Teufelsengel

Monika Feth
Teufelsengel

cbt-Verlag, München, 12/2009
HC mit Schutzumschlag
Jugendbuch, Thriller
ISBN 978-3-570-16045-9
Titelgestaltung von init.büro für gestaltung, Bielefeld unter Verwendung einer Illustration von F. B. Regös
Autorenfoto von Peter Godry

www.cbt-jugendbuch.de
www.monikafeth-thriller.de

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Romy Berner führt ein Leben, um das sie viele beneiden würden: Obwohl sie gerade erst die Schule hinter sich gebracht hat, lebt sie in einer WG, besitzt ein Auto, hat einen Freund, der immer für sie da ist – und das Volontariat bei einer Kölner Zeitung könnte für sie zum Karriere-Sprungbrett werden, denn sie folgt einer Spur, die eine große Story verspricht: Im vergangenen halben Jahr wurden vier Menschen ermordet. Da es keinerlei Parallelen gibt, sieht die Polizei keine Zusammenhänge, und gerade das macht Romy stutzig. Sie besucht die Angehörigen der Opfer, befragt jene, die die Toten fanden, sieht sich die Orte der Verbrechen an und liest das Tagebuch eines Mädchens, das in ihrem Alter war. Ihre Recherchen machen nicht nur Kommissar Bert Melzig auf Romy aufmerksam sondern auch den Täter. Er schickt einen seiner Jünger, der schnell das Vertrauen der jungen Frau gewinnt und sie in eine Falle lockt, aus der es kein Entkommen gibt, denn niemand würde ausgerechnet hier nach ihr suchen …

„Teufelsengel“ ist ein in sich abgeschlossener Roman, der nur das Setting, die Region Köln, und die Figur des Kommissars Bert Melzig mit einigen anderen Thrillern aus Monika Feths Feder gemein hat. Mit ihren Titeln wendet sich die Autorin an Leserinnen ab 14 Jahre, die zeitgenössische und spannende Lektüren schätzen, in denen aktuelle und nachvollziehbare Themen verarbeitet werden. Der Zielgruppe werden junge Protagonistinnen als Identifikationsfiguren geboten, die ein erstrebenswert unabhängiges Leben führen, das ihnen bei ihren Abenteuern zugute kommt, die aber gleichzeitig verständnisvolle Eltern oder Freunde haben, die ihnen in kritischen Situationen beistehen. Auch private Probleme wie Liebeskummer und die Schwierigkeiten bei der Realisierung von Zukunftsplänen werden eingeflochten.

Romy Berner, die Hauptfigur in „Teufelsengel“, stürzt sich Hals über Kopf in Nachforschungen, die eine gefährliche Wende nehmen, als sie das Verschwinden eines Mädchens mit den Morden in Verbindung bringt und tatsächlich das Versteck der Täter findet, pikanterweise einen Ort, den man kaum mit diesen Verbrechen in Verbindung gebracht hätte. Obwohl Romy die meisten Handlungsanteile hat, wechselt die Autorin regelmäßig die Perspektive und beleuchtet die Ereignisse auch aus der Sicht der anderen Charaktere. Besonders der Part von Pia, dem entführten Mädchen, ist sehr einfühlsam und bedrückend geschrieben, angefangen bei ihrer Begeisterung über die ersten Zweifel und die entsetzliche Erkenntnis bis hin zu der daraus resultierenden Todesangst – etwas, das Romy in ähnlicher Weise durchleiden muss. Dabei werden keinerlei Antworten auf die Fragen gegeben, wie ein Mensch sich in eine Überzeugung so sehr hinein steigern kann, dass er jegliche Skrupel verliert, um andere zu bekehren oder sie zu töten, falls das nicht gelingt, und warum sich jemand aus einem intakten Umfeld von den Versprechungen eines Sektierers verführen lässt. Es passiert einfach, und das ist das Erschreckende.

Nachdem noch vor einigen Jahrzehnten regelmäßig vor diversen ‚religiösen‘ Gruppen gewarnt wurde, die sich ihre Anhänger durch Gehirnwäsche gefügig machen und sie überwachen, um einen Ausstieg zu verhindern, ist es zuletzt recht still um diese Sekten geworden, was jedoch nicht bedeutet, dass keine Gefahr mehr bestünde, dass Personen aus allen Schichten und jeden Alters den schönen Worten eines charismatischen Rädelsführers erliegen könnten. Monika Feth warnt nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern macht ihrem Publikum eine nahezu vergessene Problematik wieder bewusst. Es ist ihr gelungen, das Thema nachvollziehbar und packend in einen Thriller einzubauen, der auch reifere Leser anzusprechen vermag, selbst wenn die Akteure stellenweise etwas zu sehr auf die Handlung zugeschnitten wurden und mit viel Glück immer wieder die Nadeln im Heuhaufen finden.

Copyright © 2011 by Irene Salzmann (IS)

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