Prinzentod

Beatrix Gurian
Prinzentod

Arena Verlag, Würzburg, 8/2008
TB, Jugendbuch, Arena Thriller
ISBN 9783401062150
Titelgestaltung von Frauke Schneider
www.arena-verlag.de

In der Reihe „Arena Thriller“ erscheinen Spannungsromane, die sich vor allem an weibliche Teenager richten, die etwa im Alter der Heldinnen sind. Diesen geschehen Dinge, die teilweise sogar im wirklichen Leben und nicht nur in der Fiktion passieren könnten. Weil ihr Vater nach dem Tod der Mutter Arbeit als Koch auf einem Kreuzfahrtschiff annimmt, zieht Lissie in das Haus ihrer Freundin Bernadette, in der eine Wohnung für sie frei geworden ist, damit sie nicht ganz alleine bleiben muss und die Schule in ihrem gewohnten Umfeld abschließen kann. Da sie quasi Familienanschluss hat, weil sie mit den anderen zusammen ist, lernt sie auch den Stiefvater ihrer Freundin kennen.

Kai ist zwar ein paar Jahre älter als sie, aber gerade im richtigen Alter, um sich in ihn zu verlieben. Auch wenn sie weiß, dass das nicht richtig ist, kann Lissie nicht anders – denn er erwidert ihre Gefühle auch noch. So kommt es zu einer leidenschaftlichen, heimlichen Affäre, von der Bernadette und ihre Familie nichts wissen dürfen. Zwar bekommt Lissie nach und nach Gewissensbisse, aber ehe sie sich entscheiden kann, wirklich mit ihm Schluss zu machen, geschieht ein schrecklicher Unfall.

Kai verunglückt tödlich. Lissie, die ihn als Erste findet, entwendet nur sein Handy, weil sie Angst hat, die Affäre könnte ans Licht kommen. Doch ist es vielleicht nicht sogar schon zu spät dazu? Denn irgend jemand scheint ihr verbotenes Treiben entdeckt zu haben und beginnt, sie nun ebenfalls mit kryptischen Botschaften, bedrohlichen Emails, fremden T-Shirts in ihrem Schrank und nicht zuletzt Blut in der Waschmaschine zu terrorisieren. In dem jungen Mädchen keimt ein schrecklicher Verdacht. Was, wenn der Unfall doch keiner war und der Unbekannte es nun auch auf sie abgesehen hat?

Beatrix Gurian entwirft einen spannenden Thriller, der sich eng an die Lebenswirklichkeit Jugendlicher hält. Sie setzt die Sorgen, Nöte und Hoffnungen des jungen Mädchens ins rechte Licht und beschreibt sie glaubwürdig genug – ihre Freuden ebenso wie die Ängste und die Panikattacken, die das Mobbing in ihr auslösen. Darum spinnt die Autorin eine lebendige Geschichte, bei der man lange nicht weiß, aus welcher Ecke die Bedrohung kommt, da immer wieder die eine oder andere falsche Spur gelegt wird. Und wenn man sich einmal mehr aufgrund einer plötzlichen Attacke des Angreifers erschrickt, dann rinnt angenehmer Grusel herunter. Gerade zum Ende hin wird der Roman dadurch extrem beklemmend und unheimlich.

Heraus kommt ein kurzweiliger, flüssig geschriebener Roman, der zwar jugendfrei bleibt, aber dennoch kein Blatt vor den Mund nimmt. Da die Handlung etwas komplexer ist als üblich, werden auch Erwachsene ihren Spaß haben. All das – der flüssige Stil und die klug konstruierte Handlung – machen „Prinzentod“ zu einem der Highlights der „Arena Thriller“-Reihe. (CS)

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