Unsichtbare Blicke

Frank M. Reifenberg
Unsichtbare Blicke

(sfbentry)
rororo
Rowohlt Taschenbuch Verlag
ISBN 978-3-499-21617-6
Thriller / Jugendbuch
Erschienen: 01.03.2012
Umschlaggestaltung: Simon Schmidt
Paperback, 400 Seiten

www.rororo.de
www.frankmariareifenberg.wordpress.com

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Zum Autor:

Frank Maria Reifenberg, im Westerwald aufgewachsen, seit 20 Jahren Wahlkölner, nach dem Abitur Ausbildung zum Buchhändler, danach Texter in Public-Relations-Agenturen, später mit eigener Agentur, zum Jahrtausendwechsel noch einmal von vorne begonnen: Ausbildung an der Internationalen Filmschule Köln. Schreibt seit über zehn Jahren Drehbücher und Konzepte für Film und Fernsehen, Romane und Erzählungen oder auch mal das Libretto für eine Jugendoper, wenn man ihn – wie die Bayerische Staatsoper – darum bittet.

Zum Buch:

Um das junge Mädchen Josie dreht sich dieser Thriller, in dem uns Josie als nettes, hilfsbereites Mädchen präsentiert wird. Neben der Schule arbeitet sie in einem Pflegeheim und ist dort bei den Alten sehr beliebt. In ihrer Freizeit sitzt sie, wie viele ihrer Altersgenossen und –genossinnen gerne am Computer. Trotz ihres sehr strengen, religiösen Elternhauses, hat sie einen PC auf ihrem Zimmer. Seit einiger Zeit chattet sie mit einem Jungen namens Geronimo. Dieser lebt in einem Internat und Josie scheint ihn sehr zu mögen. Aber ist Geronimo wirklich der, der er vorgibt zu sein? Schließlich sind die beiden sich noch nie persönlich begegnet.

Schnell wird jedenfalls klar, dass Josie beobachtet wird. Über die Webcam ihres Rechners wird sie ausspioniert und das sogar zu Zeiten, in denen dieser gar nicht eingeschaltet ist. Lange Zeit bemerkt das junge Mädchen gar nichts davon und als sie es weiß, werden die Probleme nur noch größer. Wer aber ist der Unbekannte, der hier für Josie zunächst unsichtbar spioniert? Was sind seine Beweggründe?

Neben dieser Haupthandlung, die uns Josie als Protagonistin näher bringt, bedient sich der Autor weiterer Handlungsstränge. Da ist zum einen eine Handlung, die in der Vergangenheit und zwar am 11.08.1978 einsetzt und sich in Zeitsprüngen bis zum 15.05.2009 fortsetzt. Dieser Handlungsstrang wird im Buch schon alleine durch die kursive Schrift auffällig hervorgehoben und beschreibt einen Jungen, der in der ehemaligen DDR in einem Heim aufwächst.

In einem weiteren Handlungsstrang folgt der Leser den Ermittlern Stella van Wahden und Miki Saito, die in zwei Mordfällen ermitteln: Zwei Mädchenleichen, beide aufgefunden mit einer merkwürdigen Zahlenkombination auf dem Arm, deren Sinn sich die Ermittler nicht erklären können.

Nach und nach finden die Handlungsstränge zusammen, gerät auch Josie in das Visier der Ermittler. Könnte sie ein mögliches neues Opfer des Täters werden? Es gibt Anhaltspunkte und Zusammenhänge, die darauf hindeuten. Und dann verschwindet Josie.

Mit „Unsichtbare Blicke“ gelingt es dem Autor Frank M. Reifenberg seinem Leser gleich mehrere Dinge vor Augen zu führen. Er deutet die Problematiken der damaligen Kinderheime in der DDR an, sowie die Schwierigkeiten getrennt lebender Familien in Ost und Westdeutschland nach einem gelungenen Fluchtversuch. Darüber hinaus wird auch ein ganz aktuelles Thema ins Visier genommen: Die Gefahr des Internets, der dortigen Anonymität und die Problematik von Webcams. Hier liegen Freude und Gefahr nah beieinander.

Dem Leser dieses Buches dürfte sich relativ schnell erschließen, wer hier als Täter in Frage kommt und nach und nach zeichnen sich auch dessen Beweggründe immer deutlicher ab. Dennoch bleibt die Handlung auch mit diesem Wissen spannend, denn es ist lange Zeit fraglich, ob es für Josie eine Rettung geben kann. Hier fiebert der Leser mit und auch gegen Ende des Buches sind überraschende Momente noch garantiert.

Eine Geschichte, die auch gegen Ende noch genügend Raum für eigene Gedanken und Vorstellungen des Lesers lässt.

Copyright © 2012 by Iris Gasper

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