiner Angeberei blenden und merkt nicht, dass sie von ihm manipuliert wird und ihre Persönlichkeit verliert.

Dee wird zum Zünglein an der Waage durch ihre Erfahrungen, einer Tragödie, die nach und nach aufgedeckt wird. Trotzdem sind es Hazel und Abbie selbst, die letztendlich Mut fassen und sich mit dem Resultat arrangieren bzw. die Wahrheit erkennen und die Konsequenzen ziehen müssen. Ob ihnen das gelingt und ob auch Dee und ihre Familie das Trauma langsam verarbeiten können, verrät das überzeugende Ende des Buchs. Die Autorin verzichtet dabei auf unnötige Dramatik und lässt die Jugendlichen so agieren und reden, wie man es von dieser Altersgruppe erwartet.

Vor allem Mädchen ab 13 Jahre können sich leicht in die Rollen der Protagonistinnen hinein versetzen und an ihren Sorgen Anteil nehmen. Aber auch reifere Leser werden gut von der spannenden Story unterhalten. Es mag Bücher geben, die sich intensiver mit den Problemen junger Menschen auseinandersetzen, dennoch ist auch „Gefährlich nah“ als aufklärende und meinungsbildende Schullektüre gut geeignet.

Copyright © 2010 by Irene Salzmann (IS)

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