Jockels Schweigen

Adriana Stern
Jockels Schweigen

Verlagshaus Jacoby & Stuart, Berlin
ISBN 978-3-941787-26-1
Jugendbuch
Erschienen März 2011
Umschlaggestaltung: Christian Bolte
Hardcover, 320 Seiten

www.jacobystuart.de
www.adriana-stern.de

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Zur Autorin:

Adriana Channah Stern wurde 1960 an der holländischen Grenze geboren und ist Grenzgängerin geblieben. Mit zwölf begann sie zu schreiben, mit fünfzehn lief sie von zu Hause weg, schloss sich der Hausbesetzerbewegung an, lebte in verschiedenen Wohnprojekten in Berlin, Hamburg, Bochum und Amsterdam. Sie ist Autorin, Sozialarbeiterin, Zirkuspädagogin und Gestalttherapeutin. Sie hat in verschiedenen Mädchenhäusern und Jugendzentren gearbeitet und bietet als Beraterin in poetischer Selbstanalyse Schreibkurse für Kinder und Jugendliche an. Schwerpunkte ihres Schreibens sind phantasievolle Romane für Kinder und realistische Romane, die den Charakter von Krimis haben und gesellschaftlich und politisch bedeutende Themen aufgreifen. Die Auseinandersetzung mit dem Anderssein in Deutschland ist eine wichtige Antriebsfeder für ihr Schreiben. Adriana Stern hat bisher vier Jugendromane veröffentlicht.

Zum Buch:

Mit „Jockels Schweigen“ entführt die Autorin Adriana Stern den Leser in das Leben des 16-jährigen David Rafael Grün. Dieser ist mit Jewdokim Sapoznikow, von David freundschaftlich Chip genannt, befreundet. David und Chip entwickeln gemeinsam Computerspiele und ergänzen sich dabei fantastisch. Merkwürdig nur, dass Chip in letzter Zeit immer sehr teure Klamotten trägt und auch immer genügend Bargeld besitzt. David fragt sich zwar woher Chip diese finanziellen Mittel hat, spricht seinen Freund auch darauf an, aber eine Antwort auf seine Frage bekommt er nicht.

David lebt in einer ganz normalen bürgerlichen Familie, in der miteinander gesprochen wird, es gemeinsame Mahlzeiten gibt und auch Regeln eingehalten werden müssen. Dieses Leben jedoch verändert sich in dem Moment als Frau Grün eine Arbeitsstelle annimmt. Ihre Zeit ist nun eingeschränkter und so kommen auch die Kinder kürzer als vorher. Darunter leidet vor allem der kleine Jockel, Davids Bruder. Als man ihm dann noch verbietet zu einer Filmagentur zu gehen, die er im Internet aufgetan hat, droht für ihn eine Welt zu zerbrechen. Schließlich ist es sein größter Wunsch einmal Schauspieler zu werden. Da aber hilft David. Er fälscht die Unterschrift seiner Eltern unter dem Anmeldeformular für die Filmagentur. Er macht sich auch keine Gedanken über die Tatsache, dass sein bester Freund Chip ihn ausdrücklich vor dieser Agentur warnt.

Dennoch scheint zunächst alles wunderbar. Jockel ist gerne bei der Agentur, die Eltern merken nichts, denn sie sind mit eigenen Problemen beschäftigt und David verliebt sich schließlich in Julie, die Schwester seines besten Freundes. So streichen einige Wochen und Monate ins Land bis sich Jockels Verhalten verändert. Er ekelt sich plötzlich vor bestimmten Nahrungsmitteln, gebraucht heftige Schimpfwörter, leidet unter Alpträumen und fühlt sich offensichtlich unwohl. Obwohl die Familie sich Mühe gibt, ist an den Jungen nicht mehr wirklich heranzukommen.

Als David und Julie einen Zusammenhang zwischen dem Verhalten von Chip und dem Verhalten von Jockel erkennen, begeben sie sich in eine große Gefahr, aber sie wollen den Menschen, die sie lieben, zur Seite stehen.

„Jockels Schweigen“ thematisiert den Missbrauch an Jungen. Dies geschieht auf eine so realistische Art und Weise, dass sich beim Leser Beklemmung einfach einstellen muss. Das Gefühl der Hilflosigkeit der Familie, die nach den Ursachen der Veränderungen suchen, überträgt sich unaufhaltsam auch auf den Leser. Adriana Stern erzählt diese Geschichte mit so ausdrucksstarken Worten, dass mir beim Lesen mehr als einmal die Tränen in den Augen standen.

Dieses Buch der Autorin Adriana Stern beruht auf einer wahren Begebenheit, die sich 2008 in Berlin zugetragen hat. Leider, so muss man wohl sagen, eine Begebenheit, die in unserer Gesellschaft scheinbar viel häufiger stattfindet, als viele Menschen es glauben und sehen wollen. Somit ist „Jockels Schweigen“ ein wichtiger Schritt die Menschen wachzurütteln und vor allem auch junge Menschen zu sensibilisieren für Dinge, die in ihrer nächsten Umgebung geschehen. Veränderungen sollten beachtet werden um entsprechend auf sie reagieren zu können.

Für Hilfesuchende wird das Buch abgerundet durch eine Liste empfohlener Beratungsstellen für Jungen. 

Copyright © 2011 by Iris Gasper

Titel erhältlich bei Buch24.de
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