Tödliche Botschaft: In Liebe, dein Mörder

R. L. Stine
Tödliche Botschaft: In Liebe, dein Mörder

Fear Street 3
Fear Street Super Chiller 3: Broken Hearts, USA, 1993
Loewe Verlag, Bindlach, 6/2008
HC im Taschenbuchformat, Jugendbuch, Thriller, 978-3-7855-6326-7, 176/750
Aus dem Amerikanischen von Eva Hierteis
Titelillustration von Silvia Christoph

www.loewe-verlag.de
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Es beginnt an einem wunderschönen Tag. Erica McClain wird ausnahmsweise von ihren beiden älteren Zwillingsschwestern Josie und Rachel sowie deren Freundin Melissa Davies zum Reiten mitgenommen. Rachel ist eine selbstbewusste Schönheit; sie bekommt alles, was sie will, und sie weiß immer genau, was sie wirklich will. Josie hingegen ist launisch, unberechenbar, eher sportlich als hübsch. Sie wechselt dauernd ihre Freunde, während Rachel seit langer Zeit fest mit Luke zusammen ist. Die beiden Mädchen haben wenig gemeinsam, obwohl sie Zwillinge sind. Erica fühlt sich beiden unterlegen. Sie ist weder hübsch noch sportlich noch mutig, freut sich allerdings auf die Highschool. Sie hofft, dass sie dann eher ernst genommen wird.

Durch Leichtsinn und unglückliche Schicksalsfügung kommt es zu einem schlimmen Unfall, der das Leben aller drei Schwestern für immer verändern wird: Rachel stürzt von ihrem Pferd und verletzt sich so schwer am Kopf, dass sie danach für immer geistig behindert und in ihrer gesamten Persönlichkeit verändert ist. Sie sagt merkwürdige Sachen, ist gehässig, regelrecht unheimlich. Andererseits muss sie ständig beaufsichtigt und gepflegt werden.

Josie drückt sich vor dieser Pflicht, auch sie ist seither verändert.
Verbissen, noch unberechenbarer. Sie hat einen festen Freund, Steve, mit dem sie soviel Zeit wie nur möglich verbringen will. Vor der Situation daheim flieht sie. Erica übernimmt einen Großteil der Pflege, da beide Eltern arbeiten müssen.

Dann kommt die erste Morddrohung gegen Josie in den Briefkasten geflattert, und von da an überstürzen sich die Ereignisse…

Es ist ein packender Thriller, von meisterlicher Hand geschrieben. Absolut jeder ist verdächtig, und dennoch kann das Ende rundum überzeugen. Man mag ahnen, wer der Mörder ist, wird aber niemals sicher sein, bis alles aufgelöst wird.

Die hervorragend ausgearbeiteten Charaktere tragen die – zugegeben etwas inhaltsarme – Geschichte. Es ist vor allem die Interaktion zwischen ihnen, die Entwicklung eines jeden einzelnen, immer psychologisch stimmig, die Spannung und gruselige Atmosphäre erzeugt.

Ein paar Details mögen fragwürdig sein, so z. B., ob eine Familie, in der beide Eltern einen gut bezahlten Job haben, sich wirklich keine Pflegekraft leisten kann… Aber das nur am Rande.

Für ein Jugendbuch kann man die Story durchaus als etwas zu gruselig empfinden. Der einzige Unterschied zu einem Erwachsenenthriller ist das Alter der Protagonisten. Bevor man es einem Zwölfjährigen in die Hand gibt, sollte man sicher sein, dass er (oder sie, natürlich) mit Gewalt und extremer Spannung keine Probleme hat. Ansonsten: lesenswerte Unterhaltung für alle Freunde des Thrillergenres! (alea)

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Fear Street. Tödliche Botschaft

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