Sommerfrost

sommerfrostSommerfrost
Manuela Martini

Arena Verlag, Würzburg, 1. Auflage: 1/2009
PB mit Klappbroschur, Jugendbuch, Krimi
ISBN 9783401063068
Titelgestaltung von Frauke Schneider

www.arena-verlag.de
www.manuela-martini.de

Lyras Familie brach nach dem Tod von Viola, Lyras älterer Schwester, auseinander. Zusammen mit der Mutter hat das Mädchen Deutschland verlassen und lebt nun schon seit einigen Jahren auf Marbella. Hier verbringt sie auch mit ihren Freunden die Ferien. Über die unbeschwerten Tage fällt jäh ein Schatten, als eine Schülerin verschwindet und wenig später tot aufgefunden wird.

Lyra, Bea, Patrick und Oliver sind teils erschüttert, teils fasziniert. Auf eigene Faust beginnen sie, Nachforschungen anzustellen. Vor allem ein geheimnisvoller Scherenschleifer, der mit Pia einige Male gesehen wurde, erregt ihren Verdacht. In seinem Unterschlupf finden sie Zeitungsausschnitte und andere Hinweise dafür, dass es eine Verbindung gab. Die überlastete Polizei interessiert sich jedoch nicht sonderlich für die Behauptungen der Teenager.

Die Geschehnisse belasten Lyra mehr, als sie zugibt. Seit einer Weile hat sie Albträume von Viola, an die sie sich kaum noch erinnern kann. Sie findet ein aufschlussreiches Tagebuch der Schwester, aber die Mutter will nicht über das sprechen, was damals passiert ist. Lyra ist davon überzeugt, dass Viola nicht bei einem tragischen Autounfall gestorben ist, wie man sie lange glauben ließ.

Zufällig lernt Lyra den einige Jahre älteren Leander kennen und verliebt sich in ihn. Er erzählt, dass er Viola kannte und nach Marbella kam, um das Mädchen, das er gern gehabt hatte, zu suchen. Angeblich ist sie abgehauen und lebt seither auf der Insel in einem abgelegenen Dorf. Er bietet Lyra an, mit ihr dorthin zu fahren. Lyra willigt ein, obwohl Leander immer launenhafter und unberechenbarer reagiert…

„Sommerfrost“ ist ein spannender Thriller für Mädchen ab 13 Jahren, der all das bietet, was sich romantisch-abenteuerliche Leseratten von einem Buch wünschen: eine traumhafte Kulisse, mutig-versponnene Teenager, mit denen man sich und sein Umfeld identifizieren kann, einen etwas älteren, attraktiven Love-Interest, ein düsteres Geheimnis, das durch ein aktuelles Verbrechen aufgedeckt wird, dazu überraschende und packende Entwicklungen und altersgerechte Beziehungen.

Als Leser ahnt man frühzeitig, dass mit Leander etwas nicht stimmt, denn die Autorin streut von Anfang an winzige Hinweise ein, die immer deutlicher werden. Jedoch ist Lyra in ihrer Verliebtheit blind und beginnt erst zu zweifeln, als es zu spät ist und sie sich aus Angst nicht mehr von Leander lösen kann. Hilflos muss man zusehen, wie sie immer tiefer in eine Gefahr gerät, deren Ausmaß erst auf den letzten Seiten erkannt wird und die mit Violas Schicksal in Verbindung steht.

Etwas unglaubwürdig ist die Handlung schon manchmal. So stört man sich daran, dass Lyra Leander immer wieder nachgibt, selbst nachdem er grob wurde – ein triftiger Grund, sofort die Beziehung zu beenden. Auch dass Lyra mit Viola in ihren Träumen Zwiesprache hält und von ihr gewarnt wird, ist recht dick aufgetragen. Besser wäre es gewesen, hätte Lyra das Tagebuch entdeckt und dies als Anlass genommen, gezielt nachzuhaken.

Trotzdem bietet der Roman der Zielgruppe beste Unterhaltung und macht neugierig auf weitere Titel von Manuela Martini. (IS)

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