Munchkin Freibeuter

Steve Jackson
Munchkin Freibeuter

Munchkin
Pegasus Spiele
ISBN

Kartenspiel von Pegasus Spiele
Inhalt: 168 Spielkarten
3-6 Spieler
zirka 60 Minuten
ab 12 Jahren
www.pegasus.de

(sfbentry)

Das Kartenspiel „Munchkin“ besteht aus mehreren, für sich allein spielbaren Sets. Beinahe jedes neue „Munchkin“-Set persifliert ein bestimmtes Genre. Dabei sind alle Sets miteinander kombinierbar, was einen großen Spaß macht. Aber das verlangsamt den Spielverlauf auch ungemein – es macht dann aber einfach Spaß.

Aber was ist überhaupt ein „Munchkin“? Obwohl ein „Munchkin“ eine Verbindung zum „Zauberer von Oz“ besitzt (mit dem Wort bezeichnen Amerikaner auch kleinwüchsige Leute), ist vor allem die Bedeutung des Wortes in der Rollenspiel-Szene gemeint und gilt als Synonym für einen Powergamer – also einen kleinen Wicht, der sich wichtiger macht, als er eigentlich ist und das Letzte aus den Regeln herausquetscht.

Das geschieht nun auch im Kartenspiel. Jeder Spieler spielt einen Munchkin. Er entdeckt Räume, tötet Monster und plündert Schätze. Bei Erfolg steigt er Stufen auf und der Spieler, der als erstes Stufe zehn erreicht, der hat gewonnen. Erfahrene Rollenspieler werden sofort erkennen, dass mit dem Konzept erfolgreich das Rollenspiel „Dungeons & Dragons“ parodiert wird. Kenntnisse dieses Rollenspiels sind für das eigentliche Spiel aber unnötig – es macht dann aber einfach noch mehr Spaß.

In „Munchkin Freibeuter“ bekommen es diesmal die Piraten auf die Mütze. Spieler können mit verschiedenen Akzenten die sieben Meere befahren, sich mit tollen Schätzen ausstatten, ihre Schiffe bis unter den Jolly Roger (Piratenflagge) beladen, Seemonster erledigen und sich mit Haien anlegen. Aber Vorsicht: Die lieben Mitspieler können zwar auch mal helfen, aber sie legen es auch gerne mal darauf an einem Monster beizustehen.

So ist ein besonderes Monster der Hai – denn der tritt im Rudel auf. Sollte sich ein Spieler mit einem Hai anlegen, so können auch gerne mal weitere Haikarten von den Mitspielern zugefügt werden. Also noch fieser als bisher – es macht dann aber einfach noch viel mehr Spaß.

Das Konzept des Spiels ist sehr einfach, die Regeln ebenfalls. Sie sind leicht verständlich und passen auf gerade mal ein großes Faltblatt – inklusive der ganzen Scherze und Anregungen, um den Spielspaß zu steigern. „Munchkin“ nimmt sich nämlich gerne auch selbst auf die Schippe und stellt den reinen Unterhaltungswert an erste Stelle. Und das wird deutlich herausgestellt.

Dabei muss man der deutschen Redaktion ein großes Kompliment machen. „Munchkin“ lebt im Original von seinem Sprachwitz. Bei einer Übersetzung geht natürlich einiges verloren, doch den Leute bei Pegasus Spielen ist es weitgehend gelungen ein Äquivalent zu finden oder gar mit einer Eigenkreation eins draufzusetzen. So oder so oder auch anders – auch in deutsch macht es dann aber einfach noch viel mehr Spaß!

Wer schon immer mal mit seinem Schiff einen Kraken überfahren, eine alte Hose plündern und durch den Pulverdampf segeln wollte, der sollte zugreifen. Und wer schon immer mal ein verdammt witziges Kartenspiel spielen wollte, der muss zugreifen! Und wer „Munchkin“ schon kennt, der kommt an „Munchkin Freibeuter“ eh nicht mehr vorbei. In diesem Sinne: Mast und Schotbruch!
(Günther Lietz)

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