Tatort Natur! – Betrug, Mord & Täuschung im Tierreich und was dahinter steckt

Bärbel Oftring
Tatort Natur! – Betrug, Mord & Täuschung im Tierreich und was dahinter steckt

Haupt Verlag, Bern (CH), 09/2015
PB
Kinderbuch, Sachbuch/Mitmachbuch, Natur & Tier
ISBN 978-3-258-07912-7
Titelillustration und -fotos von Roberta Bergmann & Tonia Wiatrowski sowie
F. Hecker/Blickwinkel (Elster); Jörg Hempel/Flickr/CC-BY-SA-2.0 (Seeadler); juefraphoto/Fotolia (Maulwurf)
Farbige Illustrationen im Innenteil von Roberta Bergmann & Tonia Wiatrowski, Fotos aus verschiedenen Quellen
Autorenfoto von Hannah Bühler

www.haupt.ch
www.tatendrang-design.de

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Viele Pflanzen und Tiere tarnen sich, um Fressfeinde abzuschrecken oder Beute anzulocken bzw. Nachkommenschaft zu zeugen und das Überleben des Nachwuchses abzusichern. Den meisten geht es dabei um ihre Existenz, mitunter sind die Motive aber auch andere, beispielsweise Neugier, Ausleben des Jagdtriebs, Revierverteidigung oder Ausweitung des Lebensraums. Bärbel Oftring stellt „60 haarsträubende Fälle“ aus dem Tierreich (nicht dem Pflanzenreich) vor und nennt Arten, die raffinierte Strategien entwickelt haben, um sich zu verteidigen und zu schützen, Beute zu erlegen und die Nachkommen zu versorgen. Üblicherweise gibt es für das Opfer kein Entkommen, und es stirbt einen schrecklichen Tod.

Wie im Stile einer Anklage gibt es eine Stichwort-Information mit Bild, Name des Täters, Tatort, Tatzeit, Opfer, Anklage und Motiv. Daneben werden die Vorgehensweise ausführlich geschildert und auch die Lebensumstände des Tieres beschrieben. In einem weiteren Kästchen werden die „Waffen“ erläutert. Auf der gegenüberliegenden Seite findet sich die weniger umfangreiche Vorstellung des Opfers, der Steckbrief des Täters, unter „Aha!“ eine besondere Detail-Information und schließlich noch eine zusätzliche „Info“ (alternativ auch der Hinweis „Rekord“ oder „Gefährlich“), manchmal auch eine „Detektivausgabe“, ein „Experiment“ oder ein „Quiz“.

Alle Ausführungen sind sehr gut verständlich aufbereitet, sodass naturinteressierte Kinder ab der Grundschule leicht Wissen erwerben können und durch die Aufgaben, deren Lösungen am Buchende stehen, aktiv mit einbezogen werden. Sehr schön ist, dass das Sprachniveau dennoch gehoben ist und auch lateinische Fachbegriffe genannt werden. Bereits junge Leser wollen ernstgenommen und nicht unterschätzt werden. Gerade solche Worte eignen sich die meisten besonders gern an, um in der Schule oder bei anderen Gelegenheiten gute Beiträge liefern zu können. Abgerundet wird mit sehr vielen schönen Fotos und realistischen Farbzeichnungen, die wenigstens Briefmarken-, maximal Postkartengröße haben. Alles ist sehr gut zu erkennen und veranschaulicht die Informationen.

Zu den Tätern und Opfern gehört beispielsweise der Bartgeier, dessen älteres Küken das jüngere aus dem Nest stößt, um mehr Nahrung zu erhalten und so sein Überleben zu sichern. Auch der Floh wird erwähnt, der im Mittelalter die Pest übertrug, welcher in Europa 25 Millionen Menschen zum Opfer fielen. Ferner taucht der Maikäfer in der Liste auf, der durch seinen gewaltigen Appetit als Engerling die Wurzeln von Pflanzen und als Käfer das Laub der Bäume stark schädigt. Die harmlose Schlingnatter ist ein Jäger und auf Wühlmäuse spezialisiert. In einem Punkt ist der Autorin allerdings ein kleiner Fehler unterlaufen: Der ägyptische Gott der Totenrieten Anubis ist ein Schakal (Wildhund) und keine Katze. Mit Katzenkopf wird die Göttin Bastet dargestellt.

„Tatort Natur!“ ist ein sehr schönes, sehr informatives und reich illustriertes Sachbuch, das sich gewiss nicht nur Grundschüler, sondern auch ältere Kinder und Erwachsene gerne anschauen.

Copyright © 2015 by Irene Salzmann (IS)

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